The Chip Oil Gambling Experience – Part I


Warum of all the gin joints spielen sich die Geschehnisse des vorliegenden Erfahrungsberichts in Merry Old England ausgerechnet in Drayton Manor ab? Nun, auf einen Park neben einem Birmingham (Alabama Splash Adventure) muss konsequenterweise halt noch ein zweiter solcher folgen. Tatsächlich verhält es sich jedoch etwas ausgefeilter: Tobias hat seine Cousine auf der Hinreise zu einem einwöchigen Sprach- und Schulkulturaustausch nahe Birmingham begleitet und hat in diesem Rahmen natürlich gleifch einen Wochenendtrip nach Blackpool draus gesponnen, zu dem er mich freundlicherweise eingeladen hat. Dieses wohl zweifellos merkwürdigste der englischen Seebäder steht bereits seit 1996 – das war noch vor RCT, werte Leserschaft – auf der Lacront’schen Bucket List. Nachbarskinder haben mir damals unendlich faszinierende Broschüren und die wildesten Erzählungen vom Pleasure Beach mitgebracht – und ich wusste einfach, dass ich da eines Tages unbedingt einmal hin muss! Wo sonst gibt es eine fast 70 Meter hohe Achterbahn direkt am Meer, die mit ihrem Sausewind beinah die teure Casio-Uhr vom Papa der Nachbarskinder auf dem Gewissen gehabt hätte? Doppeldecker-Trams, uralte Woodie- und Arrow-Schätze, unmöglich verschachtelte Darkride-Klassiker und überhaupt ein weltweit wohl kein zweites Mal in dieser Form anzutreffendes Gesamtflair?

Klare Sache, dass ich da mit an Bord sein wollte und alles daran setzte, an diesem Wochenende auch freizukriegen. Hat schliesslich durch gezieltes Schichten-Vorholen super geklappt und beim Planen der Anreise musste ich feststellen, dass ich mit dem Direktflug von Helvetic Airways ab Zürich nicht nur wesentlich zeitsparender, sondern auch um einiges günstiger nach Birmingham kommen würde als in allen anderen Anreisevarianten, drum schlug ich da sogleich zu. Der Haken: damit landete ich am ausgemachten Freitag, dem 7. Oktober bereits um 08.00 Uhr morgens – beinah sieben Stunden vor Tobias und seiner Cousine – in Old Blighty. Was also tun bis dahin? Birmingham als solches bot sich auf den ersten Blick nicht wirklich für ausschweifendes und tagesfüllendes Sightseeing an. Aber wie Tobias richtigerweise bemerkte: da war doch noch was im erweiterten Speckgürtel der Stadt, wofür er durch die nachmittägliche Ankunft und die bereits nebensaisonsgeprägte Schliessungszeit um 17.00 Uhr nicht genug Zeit hatte, mir jedoch als ideal passendes Zeittotschlage- und Horizonterweiterungsprogramm erschien – Drayton Manor. Nachdem die Anreise mit den ÖV und passende Gepäckdeponieroptionen recherchiert waren stand also fest: 2016 würde bei mir als das Jahr aller drei (ja, drei) Intamin Stand-ups in die Geschichte eingehen! Und Tobias würde mich nach der Landung und der Übergabe der Cousine an die Gasteltern vor Ort mit dem Mietwagen abholen, mit dem es danach nach Blackpool gehen sollte. Jolly good! Und da habt ihr ihn nun, den Grund, hier ein Drayton-Manor-Review vorzufinden.

Nach der Landung am Birmingham Airport ging es per Zug zunächst in die Innenstadt – für kostengünstige und seit dem Brexit-Beschluss wechselkursmässig erst recht geschenkte £3.60. Die Tatsache, sich nach dem letzten Besuch 2004 wahrhaftig wieder einmal im Land der grenzenlosen Höflichkeit aufzuhalten, wurde vor allem dadurch augenscheinlich, dass sich der Zugführer per Lautsprecher etwa viermal für die vielleicht achtminütige Verspätung per Lautsprecher entschuldigte. Weil es ein „prublöm“ mit den Türen beim Vorgängerzug gab. In der New Street Station angelangt fand ich durch die minutiöse Vorbereitung mit Google Streetview sofort den richtigen Ausgang und begab mich per Fussmarsch über die Corporation Street zum etwa zehn Gehminuten entfernten Square Peg. Dort würde der alle 15 Minuten verkehrende 110er-Bus der Arriva-Gesellschaft abfahren, der einen in einer runden Fahrstunde in den Vorort Fazeley bringt. Klappte super, zeigte mir ein etwas anderes Birmingham als es die meisten Touris wohl zu sehen kriegen und kostete schlappe £3.70 – absolut zu empfehlen! Vor Ort um zirka 10.00 Uhr angekommen schloss sich noch eine Viertelstunde Fussmarsch in südlicher Richtung entlang der A4091 an, dann stand ich bereits an der Zugangsstrasse zum Park. Nur wenig später war ich am Südeingang angelangt und zückte mein vorab erstandenes und ausgedrucktes Online-Ticket.

Die Reisetasche wollte ich in einem der grossen Gepäckfächer hinter The Burger Kitchen verstauen, die ich ebenfalls mit der eigenartigerweise nur in die Park-Website eingebetteten, nicht aber über Google Maps zugänglichen Streetview-Ansicht des Parks vorausrecherchiert hatte. Pro-Tipp für allfällige Interessenten: für die Tagesmiete vorab unbedingt sechs 1-Pfund-Münzen wechseln, denn entgegen der Angaben auf dem Münzschlitz fallen kleinere Münzen unten einfach immer wieder raus, und wenn eine gewisse Dauer beim Einwerfen überschritten wird aktiviert sich trotz der gewünschten Mietdauer-Eingabe zu Beginn plötzlich die Stundenmiete und irgendein Schliessfach springt dann auf. Nach zwei Fehlversuchen musste ich schliesslich zu Guest Relations gehen, damit mir ein herbeigefunkter und typisch englisch überaus zuvorkommender Locker Attendant schliesslich das zunächst fehlerhaft eingezogene Geld wieder rausfischen und mir schliesslich mit der korrekten Schliessfachgrösse und -mietdauer helfen konnte – Thumbs up for the kind chap!

