Das Downtown Aquarium Houston


Der zweite Stopp an meinem Houston CityPass Tag war das Downtown Aquarium – ein von der Landry’s Inc. betriebene Freizeiteinrichtung – bestehend aus kleinem Freizeitpark, Restaurants und einem Aquarium. Das Downtown Aquarium ist ein direkter Ableger der Restaurantkette Aquarium, bietet jedoch eine an ein Sea Life Centre erinnernde Ausstellung. Diese Ausstellung ist im CityPass enthalten, ein Wristband für die Fahrgeschäfte ist separat erhältlich.

Das im Jahr 2003 eröffnete Downtown Aquarium befindet sich auf dem Gelände der Fire Station No. 1 und dem Central Waterworks Building und nutzt diese geschickt. Im oberen Stockwerk der ehemaligen Feuerwehr befinden sich das Restaurant Aquarium, die Bar Dive Lounge und der Ballroom Nautilus, während im unteren Stockwerk ein interaktives Berührungsbecken und die eigentliche Austellung befindet. Diese ist – ganz ähnlich den Großaquarien der englischen Konkurrenz – recht flott durchschritten, bietet jedoch eine sehr hochwertige und gelungene Gestaltung. Familien mit kleineren Kindern werden hier mit Sicherheit eine längere Zeit verbringen können. Der einzige Kritikpunkt sind die in einem Aquarium eher untypisch anzufindenden weiße Tiger, die hier ohne Zugang zu Sonnenlicht gehalten wurden (seit Ende dieses Jahres gibt es wohl ein Außengehege).

Im Außenbereich befindet sich neben dem farbenfrohen Karussell Aquatic Carousel, den beiden Kinderfreifalltürmen Lighthouse Dive und Frog Hopper und dem Riesenrad Diving Bell – welches (vor allem bei Nacht) als grandioser Blickfang dient für all diejenigen die gerade vom Norden kommend auf der Interstate 45 nach Houston einfahren –, die Parkeisenbahn Shark Voyage, ihres Zeichens die erste voll elektrische Parkeisenbahn von Chance Rides. Seit dem Jahr 2018 dreht diese ihre Runden. Die Anlage selbst ist jedoch deutlich älter, was sie jedoch nicht weniger besonders macht. Der eigentliche Clou bei der Parkeisenbahn ist nämlich ihre Route durch das Waterworks Building, welches einen Unterwasssertunnel in einem riesigen Haibecken vorweisen kann. Hier kommt der Zug dann einige Minuten zum Stehen, so dass man recht, links und über einem die Haie beobachten kann. Der C.P. Huntington Zug verfügt daher auch über ein Panoramadach.

Die Fahrt auf der Parkeisenbahn Shark Voyage ist der Grund warum ich überhaupt ins Downtown Aquarium Houston gefahren bin. Ich finde die Idee klasse,  finde es jedoch schade, dass die Fahrt nicht mit dem Besuch in der Ausstellung inkludiert ist; immerhin ist sie das Highlight der Einrichtung. Generell hat mir das Angebot des Downtown Aquariums durchaus gefallen, so dass ein Besuch nicht nur Aquarianern mit kleinen Kindern zu empfehlen ist.

Im Bann des Wicker Man


Da hat man schon einen Premium Annual Pass und kommt einfach nicht in die Midlands… Gut, – zu meiner Verteidigung – ich wohne gerade in Southsea am südlichen Ende der Insel Portland, also am Solent, und von dort ist der Weg schon verdammt lang bis nach Alton. Wobei, eigentlich auch nicht, denn ein Alton liegt gleich um die Ecke. Naja, ihr wisst schon was ich meine, es soll ja nach Alton ins wunderschöne Staffordshire gehen. Alton Towers wartet immerhin mit einer neuen Secret Weapon auf: Dem Wicker Man.

