The Chip Oil Gambling Experience – Part II


Nach meinem Zeitüberbrückungs-Besuch in Drayton Manor hat mich Tobias also ausserhalb von Birmingham aufgegabelt, um uns mt dem rollenden Kaugummi schliesslich zur Hauptdestination dieses Wochenend-Trips zu bringen: Blackpool. Wie bereits geschildert schloss sich nach dortiger Ankunft ein äusserst prägnante Ersteindrücke von diesem Ort as strange as Blackpool vermittelnder Abend an, hernach ging es zurück im Zimmer auf der gefühlt vierten Etage des Windsor House Hotels angelangt schon bald in die Federn, um genug Energie für den morgigen Marathon am Amüsierstrand zu haben..

Durch eine ausgesprochen frische Dusche erquickt (bitte lest das so euphemistisch wie nötig) und ein typisch englisches Frühstück gestärkt ging es gegen 09.30 Uhr dann also endlich los zum schon lange im Hinterkopf rumschwirrenden Traumziel so gut wie aller Achterbahn-Enthusiasten: zum weltberühmten Blackpool Pleasure Beach! Und ja: in dieser der einzig wahren Wortstellung, bitteschön – nicht in diesem unsäglichen „Pleasure Beach Blackpool“-Experiment oder gar der Chabis-Variante mit dem Komma dazwischen. Nachdem unserem rollenden Kaugummi vor Ort auf dem Stellplatz eine passgenau kleine Ecke zugewiesen worden war, marschierten wir also ins Casino Building am Parkeingang, um unsere online vorreservierten Wristbands zu erstehen. Wo im Vorfeld der Reise wohl öfters mal die diesbezüglichen Server gestreikt hatten, war ich umso glücklicher darüber, irgendwann schliesslich doch einmal einen Zeitpunkt erwischt zu haben, wo die Transaktion endlich geklappt hat – und erst noch mit einem sensationellen „2 for £30“-Promo-Code, den ich zuvor rasch ergooglet hatte. Umso konsternierter war ich dann, als ich am Schalter gefragt wurde, wo denn der dazu nötige Coupon bleibe. Keine Ahnung, was ich da für einen Promo-Code erwischt hatte, aber es muss sich wohl um irgendeine Vergünstigung eines Supermarkt-Treuepunkte-Programms gehandelt haben. Jedenfalls hat man schlussendlich mehr oder minder unkompliziert einfach den regulären Online-Preis von je £23 für unsere beiden Wristbands verrechnet, auf den wir es ursprünglich ja auch mal abgesehen hatten und immer noch eine Ersparnis von £7 pro Person im Vergleich zum Kauf an Ort und Stelle aufwies – angesichts der Angebotsvielfalt eh voll in Ordnung.

Nunmehr also mit den Freipässen für grenzenlosen Coasterspass am Handgelenk ausgerüstet wird an den Drehkreuzen des Eingangsportals zum ersten von vielen Malen das Barcode-Scannen geübt – und kurz darauf stehen wir tatsächlich auf dem Parkgelände des famosen Blackpool Pleasure Beach! Ich konnte es kaum fassen! Die Überwältigung des Erstbesuchs ist auch nach ausgiebigem Fotostudieren, Streetview-Auskunfschaften und POV-Bingewatching schlicht der Wahnsinn! All die grossen Achterbahnen leuchten uns am noch etwas wolkenverhangenen Himmel entgegen… Musik, Gelächter, der Duft nach Zuckerwatte (Die hier eben candy floss und nicht cotton candy heisst!), Chaindog-Symphonien, kühle Meeresluft… Einfach wunder-wunderschön! Und Frittieröl-Schwaden aus jeder Ecke, wie in ganz Blackpool irgendwie! Keine Ahnung, wie Uhrwerk-Alex darauf kommt, das in seiner Eunuchenpuddings-Arie als Provokation gegen Billy Boy in poison einzubauen – wie man sehen kann diente uns diese eigenartig den ganzen Ort ausfüllende Begleitausdünstung nicht nur als Tournamen-Inspiration, sondern steht auf eine schrullige Weise auch treffsicher sinnbildlich für den ganzen Ort und seinen berühmtem Freizeitpark. Worauf ich – so glaube ich zumindest – hinaus will: der Ersteindruck hat alle Wahrnehmungskanäle geflasht. Das Gros der hiesigen Leserschaft wird sich ja gut vorstellen können, wie das so ist, lange gehegte Parkdestinations-Träume endlich erfüllt zu sehen.

Die erste Station hätte eigentlich die Big One werden sollen, der durch zwei Vorbesuche etwas routiniertere Tobias schlug dann aber sinnigerweise das andere rote Arrow-Teil gleich daneben und die Neuheit dieser Saison, den Gerstlauer Sky Fly Red Arrows Skyforce zum Tageseinstieg vor. Die Skepsis, ob das auf ein grosszügiges Full English Breakfast rauf so eine gute Idee sei wich schliesslich der Erkenntnis, dass die Dinger ja von Natur aus nicht so die tollste Kapazität aufweisen – schon nach einem Zyklus sassen wir demnach tatsächlich drin und sicherten uns mit den wie immer sehr bequemen Schulterbügel-Modell von Gerstlauer. Tobias sass im seiner Ansicht nach am optimalsten sportbaren Flugsitz hinter mir und hätte mir eigentlich Tipps zum Erreichen des Endlos-Drehwurms zuschreien wollen, um die Peino-Performance damals im Nigloland wieder auszugleichen. Allerdings war er dann irgendwann zu sehr mit seinen laut eigener Aussage 96 (!) Überschlägen beschäftigt, dass daraus nichts mehr wurde. Ich wiederum mühte mich trotz letztmalig von Robert verlinkter Anleitung wieder erfolglos ab – ich hab glaube ich zwei Überschläge geschafft und etwa eineinhalb Runden in Kopfüberstellung verbracht, ohne den entscheidenden Rechtsabknicker doch noch zu schaffen. Dreimal sind mir auch die Griffe der Flügel aus den Händen gerutscht, so dass ich die erst einmal wieder „einsammeln“ musste – und da begann auch schon das abschliessende Fixieren und Wieder-Absenken der Flugkisten. Ich hab da wohl einfach kein Talent für oder schlicht Pech mit den Dingern – aber nun ja, aller guten Dinge werden drei sein müssen.

Als nächstes war die überaus passend benannte grosse Eine an der Reihe! Obgleich seit fünf Jahren nun sprudelsponsorenlos wird sie für mich persönlich immer die Pepsi Max Big One bleiben. Zumal die Dose, durch die man vorm Lifthill durchrollt, ja immer noch da ist und auch fesch das entsprechende Logo trägt.

Im späteren Verlauf meiner Coasterkarriere, als Coasterforce, RCDB und Konsorten mich mit dem nerdigen Teil des Fanwissens ausstatteten, war ich zugegebenermassen schon etwas enttäuscht darüber, dass man den roten Koloss an der irischen See eine lange Zeit über mit falschen Höhenwerten beworben hat und dies zumindest am Lifthill selbst immer noch tut. Die tatsächliche Höhe überm Boden beträgt 65 und nicht 72 Meter – letzteres würde nur vom Meeresspiegel aus gemessen stimmen. Aber vor Ort ist das freilich komplett egal – der Anblick des riesenhaften Lifthills haut einen einfach nur um!