Dergestalt vom Ballast befreit stand (höhö) einem Ersterstürmen vom eigentlichen Hauptbesuchsgrund für mich, Shockwave, nun nichts mehr im Wege! Und hier zeigt sie sich nun in ihrer ganzen Pracht: die weltweit einzige Zero-G-Rolle auf einer Stand-up-Achterbahn! Ich war unheimlich gespannt darauf, wie sich so eine denn stehend fahren würde!

Schon beim Durchschreiten des Wartebereichs zeigte sich: richtig voll würde es heute wohl eher nicht werden. Es waren zwar ein paar Schulklassen im Park, aber die zogen gegen 15.00 Uhr wieder ab.

Daher reichte es auch völlig aus, dass den gesamten Tag über nur einer der beiden Züge im Einsatz war. Voici donc, La Ronde, le niveau d’affluence approprié d’utiliser qu’un seul train! (Die verstehens da drüben wohl nur so.) Höchst erfreut darüber, heute also keine Aufwärm-Anzeichen eines gewissen frankokanadischen Traumas vorzufinden stellte ich mich in eine der Reihen und war schon ganz gespannt auf die Fahrt! Durch die Schlange in Montréal routiniert zog ich die Konstruktion also so weit runter, dass der Velosattel unter den Hintern passte, danach fädelt man sich mit dem einen Arm in einen feststehenden Schlaufenteil, über die andere Körperhälfte klappt dann ein „L“ runter, das den Schulterbügel schliesslich komplettiert. Ich find irgendwie gar keine Worte dafür, wie scheps und doch raffiniert dieses Sicherungssystem daherkommt.

Layoutmässig ist die Fahrt rasch nacherzählt. Nach einer längeren Gerade und diesem sonderbaren „Stauchungsknick“, den auch Cobra direkt nach der Station aufweist, geht es behäbig den etwa 37 Meter hohen Lifthill hoch. Dort klinkt man sich mittels First-Generation-Pre-Drop aus der Kette aus und saust danach über einen ultraschrullig zweigeteilten First Drop, der aus einer Art Steilkurve, einer flachen Fortsetzung ebenjener auf halber Sturzhöhe und einer anschliessenden flachen Rampe bis ganz nach unten zusammengesetzt ist. Spontan kann ich mich nicht dran erinnern, etwas in so einer Form jemals auf einer anderen Achterbahn angetroffen zu haben – gerade durch die Kehre auf halber Strecke, die das Blut der Fahrgäste nur so in die Beine stösst, ein einzigartiger und abstruser Spass!

Mit den so erreichten 85 km/h schiesst man danach durch einen intensiven Vertikallooping und nimmt auf dessen Einfahrt den einzigen seitlichen Ruckler der ansonsten anständig smooth fahrenden Anlage wahr – merkwürdig auf einer an sich geraden Strecke, aber auch voll nicht schmerzhaft oder so. Im Anschluss wird dann die berühmt-berüchtigte In-Line Spiral durchrollt, die echt alles gehalten hat, was ich mir davon versprochen hatte. Je nachdem ob man links oder rechts in den Viererreihen steht ein komplett unterschiedliches Drehwurm-Erlebnis, das durch die Stehposition einen unfassbar lustigen Zugewinn erfährt – einfach grandios! Hierauf folgt eine ausgedehnte Auslaufgerade entlang der Attraktionsfront, daraufhin wird man überaus flott durch zwei Korkenzieher geschleudert. Wie auch auf anderen damit ausgestatteten Stand-ups einfach herrlich kribbelig zu fahren – hier aber insofern einzigartig, dass gleich zwei hintereinander folgen. Darüber hinaus witzig: der Knick aus der Gerade in den ersten der Corkscrews ist relativ knapp bemessen – kräftemässig wird da erneut ordentlich zugehauen!  Nach einer abschliessenden 180°-Kurve sind dann bereits Schlussbremse und Station erreicht. Wo die sehr freundlichen Ride-OPs jedes Begehren, bei einem leeren Gate für eine Wiederholungsfahrt stehen bleiben zu dürfen aufgrund ihrer Vorschriften jedoch ausschlagen müssen. Was einen aber trotzdem nicht daran hindert, sich mit entsprechender Treppensteige-Ausdauer sofort wieder zurück in die Station zu begeben und womöglich gleich noch beim nächsten Zyklus dabei zu sein.

Shockwave war nicht gross verwunderlich das absolute Highlight im Park und die von mir am meisten frequentierte Zwischenstation an diesem Tag – acht Fahrten dürften es gesamthaft wohl schon geworden sein. Klar könnte man monieren, dass das gute Stück layoutmässig alles andere als einfallsreich ist, aber irgendwie fand ich die kurze und mit gleich vier Inversionen vollgepackte Strecke einfach perfekt so wie sie ist – in einer gewissen Weise bildet diese Intamin-Rarität gleich eine für sich alleinstehende (Das schreibt sich mitunter schon wie von selbst…) Kategorie irgendwo zwischen Riesen-Stand-ups wie Riddler’s Revenge und dem Georgia Scorcher, den ich ja auch schon einmal als Lückenfüller zwischen den grossen und den ganz kleinen Stand-ups bezeichnet hab. Der Hauptanreiz, Drayton Manor als tagesfüllendes Programm vor Tobias‘ Eintreffen anzusteuern, hat jedenfalls nicht enttäuscht und im Prinzip genau das geboten, was ich mir davon erhofft hatte – einen knackigen und durchaus etwas „raueren“ Spitzenrausch! Wobei mit „rau“ hier eben nicht Headbanging oder gar Schläge gemeint sind, sondern diese herrliche oldschoolige Intamin’sche „Metallhärte“, wie sie z.B. auch auf den First Generation Freefalls auftritt. Ich hoffe, ihr könnt mir folgen.