Fünf Jahre lang war ich schon nicht mehr dort und beim letztem Mal saß ich im dritten Wagen der Achterbahn The Smiler an ihrem ersten offiziellen Eröffnungstag, der ja extrem kurzfristig durch die BBC verkündigt wurde. Dafür habe ich auch nur drei Stunden lang in der Gegend rumgestanden, wo man in Alton Towers wohl nicht einmal zu Halloween wartet und wurde durch eine englische Mutter mit Backwaren versorgt. Es hat sich aber gelohnt, weswegen ich die Prozedur gegen Parkschluss ein weiteres Mal über mich ergehen lassen habe. Zu dem Zeitpunkt jedoch in der regulären Queue.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich einiges getan und leider auch einiges zugespielt. Der Anfang war jedoch überaus positiv, denn man hat die Themenbereiche Storybook Land und Old MacDonalds Farmyard zu einem Bereich zusammengefasst und sogleich mit einer Lizenz bestückt. Der nun als CBeebies Land geführte Kleinkinderbereich belebte die zuvor meist eher verwaiste Parkecke mit neuem Leben und bietet dabei eine überaus nette Atmosphäre. Kein Wunder also, dass das Kinderland gleich im Folgejahr erweitert wurde. Mit dem Octonauts Rollercoaster Adventure zog endlich eine weitere Kinderachterbahn in den Park ein; während sich nur wenige Meter entfernt eine Tragödie abspielte: ein Wagen der Achterbahn The Smiler blieb auf offener Strecke stehen.

Eigentlich nicht weiter schlimm – immerhin passierte das ja auch bereits schon in der Vergangenheit –, doch blöderweise schicke man einen zweiten, mit Passagieren beladenen Wagen, gleich hinterher. Wobei gleich relativ ist, immerhin hat man zuvor ja jegliche Warnungen der Anlage ignoriert und das System kurzerhand überschrieben. Es kam also, wie es kommen musste, und der fahrende Wagen knallte mit ordentlichem Schwung gegen den Stehenden. Ingenieure fragen sich an dieser Stelle immer, ob es denn Tote gäbe. Die gab es glücklicher Weise nicht und bis auf das Schicksal der Mitfahrer in der ersten Reihe des besagten Wagens ist der Unfall auch überraschend glimpflich ausgegangen. Es folgte jedoch, was folgen musste. Ein Shitstorm der Englischen Presse brach über Alton Towers ein, wonach der Park bis heute als unsicher gilt. Kein Wunder also, dass die Besuchermassen drastisch zurück gingen und seitdem Merlin Entertainments im eigenen Land durchaus zu kämpfen hat.

Dabei hat das teilweise etwas überaus Komödiantisches, wenn der Technische Leiter des Parks mal wieder vor die Kamera gezerrt wird, nur weil eine Achterbahn mal eben eine Sicherheitsabschaltung hatte und The Sun bereits gegen den Park wettert. Blöderweise hat es mittlerweile für den normalen Parkgast auch negative Auswirkungen, denn der Park hat seit diesem Jahr zum ersten Mal Schließtage innerhalb der Saison und zudem äußerst beschissene Öffnungszeiten. Angeblich sind diese durchaus flexibel; zusammenfassend kann man jedoch sagen, dass der Park die meiste Zeit über von 10 – 16 Uhr geöffnet hat. Eine Frechheit für einen Park dieses Ausmaßes, vor allem da man die meisten Fahrgeschäfte eh erst ab 11 Uhr fahren kann. Bis dahin muss man sich im Park gedulden und kann immerhin Nemesis, dank ausbleibenden Betrieb der Gondelbahn des Parks – es war angeblich zu heiß –, quasi Dauerfahren. Zuvor gäbe es immerhin noch die Möglichkeit zur frühmorgendlichen ERT auf ausgewählten Attraktionen, aber auch dafür müssten die Anlagen erst einmal ihren Betrieb aufnehmen.

Es wäre nun ein leichtes für mich Alton Towers in Grund und Boden zu reden, doch ich tue es nicht. Der Park ist nämlich nach wie vor super. Selbst der Umstand, dass viele Fahrgeschäfte in den vergangenen Jahren den Park verlassen haben, ändert daran nichts. Eigentlich ist man sogar viel fokussierter daran, einfach alle Achterbahnen irgendwie zu schaffen, vor allem wenn man einen Freizeitparkneuling durch den Park führt. Das einem das am Ende, trotz (mit Ausnahme der Achterbahn The Smiler) moderater Wartezeiten, kaum gelingt und man dennoch einen super Tag hatte, spricht sogar für den Park. Man sollte sich für Alton Towers einfach Zeit nehmen, am besten gleich zwei Tage, vielleicht sogar mit Besuch des Wasserparks und einer Buchung für das Achterbahn-Restaurant am Abend.

Zuvor heiligen wir jedoch den Wicker Man. Auf dem Platz der alten Quietscheentchen-Wildwasserbahn The Flume entstand im Laufe des vergangenen Jahres Englands erste Achterbahn des Herstellers Great Coaster International und somit nach sehr langer Zeit wieder eine neue Holzachterbahn. Thematisch behandelt die Anlage den Kult um den Wicker Man, einer Opferfigur aus Korbweide – die in der Vergangenheit ggbfs. auch Menschen beinhaltete (sei es auch nur als römisches Hirngespinst oder heutzutage aus dramaturgischen Mitteln in Film und Fernsehen) – und den Kelten mit dem Verbrennen eine reiche Ernte bescheren sollte. Es ist also quasi eine Analogie zu Alton Towers selbst, die durch das Verprellen von Besuchern auf neue Besucherströme hoffen.