Tobias hatte mich im Vorfeld unseres Besuchs noch gefragt, ob bei Magnum XL-200 in Cedar Point auch mit „Gewichten im Zug“ gearbeitet würde, aber erst vor Ort wurde mir dann klar, was er eigentlich damit gemeint hat: während der eine Zug von Betriebsbeginn weg schon alle 30 Plätze besetzen durfte, wurde der andere sechserwaggonweise von vorn nach hinten freigegeben – immer wenn dieser in der Station stand, wurden beim nächsten freizugebenden Waggon sechs Sandsack-Konstrukte aus den Sitzen entfernt und dann mit sechs weiteren Passagieren beladen. Faszinierend irgendwie, das hab ich so noch nirgends sonst angetroffen.

Und kurze Zeit später war es dann soweit: auch wir durften nun in einem der vorderen Waggons Platz nehmen, und zwar in einem des schon von Anfang an auf Volllast beladenen Zugs. Gurte und Bügel waren mir bereits von Ohio her bekannt – die Spannung stieg ins Unermessliche! Endlich rollten wir dann aus der Station, durch die Aludose und schliesslich den gigantischen Lifthill vor dem Meereshorizont hoch. Wahrlich unbeschreiblich – unbestreitbar besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit der kleinen Schwester Magnum am Eriesee, und doch geschieht das Hochziehen vor einem „richtigen“ Salzwasser-Meer dann doch irgendwie mit einem Zusatzmass an Nervenkitzel. Gut möglich, dass es auch bloss daran lag, nun wahrhaftig in einer seit gut zwei Dekaden antizipierten Achterbahn zu sitzen, die zudem noch einen legendären First Drop als Auftakt besitzt.

Bald erreichen wir den höchsten Punkt und unweigerlich senkt sich der Blick runter in Richtung Strand und Ocean Boulevard. Egal von wo aus nun genau vermessen – das ist so hoch und luftig, dass einem unweigerlich schwindlig wird, erst recht beim Anblick dieser absurd vertwisteten ersten Schussfahrt direkt vor einem! Es gibt kein Zurück mehr: die Hände werden todesmutig in die Höhe gestreckt, während sich der Zug nun mit polternder Grazie in die gähnende Tiefe schraubt, dabei 120 Sachen erreicht und seine Insassen im Tal mit reichlich Quetschdruck beschenkt. Und sie bleiben oben, während man sich streckenmässig nun reichlich unspektakulär, vom Fahrerlebnis her jedoch mit unvergleichlichem Temperament an der Küste entlang hügelt. Der Fahrtwind, die Aussicht, der Speed, das Jauchzen, das Rauschen, die Freude! Einfach nur bombastisch! Völlig egal, dass die Hügelkuppen nur begrenzt Airtime aufweisen – die Pepsi Max Big One besticht in diesem Teil schlicht durch ungezähmte Mordsgeschwindigkeit, die in diesem visuell eben noch zusätzlich eindrucksvollen Küstenlagen-Umfeld gleich noch mehr einfährt. Unfassbar lustig sind auch die beiden „schrägen“ Hügel auf der Retourstrecke des Out-and-Backteils nach dem imposant die Parkfront überspannenden Turnaround – eine selten geniale Kombi von Airtime und seitlichen Gs!  Nach etwas Interaktion mit dem Big Dipper rattert man schliesslich durch die Zwischenbremse, absolviert über dem Chinese Puzzle Maze behäbig eine hochgelagerte Helix und donnert zum Finale dann zwischen Steeplechase und dem Nickelodeon Streak in ein Tunneltal, aus welchem man daraufhin direkt in die Schlussbremse aufsteigt. Was für ein Ritt!

Beim Warten auf eine Wiederholungsfahrt am Nachmittag konnten wir einen Radwechsel an einem in der Schlussbremse stehenden Zug bei laufendem Betrieb beobachten. Aber auch damit betrug die Anstehzeit überschaubare zwanzig Minuten im Zweizugbetrieb.

Man hat es wohl leicht rausgehört: nicht gross überraschend war die Pepsi Max Big One meine absolute Lieblingsbahn im Park und wohl das Attraktionshighlight dieses Wochenendes. Aber erstaunt das ernsthaft jemanden? Es ist ein Hypercoaster am Meer! Von Arrow noch dazu! Und seine Züge flitzen mit so einer Heiterkeit und Power über die Schienen, dass es mich eben nicht gewundert hat, weshalb der Papa von den Nachbarskindern damals erzählt hat, dass ihm hier fast seine Casio-Uhr weggeflogen wäre. Wer wird so ein Kaliber denn ernsthaft verschmähen, nur weil er oder sie persönlich vielleicht was Spannenderes aus der Strecke gemacht hätte? Vermutlich die Art von Partygast, die mit verschränkten Armen mitten auf dem Floor steht, weil der DJ grad ein Stück spielt, das nicht hundertprozentig den Flyerversprechungen entspricht, während die breite Masse rundherum eben die Grossartigkeit in der Andersartigkeit erkennt und trotzdem tüchtig abfeiert, weil es ja doch ein Wasauchimmer-Track, oder in dem Falle eben ein Hypercoaster ist. Big One – big fun!

Der nächste Arrow-Klassiker im Verbunde: Steeplechase! Meine persönliche Premiere auf einer eigentlich seit jeher und dank RCT umso dicker auf der To-Do-Liste angestrichenen Einschienen-Achterbahn! Yeehaw!

Beim Erstritt mit Walk-on am frühen Morgen waren die rote und die grüne Spur in Betrieb, auf der Tobias und ich uns direkt mal ein Rennen lieferten. Aber irgendwie zogen uns in diesem Tagesabschnitt immer die Leute hinterher. Sprich: nach einer Fahrt mit für uns noch kurzer Schlange schwoll sie innert Kürze sofort auf ein abschreckendes Mass an. Daher kehrten wir erst am Nachmittag wieder hierhin zurück, als dann auch die gelbe Spur in Betrieb war. Tobias hatte insgesamt drei Anläufe gen Blackpool gebraucht, um hier alle drei Spuren einzusacken – bei mir langte der Erstbesuch. Go figure!

Zu den Fahrten an sich: was für ein irrwitziger Spass! Irgendwie sind sich die Teile genau so gefahren, wie ich mir das von den Erzählungen der Nachbarskinder her auch vorgestellt habe – im Prinzip schon eher familiengerecht, aber trotzdem recht ungestüm! Die „Sprünge“ über die Hindernisse sind durch die grandiose Landschaftseinbettung und das generelle Streckendesign einfach zum Schiessen!  Besonders die „Ruck-Dynamik“ nach erfolgtem Hopser dürfte dem realen Vorbild, wenn man dem überhaupt so sagen kann, wohl recht nahe kommen. Ebenfalls lustig sind sämtliche Kurven, wo man sich je nachdem recht anständig gegen seitliche G-Kraft-Attacken rausstemmen muss, und wo natürlich auch der Renneffekt am besten zum Tragen kommt, da sich hier die besten Aufholchancen bieten. Die absolut aberwitzigste Stelle aller drei Bahnen befindet sich meinem Empfinden nach unter dem Turnaround von Nickelodeon Streak, wo sich die Kraftattacken vom einen Bunnyhop und der anschliessenden Kehre zu einem absolut wahnwitzigen Glanzmanöver vereinen – ganz grosses Kino!

Insofern: einfach komplett der Hammer, diesen seit dem Wegfall der Seifenkisten in Knott’s weltweit nun einzigartigen und ja auch einschienigen Coastertypus mal nachgeholt haben zu dürfen – und dann erst noch noch unter bestmöglichen Bedingungen mit allen drei sich in Betrieb befindlichen Spuren! Ich hoffe sehr, dass das Team vom Pleasure Beach diesen alten Goldschatz und seine grossartige Thematisierung noch lange gebührlich pflegen wird.

