Terra Mítica (2014)

Von Magnus Colossus und anderen Unfällen


Als im Jahr 2012 die in Benidorm ansässige Aqualandia-Mundomar Gruppe den Freizeitpark Terra Mitica von ihrer Übergangsgesellschaft befreite waren die Hoffnungen hoch um den eigentlich grundsoliden und eher minder besuchten Freizeitpark mit neuem Leben zu befüllen. Ein Jahr später reduzierte man das Angebot des Parks auf ein Mindestmaß indem man einige Themenbereiche als nagelneuen Freizeitpark Iberia Park zusammenschloss. Diesen konnte man vorerst noch zum freien Eintritt besuchen und die Fahrgeschäfte via Token begleichen, jedoch änderte man diese Strategie zum darauffolgenden Jahr, so dass man neben Terra Mitica einen zweiten Vollpreisfreizeitpark bieten kann, zwar ohne Achterbahn, dafür aber mit größerer Spa-Landschaft als im Park nebenan.

Während der Freizeitpark von der Übergangsgesellschaft stets gut gepflegt wurde und, wie kaum ein anderer spanischer Freizeitpark, vor lauter neuem Lack nur so glänzte, so ist der Park nun ganz schön heruntergekommen und der Lack an vielen Stellen tatsächlich ab. Die Wartung an den Achterbahnen im Generellen lässt zu wünschen übrig, so ist eine Fahrt auf Magnus Colossus mit fehlender Seitenpolsterung der Knie ganz schön brachial, weshalb es für mich kein Wunder ist, dass der Bügel des Intamin ZacSpins Inferno, im Juli dieses Jahres, versagte.

Einen Hinweis darauf, dass besagte Achterbahn zurzeit nicht in Betrieb ist fehlt natürlich auf der Website des Parks, im Park selbst verdecken Bauzäune die Sicht auf die Station der Anlage. Nur von der Schlussbremse der höher gelegenen Holzachterbahn Magnus Colossus kann man die drei  Wagen in der Station sehen. Anzeichen jeglicher Arbeit rund um die Anlage fehlen natürlich.

Während ich bei meinen letzten Besuch im Jahr 2011 nur den hintersten Wagen auf Magnus Colossus testen konnte, immerhin reichte eine Fahrt damals für den Rest der begleitenden Gruppe, und somit nur das merkwürdige Phänomen des stetigen und recht schmerzhaften Wechselspiels zwischen Bügel und Rückenlehne erfahren durfte, interessierte mich doch sehr das Fahrverhalten der anderen Wagen. Zugegebenermaßen war es auch der Grund für einen Zweitbesuch, denn eine endgültige Meinung zu dieser Holzachterbahn fehlte mir. Wie sich dann herausstellte ist eine Fahrt im letzten Wagen auch weiterhin nicht zu empfehlen, weiter vorne hingegen ersparte man sich zumindest das Pendeln, jedoch nicht das dauerhafte Anschlagen der Knie gegen die vorhanden bzw. nicht vorhandenen Seitenpolster. Bei einer Länge von über 1100m ist dieses bei weiten nicht angenehm und lässt selbst Lightwater Valleys Ultimate als butterweiche Anlage dastehen. Wer nun immer noch meint Bandit aus dem Movie Park Germany sei eine grottenschlechte, gar unfahrbare Holzachterbahn der sei herzlichst eingeladen seinen Urlaub inklusive Parkbesuch an der Costa Blanca zu erleben, für eventuell sadomasochistisch veranlagte Folgeschäden übernehme ich jedoch keine Haftung.

Abseits des allgemeinen Zerfalls der Fahrgeschäfte und den Wegfall mehrerer Themenbereiche gibt es eigentlich keine großen Änderungen. Im Allgemeinen ist der Freizeitpark Terra Mitica jedoch nur noch ein Schatten seiner selbst, so dass von einem Besuch abzuraten ist.