Die Bahn selbst wirkt ein wenig seltsam, nur aus der Nähe weiß sie wirklich zu überzeugen. Der Wicker Man selbst ist eine beeindruckende Struktur und wirkt mit den künstlichen Feuern überraschend gut. Die richtigen Feuer auf den Schultern der Skulptur hingegen wurden kurz nach der Premiere bereits eingestellt – man kann sich ja denken warum. Die Anstehschlange führt einem neben dem Wicker Man auf einem Hügel, von dem man eine wunderbare Aussicht auf das Treiben unter einem hat. In einer äußert zügigen Taktung erklimmt nun Zug für Zug den zweistufigen Lifthügel der Anlage, der ganz fern ein wenig an alte Rct-Zeiten erinnert, denn er verläuft erst steil und dann etwas flacher. In umgekehrter Reihenfolge führt der Weg uns nun jedoch hinunter. Dabei finde ich den Lift tatsächlich sehr genial gelöst, immerhin hat man durch diese Lösung ein ideal erreichbares Motorhaus. Auch die Führung der Kette für den ersten Teil des Liftes fand ich persönlich recht spannend. Nunja, nach einer Treppe können wir dann unsere Tasche abgeben. Eigentlich Merlin-typisch, hier im Park jedoch eine Wiederkehr zu alten Traditionen. Irgendwie war es doof, dass es das überall anders nicht mehr gab. Nach einem kurzen Warteraum, folgt ein Pre-Show-Raum, in dem uns sehr effektvoll offenbart wird, dass wir da gleich geopfert werden sollen. Dem Ganzen sind wir natürlich nicht abgeneigt und nehmen alsbald im bereitgestellten Zug Platz.

Die Station von Wicker Man verlassen wir in einer Rechtskurve, die prompt immer steiler abfällt. Im Lot zur Stationsgeraden wechseln wir flugs die Richtung und werfen uns dabei in unseren Mitfahrer bzw. in die Seitenwand des Wagens. Parallel zur Station erreichen wir dann den Lifthügel der Anlage, der uns erst etwas steiler und dann etwas weniger steil hinaufbefördert. Oben angekommen wenden wir uns gleich einem Tunnel zu. In einer Linkshelix gewinnen wir sogleich ein wenig an Geschwindigkeit, ehe wir von einer plötzlichen Abfahrt gekonnt aus dem Sitz gehoben werden. Wieder am Tage dreschen wir durch ein Tal, nur um kurz darauf in einen weiteren Tunnel abzutauchen. Dabei brettern wir über einen Airtimehügel sondergleichen, woraufhin jeglicher Kontakt mit der Sitzfläche aufs erste unterbrochen wird.  Es folgt ein sehr steiler Drop, der erst nach rechts und zum Tal hin nach links führt. Mit nun 70 km/h durchqueren wir das erste Mal den Wicker Man und preschen sogleich einen Hügel empor. In der anschließenden Wendekurve umrasen wir einen Teil der Warteschlange, ehe wir uns dem Zündmännchen mit kleinen Airtimehopsern nähern. Nach dem Tal nach der zweiten Durchfahrt erklimmen wir in zwei Etappen einen weiteren Hügel, woraufhin wir zumindest theoretisch kurz Verschnaufen könnten. Statt einer ordentlich geneigten Rechtskurve erwartet uns jedoch ein weiteres Highlight der Anlage, wonach wir uns ohne Gnade an die linke Seite des Zuges ankuscheln. Hach, laterale Kräfte sind schon was Schönes. Ehe wir uns versehen donnern wir den letzten großen Hügel der Anlage ins Tal hinunter. Hierbei durchqueren wir ein drittes Mal den Wicker Man und werden dabei mit Wasserdampf befeuchtet. In einer weiteren Rechts-/Linkskurvenkombination erklimmen erneut den Hügel, woraufhin wir uns nach einer kurzen Geraden sogleich in der Bremsstrecke der Anlage wiederfinden. Es folgt das typische Wartungshäuschen der Anlage, wo sich viele Parkgäste nun auf den freien Fall vorbereiten. Th13teen verstört wohl viele. Doch auf die Frage „What’s in the shed?“ ist die Antwort hier: Nichts. Aber damit wurde hier ja auch nicht beworben.