Abfertigungstechnische Randnotiz: bei der dritten und letzten Fahrt wollten Tobias und ich uns eigentlich wieder ein Rennen liefern. Das Kalkulieren der dafür korrekten Positionen in den Schlangen gestaltete sich dann fast so spannend wie der eigentlich angedachte Wettkampf – wer würde allein und wer zu zweit auf die Rösser steigen? Man konnte es nur erahnen und es blieb bis zuletzt recht brenzlig. Nachdem wir dann relativ sicher waren, gegeneinander antreten zu können, kam es auf Tobias‘ Spur zu einer unerwarteten Wendung: Speedy-Passler drängten sich durch die engen Ausgangstreppen hinauf und versauten die ganze Ordnung wieder! Die unglaublich nette Dame vor mir in der Schlange bemerkte unser Pech und bot höchst britisch sogar an, Plätze zu tauschen, damit wir das Rennen doch noch durchführen können. Ich hätte im Gegenteil aber jemanden vorlassen müssen, um mit Tobias wieder gleichauf zu sein – und die Vierergruppe hinter mir ignorierte mich komplett.  Aber ist es nicht herrlich, wie die Renndynamik sogar auf die ansonsten streng geordnete englische Schlangensteh-Kultur Macht ausüben kann? Ein nicht unerheblicher Charme-Booster dieser eh schon coolen Attraktion!

Wir komplettieren nun das in derselben Parkecke zusammengruppierte Arrow-Anlagen-Trio und stürmen einen weiteren Coaster-Klassiker. Und zu allem Überfluss an Gemeinsamkeiten auch noch einen, welcher seinen langjährigen Soda-Sponsor Irn-Bru mitunter auch nicht mehr im Namen hat: Revolution, ein Launched-Loop-Modell von Arrow und ihres Zeichens erste Loopingachterbahn in Europa!

Gefühlt ist sich dieses Exemplar wesentlich heftiger als Bruder Sidewinder in Denver gefahren. Die beiden Launches sind zwar auch hier eher zahmerer Natur, weisen im Vergleich zum US-Zwilling aber ein nicht zu verachtendes Plus an Zusatzschub auf – entsprechend fährt die Airtime auf den Abfahrten vor- wie rückwärts überraschend knackig ein und auch der Loop wird zweimal mit ordentlich Schmackes durchdonnert. Eine echt grandiose Überraschung! Grad um so viel heftiger hätte ich die Fahrt nun wirklich nicht erwartet!

Ausserdem interessant: die Station und die kurze Launchgerade danach scheinen hier ein klitzekleines Bisschen aufwärts geneigt zu sein. Definitiv ein Unterschied zum Gattungsgeschwister in den Elitch Gardens, wo das meiner Erinnerung nach definitiv nicht in so einem von blossem Auge wahrnehmbaren Masse der Fall ist.

Und man sieht es ja auch farblich: der Wegfall eines Soda-Sponsors kann auch ästhetische Vorteile haben. Und sowieso: nicht bloss farblich, sondern auch geschmacklich gäbe es in dem Bereich eh geeignetere Kandidaten. Oder anders ausgedrückt:

Bald sind wir dann im mir von den Broschüren her noch als Beaver Creek bekannten, inzwischen aber zum Nickelodeon Land umgestalteten Kinderbereich gelandet, wo sich u.a. zwei Woodies verstecken.

Einer davon ist der Junior-Woodie Blue Flyer, vormals als Zipper Dipper bekannt. Der Mini-PTC-Zug mit seinen zu beiden jeweiligen Seiten so speziell geschwungenen Horizontal-Klappbügeln lässt sofort Erinnerungen an den Comet in Waldameer aufkeimen! Nach einem Zyklus Wartezeit konnten wir dann auch drin Platz nehmen, ich mit gekreuzten Beinen in der Frontrow, Tobias samt Rucksack kichernd in der Reihe dahinter. Von der Fahrt her natürlich nicht unbedingt weiter erwähnenswert, aber dennoch ist so ein hölzerner Kiddie rein von sich aus eine Spur spezieller und aufregender als ein stählernes Exemplar. Das Highlight ist der Turnaround durch die nach wie vor vorhandene Rückfassade des ehemaligen Space-Invader-Klotzes. Ulkiges Detail: ein Drehkreuz gibt es hier keines, Wristbands und Tickets werden direkt an/von den bereits im Zug sitzenden Passagieren vom Ride-OP abgescannt resp. eingesammelt.

Next up: Nickelodeon Streak!

Ich muss zugeben: ich war entsetzt, als ich vernommen hatte, dass dieser vormals schlicht als Roller Coaster bekannte Holzklassiker aus den 30ern im Rahmen der Beaver-Creek-Umgestaltung orange gestrichen wurde. Auf Fotos sah das einfach schrecklich aus und tat dem Holznostalgiker richtig weh in den Augen! Schlimm genug, dass man 2006 die alten Züge ohne Sicherheitsbügel durch ausrangierte vom Big Dipper mit Doppelbügel ersetzt hat. Ich fand das immer faszinierend – Roller Coaster war für mich stets ein absolutes Unikum gewesen; ich kannte bis dahin gar keine andere Achterbahn ohne Sicherheitsbügel. Darüber hinaus hab ich auch immer die irgendwie den Hügelkuppen der Bahn nachempfundene „Schwungform“ der einzelnen Waggons und die sofahaft gepolsterten Sitzreihen auf Fotos bestaunt – kein Wunder, sah man auf vielen älteren Fotos die Zugpassagiere durch die Bügelabsenz mehr darin loungen als richtig sitzen. Ich stieg daher schon mit einer gewissen Skepsis hier ein.

Aber nach vollendeter Fahrt muss ich sagen: man wird sich bei den Veränderungen schon was gedacht haben, alles halb so wild. Die sich auf dem schmissigen Out-and-Back-Layout darbietende Airtime ist auch mit den Bügelzügen so schön, dass es mich ehrlich gesagt sogar wundert, dass hier mal Züge ohne Sicherungsvorrichtungen unterwegs waren. Ob die Ex-Big-Dipper-Züge hier einfach schneller unterwegs sind oder ob sie durch ihre regulär horizontale Sitzanordnung schlicht airtimeverstärkender als die Vorgänger sind? Oder lag es schlicht daran, dass wir relativ weit hinten im Zug sassen? Man kann nur munkeln, gelangt aber auch ohne Vergleich zum Prä-2006-Zustand zur Erkenntnis, dass der Ritt über die orangen Hügelchen einfach Spass macht! Und als sich im Verlauf des Nachmittags dann sogar noch die Sonne durchringen konnte und den orangen Anstrich des guten Stücks so richtig hübsch funkeln liess, hab ich mich sogar damit noch angefreundet. Alles paletti also. Und ganz nebenbei sei als Sonderbonuspunkt auch noch erwähnt: tatsächlich war dies meine erste Achterbahn, wo auch Achterwaggons zum Einsatz kommen, das wär also auch mal nachgeholt.