Kurioserweise erhöhte sich hier die effektive Wartezeit bis zur jeweiligen Zugabfahrt mit dem Abziehen der Schulklassen um ca. 15.00 Uhr. Man wartete oft gefühlte zehn Minuten, bis der Zug mal wieder auf die Strecke geschickt wurde. Da spürte man irgendwann doch den Fahrradsattel im Schritt und einen gewissen Nachteil der Stehposition. Da der Zug streng von vorn nach hinten aufgefüllt wurde, bin ich ab da auch nicht mehr über die zweite Reihe hinausgekommen – auf einer der ersten Fahrten nach meinem Eintreffen hab ich es immerhin mal in die fünfte geschafft, was wohl auch Tagesrekord an Mitfahrenden dargestellt haben dürfte. Ich hoffe jedenfalls, dass Drayton Manor diesen einzigartigen Schatz noch lange pflegt und man hier nicht dem Trend der Umstellung (Okay, das war jetzt wirklich der letzte.) auf ein anderes Zugformat folgt.

Der nebenan liegende Maurer X-Car-Coaster G-Force war an dem Tag von 12.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Glücklicherweise hab ich mich kurz vor Mittag zu den ersten in der Warteschlange begeben können, denn hier war die ganze Betriebsdauer über nur ein zwölf Parkgäste fassender Zug im Einsatz, wodurch wohl eine der längsten Wartezeiten im ganzen Park entstanden ist. Nach dem Abzug der Schulklassen allerdings war dann aufs Mal Walk-on angesagt, so dass ich doch noch zu einigen schönen Wiederholungsfahrten kam.

Alles andere wär ja auch schade gewesen, denn wie eine Katze konnte ich gar nicht genug von diesem Knäuel kriegen! Über einen überraschend knackigen Kurvensturz aus der Station hinaus geht es auch schon direkt zur kranksten Stelle der Bahn: einem Looping, dessen erste Hälfte man laaangsam und entsprechend hangtimig per Kettenlift absolviert. Was sonst eher nicht so mein Fall ist, fuhr sich insbesondere durch die wie immer sehr bequemen X-Car-Klappbügel wunderbar verrückt und trotzdem äusserst komfortabel – grandios und vor allem durch die schräge „Schussfahrt in Kopflage“ am Scheitelpunkt noch zusätzlich einzigartig und eindrucksvoll! Es schliessen sich ein ziemlich knapp bekuppter Hügel mit saftiger Airtime an und hierauf eine sogenannte Bent Cuban Eight – im Prinzip aber auch nur zwei sich bezüglich Ein- und Ausfahrten leicht unterscheidende Immelmanns (Immelmänner? Immelmame? Immelmannse? Ich hatte dieselbe Pluraldiskussion schon einmal mit „Kaufland“.), welche direkt aufeinander folgen. Zum Abschluss noch etwas Rumgekurve und schon ist die Schlussbremse wieder erreicht.

Definitiv ein ausserordentlich lustiges Teil und nach Shockwave meine zweitliebste Fahrt im Park! Praktisch, dass die so nah beieinander liegen, so dass ich in den letzten eineinhalb Stunden vor Tobias‘ Eintreffen nach Herzenslust zwischen den Dingern hin- und herwechseln konnte. Wie auch bei der blauen Intamin-Nachbarin stellte das Abwarten von Mitfahrern dann allerdings das grösste Problem dar – hier musste glaube ich zwingend mit mindestens zehn Personen im Zug gefahren werden. Allerdings konnte man hier ja immerhin in den sehr bequemen X-Car-Sitzschalen loungend auf diese warten.

Irgendwann zwischendurch hab ich mal noch den an einer Stelle hübsch über den zentralen See verlaufenden Buffalo Mountain Coaster angesteuert, einen Powered Coaster von Zamperla mit einer Art Indianer-Thema. Witzig und auch etwas eklig: in den Ruhephasen, wo kein Zug über die Schienen gepoltert ist, wurden die Streckenabschnitte in Seenähe oft von Vögeln belagert und ausgiebig zugekackt. Die haben darin wohl bloss einen abenteuerlich geschwungen verlaufenden Dachüberstand oder einen Steg gesehen.

Die punktuellen weissen Sprenkeleien sind dann aber irgendwie auch das Lustigste an der Bahn. Obwohl streckenmässig ja eigentlich nicht einmal wenig geboten wird für einen Powered – die Seehelix, der supereng nebeneinander verlaufende Parallelabschnitt bis dahin, wo überaus klar wird, weshalb hier nur mit einem Zug gefahren werden kann, sowie auch die hinter einer Tujahecke versteckte Zusatzspirale kurz vor der Station – werden die zwei Runden hier mit so einer Schnarchdynamik absolviert, dass es leider einfach heissen muss: einmal fahren und abhaken. Detailnotiz aus dem Tourtagebuch: zusätzlich zum Doppelbügel kommen punkto Sicherung an den Zugseiten noch schwarze „Gummisperrbänder“ zum Einsatz, die gewisse Ähnlichkeiten mit den Gurten an den Zügen von High Roller in Valleyfair bergen.

Schon etwas besser hat mir dann die Premiere auf dem Vekoma Family Boomerang Ben 10 – Ultimate Mission gefallen, der auch das Erstexemplar seiner Gattung ist. Der Anstehbereich ist ziemlich ausladend, düster und man wird mit lauten Soundeffekten nur so bombardiert. Für die Zielgruppe vielleicht etwas einschüchternd? Allerdings hat man bei meinem Besuch eh nicht allzu viel Zeit drin verbringen müssen.