Der Wicker Man ist eine echt geile Holzachterbahn, die sich hervorragend in das Secret-Weapon-Line-Up des Parks einfügt. Zwar erfindet die Anlage eine Holzachterbahn nicht neu, aber sie definiert ein Gesamterlebnis, was es so noch nicht bei den Achterbahnen des Parks gab. Darüber hinaus lebt die Anlage durch ihr wortwörtliches Wechselspiel aus Tal und Hügeln samt der dreifachen Interaktion mit dem Weidenmann. Da Alton Towers, wie so mancher Park in Großbritannien, strengen Höhenbeschränkungen unterliegt ist das Layout zudem auch immer sehr bodennah, was der Berg- und Talbahn sehr zugutekommt. Ferner mag ich die Länge der Bahn, denn sie fühlt sich genau richtig an, wodurch die Anlage im krassen Kontrast mit vielen der neueren europäischen Holzachterbahnen, wie Heidi-The Ride aus dem Plopsaland De Panne und Timber! aus Walibi Rhône-Alpes steht, die mir persönlich viel zu kurz sind. Zusammenfassend kann man sagen, ich war überrascht und bin auch jetzt noch hin und weg von der Anlage, die sich meiner Meinung nach mit Troy aus dem Toverland auf den Spitzenreiterplatz der GCI-Achterbahnen befindet.

So, das wars. Zeit für honorable mentions:

Die Anstehschlange der Achterbahn The Smiler sieht nach fünf Jahren ganz schön ramponiert aus, was der Qualität der Bahn natürlich keinen Abbruch tut. Ich mag die Bahn einfach. Das VR-Update der Achterbahn Air und der Name Galactica hingegen mögen mir einfach nicht gefallen. Ohne die Brille ist die Bahn weiterhin mein liebster Flying Coaster, doch mit der Brille fehlt das Pacing bzw. das Geschwindigkeitsgefühl während der Fahrt. Zudem war das Bild so seltsam nach Links versetzt als die Fahrt dann begann, was das VR-Erlebnis auch eher hinken lässt. Immerhin, der Film wirkt nicht ganz so billig, nur etwas einfallslos. Theoretisch gibt es auch noch Ton, aber der fehlte bei mir komplett.

Der Grüffelo und Tiger Rock


Der tollste britische Freizeitpark ist seit geraumer Zeit dem Renovierungswahn oder besser gesagt Umgestaltungswahn verfallen; anders lassen sich nämlich die Neuheiten der letzten fünf Jahre kaum erklären – denn bis auf das Adventure Tree Carousel letztes Jahr zog keine neue Anlage in den Park ein. So präsentiert sich der Blaue Enzian Runaway Train als Scorpion Express, die Themenfahrt BubbleWorks als Gruffalo’s River Ride Adventure und die Wildwasserbahn Dragon Falls als Tiger Rock. Leider sind im gleichen Zuge auch Abgänge zu verzeichnen, so haben die Monorail, welche vor allem den Parkteil um die Hocus Pocus Hall und den Zoo prägte, und das Riesenrad Peeking Heights den Park verlassen.

Den Anfang dieser Entwicklung machte die Achterbahn Runaway Train, die ihr komplettes künstliches Felsmassiv verlor, welches die Anlage zuvor recht eindrucksvoll schmückte. Zwar steht die Anlage nun relativ nackt in der Gegend herum, dafür kann man sie aber auch kaum noch übersehen. Eine riesige mechanische Skulptur in Form eines Skorpions ziert die hintere Helix und sorgt mit allerhand Effekten für eine überaus spaßige und vor allem spritzige Fahrt. Für die Unterhaltung der wartenden Parkgäste gibt es zudem einige Terrarien in der Warteschlage, in denen es passenderweise Skorpione zu bestaunen gilt. Im Gesamten gesehen wurde die Anlage durchaus aufgewertet, es macht auf jedem Fall sehr viel Spaß mit ihr die eine oder andere Runde zu drehen.

Ebenfalls für sehr viel Spaß sorgte jedes Mal die Quietscheentchen-Themenfahrt BubbleWorks im transsilvanischen Themenbereich gleich neben der grandios schaukelfreudigen Achterbahn Vampire – schauen wir mal, was aus ihr geworden ist.