Im Nachhinein bin ich mir nicht mehr sicher, ob es hier oder am Big Dipper war, wo sich unser Running Gag etabliert hat, sich über wehleidige Coasterpussies der deutschsprachigen Forensphäre lustig zu machen. Wann immer es nach Verlassen der Station und noch vor dem Lifthill auch nur den Hauch eines woodie-typischen Rucklers im Zug gab: „Aua! Schlägt wie Sau! Unfahrbar! – every *****er ever.“

Öhm, ja. Der Vollständigkeit halber sei auch noch erwähnt, dass wir uns die Dora-Fahrt am Fusse von Nickelodeon Streak gegeben haben und dabei „Moin, moin!“ in ausgewählten Sprachen des Erdenrunds beigebracht bekommen haben. „Dora the Explorer is sooo an illegal immigrant!“ Nur zu, googlet es! Der erste Suchfeldvorschlag ist aber fast noch lustiger. Ich warte hier.

Nur in England kann es einen nach Tee thematisierten Vekoma SLC geben: Infusion war unser nächstes Ziel!

Man muss der Anlage einiges zugute halten. Noch nie hab ich einen so effizienten Zweizugbetrieb auf einem SLC erlebt – im Endeffekt warteten wir hier nicht einmal zehn Minuten trotz beachtlicher Schlange. Durch die eingezwängte Lage zwischen Big Dipper und Big One werden überaus hübsche Near-Misses erzeugt, ebenso durch die stete Nähe zum blauen Wasser des Sees wo die Dietrich höchstpersönlich mal Ohrringe drin verloren hat (und modetechnisch zur damaligen Zeit ja auch so etwas wie eine Near-Missus darstellte). Und bis zur Vollendung des Sidewinders an der coolen Wasserwand fährt sich dieses Exemplar tatsächlich überraschend glatt, so im direkten Vergleich – Tobias hatte ja lobend vorgewarnt, aber dennoch war ich aufs Angenehmste überrascht! Danach poltern die Züge aber über die verbleibende Reststrecke wie auf den Geschwistern eh und je. Wahrscheinlich gewisse, nun ja, Traumaresiduen, die von der Tatsache herrühren, dass die Anlage trotz ihrer Kindheit im zweifellos ebenso britisch wie Blackpool daherkommenden Southport ein yankeemässiges „z“ im Namen hatte! Nicht zu fassen! 

Da wir ja gerade in der Gegend waren, stand eine Fahrt auf dem thematisch schon angeschnittenen Big Dipper als nächstes auf der Tagesordnung. Oder auf dem „Big Diaper“, wie er von den Nachbarskindern damals liebevoll ausgesprochen wurde.

Tobias hatte mir angeraten, mich beim Betrachten vor Ort mal speziell auf die Höhen- und Ausdehnungsdimensionen dieses Holzgreises aus den 20ern zu konzentrieren. Und tatsächlich: irgendwie wirkt er auf Fotos auf eine merkwürdige Art wesentlich grösser als in Realität. So ein bisschen anti-blue-streakig. Könnte an der im Vergleich zum nördlichen Parkteil erhöht wirkenden Lage liegen. Oder einfach sonst an den von den Gehwegen her forciert eingenommenen Blickperspektiven. Tatsache ist, dass sich der alte Klassiker kaum 20 Meter überm Boden erhebt und der First Drop sogar nur 15 Meter an Höhendifferenz aufweist.

Nach etwa 15-20 Minuten Wartezeit bei Zweizugbetrieb durften auch wir in der zweithintersten Reihe Platz nehmen, und schon ging die Reise los. Der Auftakt mit der engen Tunnelkehre, dem anschliessenden Vorliftchen, etwas Rumgeplänkel, dem Hauptlift und der Kehre um die ikonische Kugel dürfte Bumbly-Beach-Bezwingern wohl recht bekannt vorkommen. Von da aus folgt ein L-förmiges Out-and-Back-Layout, das zunächst aus einer Aneinanderreihung von drei etwas steileren Hügeln besteht. Vor allem die Abfahrt vom zweiten Hügel generiert unglaublich fantastische Airtime! Beim Kehrpunkt im rechten Winkel des Ls hinter dem Big Blue Hotel flachen die Hügel etwas ab und man absolviert mit der Big One und Steeplechase interagierend schliesslich die herzlich ungebankte Kehrtwende. Nachdem man diese hinter sich gelassen hat folgt auch gleich meine Lieblingsstelle der Bahn: durch einen Tunnel taucht man unverhofft tief unter einen Gehweg ab und gewinnt damit den entscheidenden Schub an Zusatzpower, um die abschliessenden Hügel zurück zur Station nur so zu überbrettern! Die letzten beiden nutzen ebenfalls noch die da vorhandenen Grasmulden aus um zum Finale noch einmal tiefmöglichst abzutauchen, hierauf ist dann bereits die Schlussbremse erreicht.

Was für ein grandioses altes Kaliber! Für so eine alte Anlage bietet der Big Dipper überraschend geschmeidige Woodie-Fahreigenschaften, richtig gute Airtime-Momente und wartet zudem noch mit einer spannenden Strecke und tollen Hopsern auf. Ich hätte jetzt auch gesagt, dass mir der Big Dipper von allen Holzachterbahnen in Blackpool vom Gesamterlebnis her am besten gefallen hat. Allerdings sind die auch nur begrenzt untereinander vergleichbar, was eine gewisse Kompaktanlage im späteren Tagesverlauf noch eindrucksvoll demonstriert hat. Ein schicker alter Knacker! 

An einem eben solchen in sogar doppelter Ausführung haben wir uns wenig später auch noch eingefunden. Wobei man das mit der doppelten Ausführung bekanntermassen ja schon ein wenig genauer nehmen muss: Grand National ist eine von nur drei Möbius-Holzachterbahnen weltweit und setzt sich demnach aus nur einem Streckenkreislauf zusammen, der quasi zweimal parallel zur anderen Hälfte verlaufend die Runde macht. Fährt man also auf der rechten Spur los, kommt man links wieder an und umgekehrt – etwas, das ich spätestens seit Crumbly Woods‘ Double Trouble unendlich faszinierend gefunden hab! Und schon mit Blick aufs hiesige Layout war ich riesig gespannt auf die Fahrt, denn das allein macht schon vieles vom damals eher als wenig berauschend wahrgenommenen Racer in Kennywood wieder wett.

Tobias warnte allerdings vor recht grenzwertigen Fahreigenschaften. Da hier im Gegensatz zu den anderen beiden vollausgewachsenen Langzug-Holzkollegen im Park Sechser-PTC-Wagen unterwegs sind, bleibt eigentlich sowieso nur eins übrig, um dem entgegen zu wirken: nach Möglichkeit in einer Mittelreihe Platz zu nehmen!

Bei einem relativ vollen Park wie an dem Besuchstag und in Kombination mit dem Umstand, dass auch hier streng von vorn nach hinten beladen wurde, eine kleine Lotterie. Klappte bei der ersten Fahrt dann aber trotzdem, da sich die Gruppe hinter uns zuerst auf drei, aber dann doch nur auf zwei Gates verteilte, so dass wir problemlos einfach eine Reihe nach hinten rutschen konnten. Wir selbst erlebten dann eine äusserst erträgliche und sehr spassige Fahrt – da machte es auch nichts, dass ich im Tal nach dem Double-Down-First-Drop wieder mal Wild-Beast-mässig meinen Bügel um eine Raste nach unten geprügelt hab! Tatsächlich glänzte der Ritt in dieser Sitzreihe mit richtig geiler Airtime, Rennfeelings-Zugewinn durch die stete Nähe zum anderen Zug und so toller Woodie-Fahrdynamik, dass der bis anhin wohl ausschliesslich durch die wheel seats der Anlage geplagte Tobias nur noch lachend staunen konnte!