Die Fahrt an sich bleibt zwar durchgängig familienfreundlich, jedoch nicht gerade auf so einem Lahmheits-Level wie beim Büffel-Nachbarn nebenan – besonders in der ersten Kurve war ich vom da auftretenden Druck sogar sehr positiv überrascht! Und die per Raketenexplosions-Effekt eingeleitete Rückwärtsfahrt hat definitiv auch Laune gemacht. Diese Dinger rocken! Von der „Welle“ auf dem Kehrspike hat man zwar nur in den vorderen Reihen etwas mitgekriegt, aber dort mal zum Vergleich Platz zu nehmen war dank durchgängigem Walk-on ja kein Problem. Die recht bequemen Bügel sind rasch zugemacht und durchkontrolliert, was der Kapazität der Anlage sicherlich zugute kommt. Und ausserdem haben die Ride-OPs hier Wiederholungsfahrten und/oder Umsetzen in noch nicht belegte Reihen erlaubt. Da bleibt eigentlich nur ein begeistertes Daumen-Rauf übrig!

Als letztes im parkinternen Coaster-Verbunde wäre dann noch der Gerstlauer Junior-Coaster Troublesome Trucks Runaway Coaster im Thomas Land zu erwähnen, wo ich irgendwann am frühen Nachmittag ebenfalls noch mit Walk-on Platz nehmen konnte. Es werden zwei Runden gefahren; erwähnenswert sind die durchgängig überaus smoothe Fahrweise, die schön ins Terrain eingebettete Schlängelstrecke vor dem Reibrad-Lifthill sowie die nicht zu verachtende bodennahe Kurve im Anschluss an eben selbigen. Jung wie Alt hatten hier einen Heidenspass drauf – abgesehen vom einen weinenden Mädchen in der Zugladung vor uns vielleicht, das wohl doch noch ein Stück zu jung war für sowas.

Allgemein erschien mir das Thomas Land hier als einer der stimmigeren Kinderbereiche, die ich im Rahmen meiner Parkbesuche bislang angetroffen hab. Die Bücher und die TV-Serie sind im englischsprachigen Raum halt auch wesentlich bekannter und erfolgreicher als hierzulande – Drayton Manor hat hier offensichtlich einen Volltreffer gelandet.

Diese ulkige Feuerlösch-Attraktion hätte doch wunderbar nach Silver Dollar City in die dortige Geyser Gulch gepasst. Allerdings bin ich nicht ganz sicher, ob man dort überhaupt noch dieses Stadt-/Feuerwehrthema hat – ich meine mich zu erinnern, bei Screamscape mal was von einer Umgestaltung gelesen zu haben.

Auch die Intamin Freifall-Attraktion Apocalypse wollte zwischendurch mal noch bezwungen sein.

Hier war aber erst einmal etwas Geduld gefragt, weil nur zwei der fünf Spuren überhaupt in Betrieb waren – Sitdown und Stand-up mit Boden. Selbstredend stellten sich fast alle Fahrwilligen für die spannendere Stand-up-Spur an, trotzdem bediente der alleinige Ride-OP die beiden Spuren abwechselnd, auch wenn bei der Sitdown-Variante oft nur eine Einzelperson oder gar niemand anstand. Das hatte doch tatsächlich eine gut 25-minütige Wartezeit für die Stand-up-Spur zur Folge, die mich im Endeffekt dann gar nicht sooo begeistert hat. Selbstverständlich fährt der freie Fall – wie auf allen Intamin-Türmen eigentlich – durchaus lecker ein, allerdings hab ich mir vom Tilt-Effekt irgendwie mehr versprochen und da ich mit den Schultern genau das obere Ende der Bügel berührte, erlebte ich ein recht „eingekesseltes“ Fallerlebnis. Hier muss ich definitiv mal noch für die Floorless-Spur zurückkehren, die wohl bereits für die Winterpause in Planen eingepackt war.

Erwähnenswert ist aber noch der Ablauf des Beladevorgangs auf der Stand-up-Spur: alle Sattel sinken nach dem Verlassen der Vorgänger zunächst in die tiefstmögliche Position, so dass man, wenn man dann selbst dran ist, ziemlich ungemütlich kauernd auf dem Fahrradsattel Platz nehmen muss. Erst nach dem in dieser Stellung erfolgten Schliessen des Bügels und der Gurtkontrolle werden die Konstruktionen schliesslich nochmals entriegelt, so dass man die Beine dann langstrecken und schlussendlich korrekt stehen kann. Das erfordert aber durchaus etwas Stemmkraft von Schultern und Beinen.

Noch ein Intamin-Ride im Park ist ein bisschen an meinen wohl zu hohen Erwartungen gescheitert, und zwar der Gyro Swing Maelstrom. Generell bin ich eh nicht so der Fan von solchen Dingern, so dass ich auch nur begrenzt Vergleiche ziehen kann, aber irgendwie hat mir hier einfach ein wenig die Power und vor allem Drehung gefehlt. Der Druck im „Pendeltal“, wenn man so will, ist zwar überaus anständig, aber durch die nur langsam erfolgende Eigenrotation per Durchgang variierten die Visuals je Schwungvorgang nur ganz minim. Man hat im Verlaufe des durchaus ausgiebigen Zyklus zwar jede „relevante“ Position einmal eingenommen, aber trotzdem hab ich da Anlagen anderer Hersteller insgesamt betrachtet schlicht etwas interessanter und mit mehr Pfiff in Erinnerung. Aber noch einmal: das heisst aus meinem Munde auch nicht unbedingt viel.