Ursprünglich als Prof. Burp’s BubbleWorks eröffnet schipperte man die ersten 15 Jahre in Rundbooten durch eine Limonadenfabrik, ehe die Entchen von Imperial Leather mit ihrem Sponsorendeal die Anlage quasi in einer Nacht und Nebelaktion übernommen haben. 2014 endete dann das Sponsorship des Seifenherstellers mit Merlin, woraufhin alle Referenzen zum Hersteller aus den Parks entfernt wurden. Zwar hätte sich das Thema der Fahrt bis auf weiteres halten können, die verbauten Gestaltungselemente taten dieses jedoch nicht. Es musste also eine neue IP her, weswegen man sich für einen Kinderbuchklassiker entschied, der auch gestalterisch ohne große Müh in diesen Themenbereich passte. Im Jahr 2016 folgte dann die letzte Fahrt in der alten Gestaltung, ehe dann am 18.03.2017 das Gruffalo River Ride Adventure eröffnete.

Die Fahrt selbst bietet eine sehr gesunde Mischung aus statischen Gestaltungselementen und Videoprojektionen. Die Atmosphäre im Inneren ist nun sehr dicht; es kommt einem nun so vor, als würde man in dem Bötchen einen Bach durch einen Wald folgen. Die einzelnen Räume erzählen jeweils einen Teil des ersten Kinderbuchs; wonach die Maus den Fuchs, die Eule und die Schlange davon abhält ihn zu fressen, indem er ihnen mit dem Grüffelo – einer bis dahin fiktive Kreatur – droht. In den nachfolgenden Räumen trifft dann die Maus auf besagten Grüffelo, der sie auch gerne fressen würde, doch es dank einer Aussage der Maus – nach der alle anderen Tiere Angst vor ihr hätten – unterlässt. Gemeinsam unterwegs erklimmen der Grüffelo und die Maus den Lift der Anlage und bewältigen anschließend die Schussfahrt in den ehemaligen Baderaum. Dort treffen sie dann auf die anderen Tiere, die anschließend Reißaus nehmen. Diese Szene ist trotz der relativ offenen Gestaltung gelungen und kann durch einige der verbliebenen Fontänen ihren alten Charme zumindest zu Teilen beibehalten. Auf dem Rückweg zur Station vertreibt die Maus noch den Grüffelo, so dass sie endlich in Ruhe ihre Nüsse knacken kann.

Da ich das Franchise nicht kenne, verzichte ich an dieser Stelle auf einen Vergleich. Die Fahrt selbst hat definitiv eine Aufwertung erfahren und kann nun wieder begeistern. Die Mischung aus statischen Gestaltungselementen und den Videoprojektionen funktioniert einfach super und wirkt nirgends deplatziert, so kann man sie trotz der Gondelrotation eigentlich immer erfassen. Generell ist die Anlage nun stets recht gut besucht.

Deutlich weniger gut besucht ist dagegen die Wildwasserbahn Tiger Rock, was jedoch nicht für das neue und deutlich größere Tigergehege gilt, welches nun die ehemaligen Freiflächen der Wildwasserbahn für sich nutzt. Hier ist dann auch der Großteil der Arbeit eingeflossen, denn von einer Sanierung der Wildwasserbahn hat man leider abgesehen. So dümpelt man also durch einen Kanal, der ruhig hätte neu beschichtet werden können, und hat dabei eine astreine Aussicht auf die Tiere des (zumindest zu Teilen der Fahrt) umrundenden Geheges. Das hat schon etwas, zumal sich die Tiere tatsächlich auch eher in diesen Bereichen niederlassen und man somit wirklich die beste Sicht aus der Wildwasserbahn Tiger Rock hat; doch es hätte gerne auch mehr sein können. Die Ridehardware steht hier im Kontrast zu der neuen Gestaltung der Anlage und das ist aus meiner Sicht eine leider verpasste Chance. Da Tiger Rock die letzte noch bestehende Wildwasserbahn der Gruppe in England ist, ist ein Wegfall der Anlage in den nächsten Jahren leider absehbar.

Chessington World of Adventures bleibt auch weiterhin die erste Anlaufstelle für mich, was die drei Themenparks in der Nähe von London angeht. Die drei größeren Neuerungen der letzten fünf Jahre haben allesamt ihre Daseinsberechtigung und können völlig oder zu einem größeren Teil überzeugen. Da man jetzt schon eine Überarbeitung des Walkthroughs Hocus Pocus Hall geteasert hat, darf man auch weiterhin gespannt in die Zukunft schauen. So oder so, man sollte den Park immer in seiner UK-Planung miteinbeziehen, vor allem wenn man noch nie drüben war und einen Freizeitpark in der Nähe von London besuchen möchte.