Zeitgleich bemerkten wir aber auch mit Sorge, wie Köpfe und Oberkörper der auf den verhexten Reihen vor uns Mitfahrenden recht übel durchgeschüttelt wurden. :mrgrin Bei der zweiten Fahrt auf der anderen Hälfte im späteren Verlauf des Nachmittags war uns das Schicksal nicht mehr so gnädig gestimmt und strafte uns präzise mit der Sitzreihe, in der wir die Kumpanen zuvor rumspicken sahen. Und auweia – das war dann doch ein Unterschied wie Tag und Nacht. Besonders in allen Tälern ist man dann doch ziemlich übel rumgepoltert – vom Fahrkomfort her leider schon im Hurler-Bereich.

Abschliessend bleibt also zu sagen: ein richtig genialer und mit Seltenheitswert zusätzlich punktender alter Holzschatz, aber wirklich nur unter konsequenter Wildcat-Strategie-Berücksichtigung – das muss hier mit so viel Nachdruck betont werden wie auf keiner anderen bislang erlebten Bahn mit Sechserwaggons! :mrgrin: Kann man dies aber bewerkstelligen, kriegt man gleich zwei wunderbare Woodie-Klassiker spendiert, die mit sensationellen Negativ-G-Attacken und tollem Kopf-an-Kopf-Austragungsrausch brillieren. Allerdings sind die Briten in der so angestachelten Interaktion mit den Insassen im Gegnerzug von Natur aus dann doch etwas verhaltener als z.B. das Gemini-Publikum – und oft wurden die Züge mit so grossem Abstand losgeschickt, dass das Rennen bereits auf dem Lifthill entschieden war. Nichtsdestotrotz: sagenhaft!

Zwischendurch reihten wir uns dann mal in die beachtlich lange Schlange für den ersten Ghost Train der Welt ein. Laut John Wardley ist dies ja definitiv eins der besseren Exemplare weltweit, und tatsächlich sind der Aufbau und viele der Effekte einfach herrlich schaurig oder dann trashig. Zudem interessant: vom Wartebereich her rüberblickend sah es nicht danach aus, dass das Tal des grossen Dips irgendwie speziell abgestützt ist. Der Holzboden unter der Schiene schien sich mit jedem drüberrasselnden Wagen bis ganz auf das ohnehin nicht viel tiefender liegende Bodenniveau zu dehnen. Zwei darüber hinaus erwähnenswerte Tourtagebuch-Beobachtungen: den Uringestank im unmittelbaren Startbereich der Anlage hat man der armen Nase nach wohl schon seit Jahrzehnten nicht mehr bekämpft und nebenan gibt es eine Eisdiele, die einen Choco-Kebab anbietet! Eigentlich hätten wir den zwar gern getestet, aber leider kam es dann doch nicht dazu, da laut Aussage des Angestellten zuerst der Crêpe-Teig (= das Fladenbrot rundherum) angeliefert werden müsse, was ca. 20 Minuten gedauert hätte. In der Zeit haben wir lieber noch ein paar Fahrten getätigt. Zum Beispiel eine auf einem von weltweit nur drei Derby Racern! Erwähnenswert ist hier neben dem immer lustigen Lateral-G-Entgegenstemmen noch die Orgel, welche Webber-Musical- und Abba-Nummern spielte.

Man könnte fast schlussfolgern, dass die Mack-Bobbahn Avalanche 1988 in weisester Voraussicht auf die dreissig Jahre später direkt nebenan eröffnende Neuheit genau hier im Park platziert wurde. Nach etwa 20 Minuten Wartezeit (deren erste Hälfte durch den gegenüber unentwegt sein Lachkonzert darbietenden Laughing Man etwas nervig gestaltet wurde) konnten wir im letzten Bob im Siebnerverbunde Platz nehmen. Durch die direkt aufeinanderfolgenden 90°-Kurven zu Beginn hat man sehr schnell ein beachtliches Tempo drauf und schaukelt sich überaus knackig in beachtliche Schräglagen hoch! Yowsa-yowsa! Speziell schön fand ich auch das Finale in Form einer Aufwärtshelix, die ich bislang nur auf dem Namensbruder in Virginia so angetroffen habe – hier wird sie allerdings mit dem schicken und zuvor kontinuierlich angehäuften Schwung absolviert und macht entsprechend viel mehr Spass und auch Sinn. Und in der Station angelangt hab ich dann voll verstanden, wieso beim Nachbau in RCT das Mittelalter-Lied als Soundtrack verwendet wird.

Bald statten wir dann auch Wallace und Gromit mal einen Besuch ab! Dabei handelt es sich um eine Umgestaltung des ehemaligen Darkrides Gold Mine. Nach nur etwa fünf Minuten Wartezeit konnten wir hier bereits zusteigen. Absolviert wird die Fahrt in einem von Wallace‘ Hausschuhen und führt dann an mehreren Szenen aus den mir nur nebenbei geläufigen Filmen vorbei. Aber auch so haben sie hohen Wiedererkennungswert – Fans der Reihe werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Zu guter Letzt hätten wir dann noch die letzte Holzachterbahn im Park, auf die ich mich natürlich ganz besonders gefreut habe: Wild Mouse! Eine von ja leider nur noch vier hölzernen Wilden Mäusen weltweit. Beim drittmaligen Vorbeiziehen schien die Schlange endlich auf ein annehmbares Mass geschrumpft, dennoch warteten wir ca. 25 Minuten bis wir uns in Squeaky und Gazza (Seriously?! ) mit dem Sicherheitsgurt festschnallen durften.

Eine verkicherte Minute und zwanzig schisserfüllte Sekunden später erreiche ich die Schlussbremse und frage mich atemlos: „Woran hat die denn bitteschön genagt?!“ Das ist ja echt nicht mehr normal, was hier abgeht! Ein Lifthill, wo man problemlos an die über einem verlaufenden Schienen fassen könnte…! Zwei mit Worten nicht mehr zu beschreibende grosse Schussfahrten und ein paar Kuppen, wo die Maus irgendwie einfach unter einem wegplumpst und man selbst nur durch den beinah schossstrangulierenden Gurt eigentlich mehr widerwillig als sonstwas mitgezogen wird…! Unfassbar enge Kurven, die einen mehr als nur ein bisschen brutal in die Wagenseiten prügeln…! Der absolute Wahnsinn, dieses kranke kleine Coasterchen!  Auch die eigentlich sehr unscheinbar aussehenden Abschlusshopserchen jagen einen mit ungezähmter Härte nochmals in den Gurt hoch – und nach den beiden rippenschändenden Finalkurven ist dann schliesslich die Schlussbremse erreicht.

Was für ein abgefahrenes Teil! Einfach unglaublich und eine richtige Schande, dass ich dies erst so spät in meiner Coasterkarriere einmal nachholen durfte. Und auch wirklich schade, dass es nur so wenige davon gibt. Schon irgendwie, aber doch nur begrenzt mit dem Wild Chipmunk in Denver zu vergleichen – man muss einfach beide mal erlebt haben. Leider blieb es wegen dem grossen Andrang an diesem Besuchstag bei einer Fahrt – sonst wäre ich von dort wohl kaum wegzukriegen gewesen und wäre wohl erst zufrieden gewesen, alle Mäuse einmal beritten zu haben. Ganz grosses Kino!

Sinnig wäre es gewesen, den Alice-Ride mit seinen Pussy Wagons direkt auf die wilde Maus zu absolvieren, allerdings musste für den Erstbesucher natürlich noch eine reichlich gekippte Fahrt durch die gar nicht mehr aufhören wollenden River Caves unternommen werden.