Etwas rufgerechter verhielt sich die berüchtigte Wildwasserbahn direkt gegenüber, Stormforce 10. Wobei diese ja eigentlich keine reine Intamin-Kreation, sondern eine von Bear Rides darstellt. Faktisch sind die jedoch auch irgendwie so halbwegs in Intamin aufgegangen – von den Booten und der ganzen Aufmachung der Anlage her hätte ich keinen grossen Unterschied erkannt, wenn ich nicht nochmals nachrecherchiert hätte.

Hier bin ich auch erst mitgefahren, als die ganzen Schulklassen schon wieder weg waren, daher hatte ich ein Boot ganz für mich allein. Der Ride-OP wies mich an, zwecks bester Balance in die Mitte der dritten Reihe zu sitzen, wodurch ich dann eigentlich nur beim Rückwärts-Drop etwas nasser wurde – bei den anderen beiden blieb es bei ein paar Spritzern auf die Arme. Aber ehrlich gesagt war mir das auch ganz recht, denn noch mehr vom eklig schwarzen und ungesund schäumenden Seewasser hätte ich wohl eh nicht abbekommen wollen. Durch die Nähe zum Schliessfach hab ich danach das Sweatshirt gegen die Jacke getauscht, wodurch ich auch schon fast wieder trocken war – ein Haystack-Dryer würde dann erst am Folgetag nötig werden.

So oder so aber eine beeindruckende Anlage, schon alleine vom Layout her – definitiv eine der besseren Vertreterinnen ihrer Art!

Das Rafting Splash Canyon hab ich dann aber doch lieber ausgelassen. Man soll sein Glück ja nicht herausfordern. Das Tollste sind hier eh die fetten Stützen für die darüber verlaufende Shockwave!

Durch den überraschend weitläufigen zugehörigen Zoo bin ich auch noch rasch spaziert.

Bei der Madhouse-Attraktion The Haunting gab es die zweitlängste Wartezeit des Tages, da nur ein Mitarbeiter sämtliche Besuchswillige durch die beiden Pre-Show-Räume und alle Gänge des Pfarrhauses dazwischen führte. Und auch nach der eigentlichen Schaukel führte er einen wieder raus – alles in allem wohl ein zirka 20-minütiger Zyklus, zumal der eine Pre-Show-Film gar nicht mehr aufhören will. Die eigentliche Illusionsschaukel ist für einen Park dieser Grössenordnung aber ganz ordentlich aufgezogen – v.a. die Musikuntermalung ist herrlich schaurig und passend. Wenn man also übers ganze Vorgeplänkel wegsehen kann: nettes Ding, das man nicht verpassen sollte.

Den 4D-Film mit Yogi Bear nebenan hab ich auch noch rasch mitgenommen, da ich gerade zu einer Spielzeit dazu gestossen bin. Bis auf die Popcorn-Spuck-Sequenz und die Wasserfall-„Schreiszene“ fand ich sowohl den Streifen als auch die Effekte einfach nur platt und grottenschlecht. Da half auch das Staraufgebot nichts mehr – Yogi und Boo Boo werden wie im Spielfilm von 2010 von Dan Aykroyd und Justin Timberlake gesprochen. Aber zum Glück wechseln diese Filme hier ja offenbar regelmässig.

Aus einer beschaulichen Eisenbahn-Fahrt während der einen Regenphase wurde leider auch nichts da der Zug in der Kehrschlaufe hinter Shockwave einfach stehen geblieben ist und die Passagiere dann irgendwann zu Fuss über die Gleise in den Park zurück geführt wurden. Ein Walkback sozusagen.

Und damit wäre der Bericht über Drayton Manor auch schon an seinem Ende angelangt. Kurz darauf erreichte mich die SMS von Tobias, dass er nun unterwegs sei und mich bald am Park abholen würde. Irgendwie ist es gar nicht so leicht, über Drayton Manor ein aussagekräftiges Urteil zu fällen. Einerseits stehen hier zweifellos einige tolle Attraktionsperlen – Shockwave, G-Force, das Thomas Land, Apocalypse, Ben 10 oder auch Stormforce 10. Andererseits trifft man auch viel Mittelmässiges oder aber gewisse „Nebensaisons-Erscheinungen“ an, was sich dann in unvorteilhaften Betriebsweisen und Pflegezuständen der Attraktionen bemerkbar macht. Für mich persönlich aber war der Besuch hier gleichwohl ein ideal passender Tagesfüller vor Tobias‘ Ankunft – alleine die tollen Fahrten auf Shockwave werde ich in allerbester Erinnerung behalten. Insofern: kann man machen, wenn man eh in der Gegend ist, muss man aber auch nicht zwingend. Denn die ganz grossen Kracher stehen in England schon eher woanders.

Gegen 17.00 Uhr rollte Tobias mit unserem fahrbaren Untersatz für die nächsten Tage am Parkhotel vor – einem für England farblich natürlich unglaublich passenden Fiat 500 in Minzgrün! Ich taufte ihn direkt mal auf die liebevolle Bezeichnung „rollender Kaugummi“, denn nicht nur legten dies Form und Farbe ja nahe, sondern auch das Nummernschild begann zu allem Überfluss noch mit „WRI6“. Wiedersehens-Freude und eine gewisse Skepsis hielten sich nach meinen Erlebnissen mit diesem Fahrzeugtypus im Sommer ’15 natürlich die Waage. Allerdings hatte ich hier ja den Vorteil, nur als Beifahrer fungieren zu müssen – Tobias hat durch sein Austauschjahr in Portsmouth zum Glück ja einiges an Erfahrung im Linksverkehr mitgebracht und hat die ja eh nicht übermässig vielen Streckenkilometer nach Blackpool und weiter zum Manchester Airport souverän alleine gemeistert – an dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür!