Besonders lustig finde ich hier ja die Tatsache, dass in der Attraktion das „Golden Ticket“-Lied aus Charlie und die Schokoladenfabrik läuft – das hätte doch nach Alton Towers gehört. Im Anschluss an diverse recht psychedelische Szenen und Lichtschauspiele im Innern folgt noch etwas Rumgekurve im Aussenbereich, bevor es dann heisst: „Please exit here after cat comes to a complete stop.“

Nachdem wir als zweitletzte Fahrt unseres Aufenthalts noch einen Flug mit den Flying Machines unternommen haben, muss ich Tobias zustimmen: das Ding ist ganz und gar nicht dafür geeignet, sich nach Valhalla trockenschleudern zu lassen, es sei denn, es ist die pure Absicht, sich eine hartnäckige Erkältung einzufangen! Selbst bei den in den Nachmittagsstunden durchaus erreichten 15°C kam man in den Flugkisten hier durch den krassen Fahrtwind, die ein Stück weit zur See exponierte Lage und die schiere Länge des Fahrzyklus gröber ins Schlottern.

Zum Abschluss unseres Parkbesuchs mieteten wir uns also noch ein Schliessfach und wollten als Pièce de Résistance schliesslich noch den Waterride schlechthin bezwingen, von dem wir aber gar keine Fotos gemacht haben: Valhalla! Ursprünglich hatte ich ja vor, mir einen Poncho zu kaufen, aber Tobias meinte, dass der auf dem Kaliber eh nix bringe. Durch diverse Einheimische inspiriert, welche nicht nur am heutigen sondern auch am Vortag in Drayton Manor die sehr herbstlichen englischen Klimaverhältnisse als T-Shirt-und-Shorts-Wetter klassifizierten, entschied ich mich schliesslich dafür, mir Valhalla zur Premierenfahrt so puristisch wie möglich zu geben und fuhr ebenfalls hardcore in Jeans und T-Shirt mit. Dafür wollten wir uns hinterher dann eine Runde im Haystack Dryer genehmigen.

Nach ungefähr 40 Minuten Wartezeit – ja, Wasserbahnen sind in England auch bei dem Wetter ungemein beliebt – konnten wir uns mit einer, sagen wir mal reaktionsschwachen Speedy-Pass-Gruppe anschliessen und ab gings in die feuchte Welt der Wikinger. Dass Valhalla ihrem Ruf auch bei unserer Fahrt alle Ehre gemacht hat – obschon laut Aussage von Tobias nicht einmal alle Effekte eingeschaltet waren – daran dürfte wohl niemand zweifeln, so dass ich an der Stelle nun auch keine ausführliche Fahrtbeschreibung wie sonst liefere. Es sei einfach versichert, dass man absolut keine Chance hat, hier irgendwie trocken rauszukommen. Am schlimmsten hat es mich bei der zweiten grossen Schussfahrt erwischt, Tobias natürlich beim berüchtigten Fontänen-Tunnel. Und richtig, richtig doof nach hinten geguckt haben unsere sechs Mitinsassen vor uns, als auf dem Drehteller das ganze Bodenwasser zu Tobias und mir in die Backrow schwappte und uns mit entsprechendem Aufschrei von hinten die Schuhe tränkte. Definitiv nicht zu verpassen und ein wahrlich krönendes Attraktionsfinale!

Was bleibt abschliessend zu sagen? Mein Traumziel Blackpool Pleasure Beach hat auf der ganzen Linie überzeugt – der Aufwand, dieses verlängerte Wochenende so auch durchzuziehen hat sich wirklich voll und ganz gelohnt. An dieser Stelle noch einmal danke an den guten Tobias, der es einfach nicht so stehen lassen konnte, dass ich als Coaster-Connaisseur noch nie hier war und wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, dass dies auch ja nicht so bleibt. Grossartige Bahnenklassiker, legendäre Darkrides, trotz beachtlichem Samstagsandrang mehrheitlich superflotte Abfertigungen, ein sympathisches Publikum und ein schlichtweg einzigartiges und wahrlich famoses Gesamtflair haben nachhaltig dafür gesorgt, dass mir dieser grandiose Park noch lange als einer der aufregendsten und tollsten je besuchten in schöner Erinnerung bleiben wird. Schiebt einen Besuch ja nicht zu lange auf – obgleich man hier ja besonderen Wert auf deren längstmöglichen Erhalt legt, haben all die fantastischen Raritäten und Ride-Klassiker auch hier nur eine begrenzte Lebensdauer.

Und dies ist auch ein gutes Überleitungsstichwort für den weiteren Verlauf des Abends – wir hatten nämlich noch Tickets für die Musical-Version von Ghost und dank der länger als erwartet ausfallenden Wartezeit für Valhalla waren wir etwas knapp dran. Nach dem Trockenfönen im Haystack Dryer spurteten wir also zum rollenden Kaugummi und mussten im Samstagabendverkehr auf dem Ocean Boulevard leider feststellen: da geht es nur harzig vorwärts. Tobias hatte schliesslich die rettende Idee und schlug vor, ich solle eins der berühmten Trams zurück zu unserem Hotel schnappen, mir dort die Tickets holen und dann zum von da fussläufig erreichbaren Theater weiter, er werde das Auto irgendwie stationieren und nachkommen. Hat auch wunderbar geklappt und etwa fünf Minuten nach Showbeginn schlichen wir uns zusammen mit reichlich anderen Spätankömmlingen in eine der hintersten Reihen.

Ich als Musical-Greenhorn fand die Show sehr beeindruckend, besonders die überraschend fliessend verlaufenden Kulissenwechsel und die im Rahmen der Möglichkeiten verblüffend filmvorlagentreue Inszenierung wussten zu begeistern. Das absolute Highlight war dann – wie ja eigentlich auch im Film – ungeschlagen die Rolle der zwielichtigen aber eben doch herzenstreuen Oda Mae Brown. Ihre Dialogzeilen und Gesangseinlagen sorgten für mehr als nur den einen Lacher und Begeisterungssturm – einfach Spitzenklasse!  Natürlich unterscheiden sich die Bühnenfassung und der mit charmanten 90er-Jahre-Trash-Effekten brillierende Film stellenweise doch ziemlich, aber hier wurde für meine theatermässig eher unerfahrenen Augen wirklich eine ganze Menge geleistet – Chapeau!

Völlig kaputt und von den vereinzelt strapaziösen Episoden des heutigen Wahnsinnstags gezeichnet holten wir uns dann noch etwas zu Essen und schliefen daraufhin bald den Schlaf der Gerechten.

Revolution in der vertikalen Realität des Pleasure Beach Blackpools


Stelle man sich den versifftesten Ort im generell ein wenig versifften England vor, so ist es definitiv Blackpool. Jedoch hat auch dieser Ort an der Irischen See in der Grafschaft Lancashire seinen Charme, auch wenn einen recht eigensinnigen, und mit dem Pleasure Beach eine wirkliche Perle der Unterhaltungskultur.

Es war mein zweiter Besuch in dieser Stadt, die Ich eigentlich meiden wollte, und dennoch zog der Ruf nach einer revolutionären Achterbahn, welche beim ersten Besuch noch renoviert wurde, hierher. Zu dieser Zeit war es im Ort selbst, durch französische Urlauber, auch ein wenig belebter und aushaltbarer. Seinen wirklichen Charme wird Blackpool sicherlich erst in der Hauptsaison oder während der Illuminations im Herbst zeigen.

Einer der weiteren Besuchsgründe war Thrill-o-Matic, die neugestaltete Themenfahrt von Arrow Dynamics, welche zuvor als Gold Mine fungierte. Die Hauptakteure der Fahrt sind die in England sehr bekannten Figuren Wallace & Gromit, deren Kurzfilme zwar auch in Deutschland Anhänger finden, jedoch die Spin-Off Serie Shaun das Schaf deutlich populärer ist.

Die Fahrt gestaltet sich als sehr interessant, zumal die Streckenführung sehr ungewöhnlich ist. Passend zum Titel absolviert man hier eine Berg und Talfahrt vorbei an Szenen der Filme. Die Gestaltung dieser ist ungewöhnlich originell und die Effekte wurden allesamt gut abgestimmt, so dass man die Anlage durchaus als einen der besten Darkrides schlechthin nennen kann, wenn man sich mit der Thematik schon im Voraus ein wenig auskennen würde. Hier liegt dann auch das einzige wirkliche Manko der Themenfahrt, denn sollte man sich nicht im Wallace & Gromit Universum auskennen, so kann man mit der Anlage selbst auch nicht wirklich etwas anfangen. Die Fahrt hingegen ist und bleibt schön gestaltet und im Allgemeinen auch sehr gut, jedoch sollte man Vorahnung haben um wirklich 100% der Fahrt zu genießen.

Die zweite Neuheit für mich war der einzige Shuttle Coaster Arrow Dynamics auf europäischen Boden. Unter wirken eines zur Revolution leitenden Soundtracks geht es die Treppe zur Station des Launched Loops hinauf um dort eine offene Station mit einem leeren viergliedrigen Zug vorzufinden. Seitdem die Anlage nicht mehr vom schottischen Nationalgetränk ohne Alkohol Irn Bru gesponsert wird erstrahlt die Struktur in einer edlen grau-weißen Farbkombination, auf der ein dunkelroter Zug seine Wege vollzieht.

Die Fahrt beginnt recht bizarr, denn der Abschuss fühlt sich an, als würde man in einem Einkaufswagen ein wenig schneller geschoben werden, was jedoch darauf passiert ist kaum in Worte zu fassen. Auf der Kuppe hinunter ins Tal wird man derartig stark in den Bügel gerissen, wie es abartiger nicht sein könnte. Ein leichtes Abheben, wie es in den alten Berichten hieß ist stark untertrieben. Im Tal angekommen und mit seinem Hintern wieder im Wagen folgt auch schon der Looping, welcher sich haargenau so fährt, wie sich ein Looping fahren sollte, nämlich mit ordentlich Druck. Es folgt die zweite Abfahrt und die zweite Kuppe, die einen auch wieder in die Schulterbügel wirft. Was nun kommt ist für einen Shuttle Coaster nichts außergewöhnliches, aber wenn man das gerade erlebte in seinem Gedanken Revue erleben lässt so kommt einem doch ein wenig das Gefühl der Ehrfurcht auf. Für diesen Gedankengang hat man darüber hinaus sogar einiges an Zeit, bis das Unausweichliche eintritt und der Launch das Spiel rückwärts einläutet, jedoch auf der letzten Kuppel tatsächlich nur noch leichtes Abheben ermöglicht.

Die Revolution ist nicht nur durch ihre unvergleichbare Stützstruktur interessant, sondern auch durch ihre Fahrt, welche selbst einem Shuttle Loop von Schwarzkopf zeigt wo es langgeht. Obwohl der Abschuss nicht so stark ist wie bei den schwarzkopfschen Anlagen, so kann die Anlage ein Attribut vorweisen, welches deutlich hervorsticht, nämlich Airtime. Eine derart ausgeprägte Form dieser findet man selten und dann meist nur in den letzten Reihen eines Zuges, wie es beispielsweise bei Nessie im Hansa-Park der Fall ist. Hier hingegen erlebt man sie zwangsläufig überall im Zug, wobei der erste Wagen bevorzugt davon betroffen ist. Revolution ist daher eine Achterbahn, wie man sie nur selten findet, weshalb man sie erleben sollte, solange sie noch da ist. Die umfangreichen Überarbeitungen an der Anlage lassen auf eine wirklich lange Lebenszeit hoffen.

Aber nicht nur die Revolution ist mit ausgeprägteren Kräften bestückt als man es erwartet, sondern auch der Suspended Looping Coaster Infusion, welcher wie auch die Big One zu einer Fahrt in der vertikalen Realität einlädt. Die Fahrt verläuft im Vergleich zu anderen Anlagen dieses Typus gefühlt 20 km/h zu schnell. Die Inversionen werden daher allesamt schnell durchfahren, was sich vor allem auf die nacheinander folgenden Inline-Twist gegen Ende der Fahrt auswirkt, denn diese ziehen dann doch recht ordentlich.

Würde sich jeder Vekoma SLC genauso fahren, so wäre der Unterschied zu diversen Batman Achterbahnen des Herstellers Bollinger und Mabillard nur noch marginal. Die Wassereffekte, sowie der allgemeine Fahrkomfort sind Argumente, die mitsamt der umwerfenden Rollen, zu der einen oder anderen Wiederholungsfahrt in der vertikalen Realität einladen.

Die Möbius Achterbahn Grand National, welche durch das Out- & Back Layout, sowie das stets gegebene Renngefühl auf beiden Spuren theoretisch wirklich gut sein müsste, erfreut sich bei vielen Fans besonderer Anerkennung. Tatsächlich sind die fiesen Doubledowns und die zahlreichen Camelbacks ausschlaggebend dafür wirklich interessante Airtime zu erleben, aber auch nur sollte die Anlage tatsächlich warmgefahren sein. An den Tagen meiner Besuche, welche vom Andrang ein Durchgehen bei allen Attraktionen hervorgerufen haben, war ein Abheben kaum möglich, auch hat sich der Bügel stets so bescheiden geschlossen, so dass die nachfolgenden Meter eher einer Prügelstrafe nah kamen.

Es ist keine Freundschaft zwischen mir und der Anlage entstanden, so Leid mir dieses auch tut mich mal wieder gegen die Meinungen meiner Freunde stellen zu müssen. Auch wenn deren Stimmen immer wieder aufschreien, dass Grand National wahnsinnig ausgeprägte Airtime aufweisen kann und daher als beste Holzachterbahn par Excellence angesehen werden soll, so ist der Big Dipper die deutlich interessante und auch bessere der beiden Anlagen.

Diese klassische Holzachterbahn, welche in ihrer Größe auch weiterhin als putzig angesehen werden sollte, hat mich bei diesem Besuch tatsächlich überrascht. Auch wenn Ich weiterhin, wie bei allen Anlagen des Parks, denke, dass die Züge kaum für die Achterbahnen geschaffen wurden, immerhin driften sie alle in den Kurven manchmal recht besorgniserregend ab, so ist die allgemeinen Laufruhe doch besser als im Gedächtnis gespeichert. Auf jeden der Hügel war ein markantes Abheben möglich, die Kurven fuhren sich gut und das seltsame Herumgewippe des Vorjahres blieb aus.

Da die Pferdereitanlage Steeplechase während des Besuches neue Bremsanlagen bekam, war eine Fahrt auf keinen der Spuren möglich. Die etwas andere Achterbahn des Herstellers Arrow Dynamics ist durchaus immer wieder eine Fahrt wert, vor allem da mir weder die grüne, noch die gelbe Spur bei meinem letzten Besuch vergönnt war.