Nun fuhren wir also in Richtung Blackpool, in gut gelauntem Fachsprech über Coaster, Reisen, Serien und soziale Beobachtungen plappernd. Und natürlich von diesem aufregenden Flair begleitet, jemanden den man bislang nur aus dem Internet kannte mal live reden zu hören. Nach runden zwei Stunden Fahrt erreichten wir bald unser vorreserviertes B&B, das Windsor House Hotel in der Nähe des Bahnhofs Blackpool North. Im Anschluss ans Abladen unserer Sachen ging es zunächst ins The Albert and the Lion zu einem längst nötigen und leckeren Abendessen und danach noch auf einen ausgiebigen Spaziergang entlang der berühmten Blackpool Promenade, fast bis zum Pleasure Beach runter. Die berühmten Illuminations waren bereits in vollem Gange. Dieser Umstand erklärte auch die anständige Touristenfülle während unserem Wochenende im Ort – was den eigenartigen Charme und die merkwürdige Anziehungskraft dieses Orts gleich noch mehr unterstrich.

Mehr dazu dann im zweiten Teil, der sich um unsere Abenteuer am Amüsierstrand, im Sandcastle Waterpark und an allerhand anderen Schauplätzen in diesem britischen Atlantic City drehen wird. Bis dahin: vielen Dank fürs Lesen!

Steht auf, wenn ihr in Drayton Manor seid!


In der Nähe der Stadt Tamworth in einer kleinen Ortschaft namens Drayton Bassett gelegen befindet sich der Freizeitpark Drayton Manor. Dieser oftmals, vor Allem für sein Publikum kritisierte, Park bietet einige interessante und seltene Fahrgeschäfte und kann durch seine beeindruckende Anzahl von Intamin Fahrgeschäften fast schon als Intamin Showcase genannt werden.

Betritt man den Park durch den Haupteingang kann man zu seiner Linken das Aushängeschild des Parks sehen mit welchem der Park seine neue Zielgruppe definiert. Das Thomas-Land besteht aus mehreren kleinen Attraktionen zur beliebten Kinderserie Thomas und seine Freunde.

Zu den größeren Fahrgeschäften in diesem Bereich zählt eine passend gestaltete Zugfahrt welche ihre zweite Station im Zoobereich des Parks hat, sowie die kleine Gerstlauer Achterbahn Troublesome Trucks Runaway Coaster. Die Fahrt an sich beginnt mit einigen Kurvenwechseln bevor man endlich den Lift erklimmt um die rasante Fahrt einzuleiten, welche unter anderem einen sehr lustigen Umschwung aufweisen kann. Für Kinder ist diese Junior Coaster Anlage ideal und bietet dabei eine hervorragende Laufruhe.

Gegenüber dem Thomasland kann man der ersten Intaminanlage einen Besuch abstatten. Das Maelstrom benannte Fahrgeschäft vom Typ Gyro Swing kann man am besten als eine HUSS Giant Frisbee auf Extasy bezeichnen. Die Brachialität mit der die Anlage beschleunigt ist kaum mit einer artverwandten Anlage zu vergleichen, nur leider ist weder die Drehung des Gondelträgers, sowie die Airtime nicht so ausgeprägt wie bei einer Zamperla Giant Discovery.

Erstaunlicher Weise erst einige Jahre nach dem Gyro Swing wurde die Schiffschaukel des Parks gebaut. Auch hier handelt es sich um eine von Intamin erbaute Anlage, welche den Produktnamen Bounty übernommen hat. Wie auch die Drehschaukel beschleunigt die Anlage ziemlich rasant kann aber leider nicht die Kräfte der gleichnamigen Schiffschaukel des Heide-Parks, vor Ihrer Verstümmelung durch HUSS, aufweisen.

Neben einem typisch englischen Pferdekarussell kann man eine recht interessante Rundfahrt mit den altbewährten Chance C.P. Huntington Zügen absolvieren. Während der Fahrt bekommt man nicht nur gute Eindrücke von den Hauptattraktionen Shockwave, Stormforce 10, Splash Canyon und G-Force, sondern erfährt auch das der Park früher mal ein Wirstband System vorweisen konnte.

Die letzte Attraktion des als Fisherman’s Wharf bekannten Parkteil, zudem man zumindest gestalterisch auch Maelstrom, Shockwave und die darunter liegende Raftinganlage zählen könnte, bildet die Wasserbahn Stormforce 10. Hat man die schön gestaltete und, typisch englisch, viel zu lange Queueline überwunden findet man sich in der für eine Wasserbahn recht hoch gelegenen Station wider.

Nachdem man in den Booten Platz genommen kann die Fahrt auch schon beginnen. Freudig der ersten Schussfahrt immer näher rückend wird man kurz zuvor angehalten und hinter sich schließt sich ein Tor. Der nachfolgende Effekt kommt absolut unerwartet und überraschend daher und endet wie zu erwarten im kühlem Nass. Vorbei an Wasserfällen geht es in Richtung der zweiten Auffahrt, wo an dessen Ende der Drehteller wartet, um den kurzen und fiesen Rückwärtspark einzuleiten. Das Fiese dabei ist jedoch nicht der Nässegrad, sondern die Wucht mit der das Boot gebremst wird, weshalb die Fahrt definitiv nicht für jemanden mit einem schwachen Rücken geeignet ist. Nachdem man wieder gewendet wurde und die Station unterquert hat geht es auch wieder in luftige Höhen hinaus um dann im Schneckentempo irgendwann zum Doppeldrop zu gelangen, welche die Anlage würdevoll seinem Ende näher bringt.

Die von Bear Rides erbaute Anlage sollte man am besten als eine Wildwasserbahn betrachten, denn den Nässegrad eines Spillwaters bzw. Shoot the Chutes sollte man hier nicht erwarten. Bedenken sollte man hierbei jedoch das englische Wildwasserbahnen in der Regel überdurchschnittlich Nass im Vergleich zu deutschen Anlagen sind. 

Erwartet trocken geht es in der Raftinganlage Splash Canyon zu, welche lustiger Weise die Mitfahrer vor einer durchnässenden Fahrt warnt. Die Anlage selbst ist recht schön gestaltet und kann, ähnlich wie Thorpe Parks Rumba Rapids, ein sehr ausgeprägtes Wellenbecken aufweisen. Sollte man das Glück haben von einem der zahlreichen Stormschnellen befeuchtet zu werden so kann man sich sicherlich auch über die Wasserstrahldusche gegen Ende der Fahrt freuen, sofern diese einen überhaupt erwischt.

Einige Meter über dem Drehteller der Raftinganlage befindet sich die Station des einzigen Stand-Up Coasters in Europa. Nachdem man die schön gestaltete Queueline mit all seinen Treppen hinter sich gelassen hat und gerade ein Zug zur Verfügung steht darf man auf irgendeine Art versuchen seinen Sitz zu besteigen, was gerade bei kleineren Kindern recht lustig anzuschauen ist. Nachdem sich der Sitz langsam gesenkt hat, so dass man wieder auf seinem Füßen steht und der zwei geteilte Bügel, wie auch die Stehreihe, arretiert ist bewegt man sich auch schon gemächlich dem Lift entgegen.

Der recht seltsame First Drop endet in einem schön intensiven Looping, woraufhin einem in der Zero-G Roll versucht wird den Boden unter den Füßen zu entziehen. Das Gefühl über eine Raftinganlage eine Rolle zu vollziehen ist schlichtweg genial, zumal es die Angst während der Fahrt irgendetwas aus den Taschen zu verlieren drastisch erhöht. Die zwei darauf folgenden Korkenzieher bilden den krönenden Abschluss einer rundum ausgewogenen Fahrt, welche nicht länger sein dürfte. Das Fahrgefühl ist wirklich mal was anderes und so ist es doch recht Schade, dass es nur eine einzige Anlage dieser Art in Europa gibt. Auf Grund der leeren Warteschlangen während des Besuchs fanden die Fahrten auf Shockwave leider nur in der ersten Reihe statt, weshalb das Fahrgefühl der anderen Reihen nicht in die Bewertung einfließen konnte.

In direkter Nähe befindet sich eine Achterbahn aus deutscher Produktion, welche leider keine Einheit mit den umgebenden Attraktionen bildet, sondern etwas ganz anderes darstellt und somit die Grundlage für den Themenbereich Action Park bildete. Die musikalische Untermalung in der Warteschlange, welche das Bodenniveau des Stationsgebäudes einnimmt, ist überragend und schafft eine hervorragende Einheit mit der Achterbahn. Sobald man die Treppen hinter sich gelassen hat kann man in den Maurer Söhne X-Cars Platz nehmen und bei Bedarf einige Minuten auf seine Mitfahrer warten.

Nachdem man die erste Abfahrt hinter sich gelassen hat geht es den seltsam geformten Lift hinauf um dann eine noch seltsamere, aber geniale, Abfahrt zu absolvieren. Auf den darauf folgendem Hügel kann man schön ausgeprägte Airtime erleben, bevor die kubanische Acht die Fahrt abrundet. Entgegengesetzt zu dem Sky Wheel aus dem Skyline Park oder Abismo aus dem Parque de Atracciones de Madrid bietet G-Force eine rundum zufriedenstellende Fahrt, welche darüberhinaus eine sehr hohe Laufruhe vorweisen kann. Leider besteht auch hier das Problem mit den Bügeln, welche sich ab und zu ziemlich unangenehm den menschlichen Körper anpassen.

Etwas abseits gelegen befindet sich die Bootsthemenfahrt Pirates Adventure aus dem Hause Mack Rides. Die Fahrt selbst ist schön gestaltet, jedoch fehlt es, wie dem meisten Piratenthemenfahrten an dem gewissen etwas, was so auch nur Disney zu schaffen vermag ist. Leider sind die Effekte eher spärlich gesetzt, die Beleuchtung an manchen Stellen zu dunkel und die Musikuntermalung ist so wenig dominant, wie die unverkleidete Hallendecke hervorsticht.

Die neueste Achterbahn des Parks bildet die kleinste Boomerang Variation aus dem Hause Vekoma, welche ganz der Cartoon Network Serie Ben10 Alien Force gewidmet ist. Warum man sich gerade für die zweite, weitaus schwächere Serie entschieden hat bleibt ein Rätsel, die Achterbahn jedoch kann von Beginn der Queue überzeugen. Die Fahrt ansich ist rasant und vor allem bei der Vorwärtsfahrt recht intensiv unterwegs. Der Rückwärtspart fällt dann leider doch recht sanft aus, wenn man jedoch bedenkt für wen diese Achterbahn erschaffen wurde ist dieser Umstand absolut vertragbar.

 Vorbei an dem 4D Kino des Parks, wo in diesem Jahr ein Film über den kleinen Prinzen gezeigt wird, geht es auf einem kleinen Weg zu einem kleinen Herrenhaus, wo auch schon Forschungsteam auf uns wartet, damit wir die paranormalen Aktivitäten des Hauses etwas aus der Nähe betrachten können. Die Geschichte des Hauses wird einem durch Videoaufzeichnungen hervorragend nähergebracht, aber auch die anderen Pre-Show Räume tragen gut dazu bei. Der Hauptraum wirkt im Vergleich zu anderen Vekoma Anlagen recht klein, ist dafür recht gelungen gestaltet. Die Musik während der Fahrt ist leider leicht monoton, aber stimmungsvoll, der Drucklufteffekt der umher fliegende Fledermäuse simulieren sollte funktionierte nicht überall und der Effekt am Ende der Fahrt ist einfach nur unnötig. Im Gesamten gesehen ist the Haunting ein gutes Mad House von Vekoma, kann aber leider nicht an das Hotel Embrujado aus dem spanischen Parque Warner heranreichen, womit es sich noch am ehesten vergleichen ließe.

Besteigt man langsam den Hügel findet man neben den wunderschön gestalteten Intamin Drunken Barrels, welche zum Zeitpunkt des Besuchs leider defekt waren, die interaktive Themenfahrt Wild West Shoot Out. Diese kleine von Zamperla gefertigte Anlage bietet eine absolut lohnenswerte Fahrt, welche nicht nur sehr schön gestaltet daherkommt, sondern auch einige witzige Effekte vorweisen kann.

Oben auf dem Hügel befindet sich mit dem Grill Inn ein Restaurant, welches nicht nur Parkgästen offen steht und wahrscheinlich erst einige Zeit nach dem Parkschluß ordentlich zulauf findet. Auch das schöne, wenn auch von außen betrachtet eher schlichte, parkeigene Hotel kann man hier finden. Würde die Seilbahn laufen könnte man hier als Parkgast noch eine Runde Minigolf spielen.

Auf etwa halber Höhe der kleinen Ansteigung befindet sich der Eingang zu Apocalypse, einem der besten Freifalltürme Europas. Der 54m hohe Turm bietet fünf Spuren, wovon jeweils zwei die normalen Gondeln und die Stand-Up Gondeln mit Flur besitzen, die letzte Gondel ist eine Stand-Up Gondel ohne Flur. Für den wirklichen Freifallturmliebhaber kommen natürlich nur die Stand-Up Gondeln in Frage, verstärken sie das Fahrgefühl doch ungemein, jedoch sei gesagt, dass auch die normalen Gondeln überzeugen können. Während die Stehgondel ohne Flur einfach nur überragend ist, sind die Stehgondeln mit Flur etwas seltsam aufgebaut. Nachdem der Bügel geschlossen wurde muss man hier seinen Platz nach oben schieben, so dass man irgendwann in der richtigen Position steht.

Apocalypse verhält sich ähnlich dem Freifallturm La Lanzandera aus dem Parque de Atracciones de Madrid und kann im Gegensatz zu den größeren Versionen wie Huracan Condor schlichtweg überzeugen. Der Fall ist atemberaubend und intensiv, nur leider wird die Gondel schon ziemlich früh beim Hochfahren in die Tiltposition gebracht.

Eine weitere Ebene tiefer befindet sich neben dem Riesenrad das Fabbri Pandemonium mit Namen Pandemonium. Hierbei handelt es sich im Grunde um eine schön gestaltete und deutlich größere Anlage eines Cataclysm aus gleichem Hause. Der Freiheitsgrad dieser Überkopfschiffschaukel ist wie bei der Flying Oil Pump aus dem Zoo Safari- und Hollywoodpark Stukenbrock einfach nur hoch, denn im Gegensatz zu anderen Herstellern wie HUSS oder Mondial gibt es hier keinen Beckenbügel der einen versucht durch ausreichend Druck im Sitz zu halten. Die Fahrt selbst ist  gut, könnte aber mehr Überschläge haben, hier wäre der Fahrablauf der Flying Oil Pump schlichtweg überragend gewesen. Während der Fahrt ist im Übrigen darauf zu achten nicht zu schreien, denn der Park möchte sich nicht bei seinem Nachbarn unbeliebt machen und darauf weist er auch ziemlich deutlich hin.

Die letzte Intaminanlage des Parks ist eine Kettenflieger Variation mit Namen Flying Dutchman. Hier fliegt man in an Stahlseilen befestigten Booten durch die Luft, was durch die Neigung der Sitze doch sehr entspannend ist.

Die letzte Achterbahn des Parks ist ein Zamperla Powered Coaster mit Namen Buffalo Coaster. Die Fahrt an sich ist zwar nicht sonderlich spektakulär, aber durchaus zufrieden stellen, denn so langsam wie die Anlage auf Videos wirkt ist sie dann glücklicher Weise doch nicht. Auch die Größe der Anlage wirkt auf Bilden deutlich größer als sie in Wahrheit dann doch ist.

Der Zoo des Parks ist recht groß geraten und befindet sich weit genug von den Fahrgeschäften des Parks entfernt. Hier kann man neben Wildtieren, wie man sie oftmals in Freizeitparks mit Tiergehegen findet, auch exotischere Tiere entdecken. Bemerkenswert ist neben der Anzahl von Eulen, das Gehege der Erdmännchen und das der Lemuren. Beide Tierarten waren recht erstaunt darüber was die anderen Tiere in ihrer Umgebung gerade so gemacht haben. Der Zoo selbst ist gut vergleichbar mit dem Zooteil aus dem Tier- und Freizeitpark Thüle, aber auch dem aus Chessington – World of Adventures.

Im hinteren Teil des Zoos kann man neben einem Thomas Museum, welches im Grunde nur eine größere Modelleisenbahn ist, noch einige zur Thematik passende Attraktionen finden, aber auch Drayton Manors Version von Cedar Fairs Dinosaur Alive kann hier bestaunt werden. Zwar hat man den Animatronikgedanken von Anfang an weggelassen und verzichtet darüber hinaus auf eine Upcharge Gebühr, dennoch ist der kleine Rundgang mit seinem ganzen Darstellungen durchaus seine Zeit wert und macht selbst um einiges mehr her als Niglolands Dinosaures Aventure, welcher jedoch durch Animatroniks punkten kann.

Drayton Manor selbst ist ein guter Freizeitpark mit zumindest in Europa ziemlich einzigartigen Attraktionen. Die Laufruhe aller Attraktionen ist vergleichsweise ziemlich hoch und bis auf kleinere Ausnahmen kann sich jedes Fahrgeschäft sehen lassen. Es wäre schön zu sehen wie sich der Park in den nächsten Jahren entwickeln wird, denn hier besteht eindeutig noch sehr viel Potential.