Auch bei der Big One stand man anfangs noch vor einer geschlossenen Anlage, welche glücklicher Weise im späteren Verlauf, wie angepriesen noch eröffnete. Wie oftmals bei Anlagen die im späteren Verlauf erst öffnen strömte die im Park vorhandene Besuchermenge und machte eine Reihe der Warteschlange in der Station tatsächlich voll, so dass man sich in Bedrängnis gesetzt fühlte die letzten zwei Wagen doch noch freizugeben. Nachdem der erste Andrang weggefahren wurde war fortan durchgehen bis in die Station angesagt und theoretisch freie Sitzwahl.

Die Big One hat in der Fangemeinschaft der Achterbahnliebhaber leider keinen recht guten Stellenwert, oftmals wird von Körperverletzung und anderen Ungereimtheiten gesprochen. Jedoch ist die Große Eine keinesfalls schlecht, wenn auch in der letzten Reihe nicht unbedingt ein Erlebnis, welches man gleich darauf erneut erleben möchte. Die vorderen Reihen hingegen fahren sich allesamt in einem guten bis sehr guten Bereich.

Im Vergleich zu anderen Achterbahnen höherer Bauart, welche es in Europa gar nicht mal so oft gibt, kann die höchste, schnellste, steilste und längste Achterbahn in der vertikalen Realität ein sehr ausgeprägtes Gefühl für Geschwindigkeit vermitteln. Der First Drop ist vom Fahrgefühl kaum in Worte zu fassen, der darauffolgende Hügel fährt sich zwar airtimelos aber schön, die Wende wird schnell passiert und die Hügel vor der Blockbremse fahren sich interessant. Es folgt besagte Bremse, bei deren Einfahrt man ein wenig abhebt und ein kurvenreicher Part bis es dann zur Endbremse übergeht.

Die Big One ist eine Achterbahn die man keinesfalls mit den großen Anlagen von Bollinger und Mabillard vergleichen kann und darf, denn ein langweiliges Auf und Ab wie bei Silverstar wird hier nicht geboten. Statt dessen bekommt man mit dem Hyper Coaster aus amerikanischen Hause eine sehr schnelle und vor allem lange Achterbahnfahrt geboten, die, sofern man nicht mit Vorurteilen gegenüber genau diesem Hersteller die Bahn besteigt, überrascht und gefallen kann.

Das Nickelodeon Land fand während des Besuches von einigen Grundschulklassen, die an diesem Tag in allen Blackpooler Attraktionen vorzufinden waren, regen Anspruch. Die meisten von Ihnen verbrachten damit vom Ausgang des witzigen Kindercoasters Blue Flyer zum Eingang dessen zu rennen, was natürlich die Aufsichtsperson, auch über sich ergehen lassen musste.

Gleiches Bild mit ein wenig größeren Kindern sah man dann beim Nickelodeon Streak, der orangenen Holzachterbahn des Parks, bei der man auch das ein oder andere Mal wirklich schön aus dem Sitz gehoben wird. Hier drehen auch die längsten Züge des Parks ihre Runden und das Gefühl des Abdriften des Zuges ist hier am ausgeprägtesten.

Der beim letzten Besuch defekte Twist & Splash aus dem Hause Mack war am Besuchstag sogar geöffnet, erfreute sich jedoch keiner großen Beliebtheit. Es war interessant die Anlage mal in Bewegung zu sehen und die sehr langsamen Drehungen auf sich wirken zu lassen. Sollte dieses Fahrgeschäft irgendwann mal voll sein, so macht es sicherlich auch Spaß sich in die Wasserschlacht zu werden, bei jedoch nur 2-3 Passagieren ist es jedoch nicht leicht überhaupt nass zu werden.

Hingegen eine Leichtigkeit wirklich sehr, sehr, sehr nass zu werden, wie es ein Shoot the chutes kaum mit nur einem Durchgang schafft, vorausgesetzt man wird nicht von dem anderen Boot mitten auf dem Lift geflutet, ist es eine Runde auf Valhalla zu verbringen. Man könnte es sich einfach machen und sich einen Regenponscho kaufen, um sich somit halbwegs zu schützen, oder seine Wertsachen in einem, immer noch, recht preisgünstigen Spint verschließen, um damit weitestgehend ungeschützt die Anlage auf sich wirken zu lassen.

Die Bootsfahrt fängt recht harmlos an. Von außen fährt man ganz entspannt in eine Halle, bei der sogar der Wasserfall am Anfang unsinniger Weise bei der Durchfahrt abgeschaltet ist. Es folgt ein Lift, wonach die eigentliche Reise nach Valhalla beginnt. Die Fahrt bis zum Drehteller wird untermalt mit epische Musik, Nebel und mythologischen Wesen, jedoch ist sie bis dahin noch sehr trocken. Rückwärts geht es dann einen Drop hinunter, welchem einem, vergleichbar mit den anderen Reversed Boat Rides von Intamin, befeuchtet. Ein wenig nass kann es ja nicht schaden durch eine Kältekammer zu fahren und somit wirkliche Kälte zu verspüren. Die Fahrt durch diesen beeindruckenden Raum dauert glücklicher Weise nicht ewig an, denn die zweite und sogleich nässeste Schussfahrt wartet auf einem. Ordentlich durchnässt, ja schon fast gesoaked, geht es durch einen Wassertunnel hindurch, welcher natürlich mitten ins Boot hineinragt. Dieser Effekt war mir bei meinem letzten Besuch nicht bekannt und so war Ich auch ein wenig darüber überrascht, kurz darauf wird nach wie vor eine Wasserkanone ausgelöst, die dann eine ordentliche Wassermenge auf einem herabprasseln lässt.

Valhalla wäre natürlich nicht Valhalla wenn die Fahrt hiernach schon vorüber wäre, tatsächlich geht sie aber gerade mal erst wirklich los. Nachdem man den zweiten Lifthill passiert hat überschlagen sich die Ereignisse mehr oder weniger, von den Szenen her passiert nun mehr, auch werden die Wassereffekte immer fieser. Hier sei als Beispiel eine schwingende Axt oder auch Hammer vor dem herabrollenden Baumstamm erwähnt, die einfach mal eine komplette Badenwannenladung, wahrscheinlich sogar noch mehr, von oben auf die Mitfahrer schmeißt. Spätestens hier ist man dann zu 100% klatschnass. Ein wenig später folgt ein Doubledrop als letzte Schussfahrt, wobei man erneut ordentlich durchnässt wird. Dieses liegt aber kaum in der Abfahrt selbst, sondern durch den Wassereffekt der am Ende auf einem wartet. Glücklicher Weise weiß der Pleasure Beach das die Mitfahrer von Valhalla evtl. ein wenig mehr benässt sind, denn „You will get wet! You may get soaked!“ ist ja die Warnung vor der Fahrt, deren Wirkung einem Sprung in die irische See gleicht, worauf man durch ordentlich von der Seite her eingeheizt wird. Trocknen jedoch will man die Insassen auf keinem Fall, weshalb man selbst hier noch einen Wassereffekt abbekommt.

Die Wasserfahrt Valhalla ist eine Anlage deren Nässefaktor mir persönlich schon ein wenig zu weit geht, zumindest wenn nicht gerade draußen warme Temperaturen an der Tagesordnung sind. Es war zwar ein recht sonniger Tag, jedoch wären die Klamotten gewiss nicht während der Öffnungszeiten vorher getrocknet, weshalb die Fahrt auch erst gegen Ende des Tages stattfand. Die Fahrt selbst ist effektvoll und der Nässegrad kaum zu überbieten, dennoch sind mir persönlich Shoot the Chutes lieber.

Nachdem man Valhalla überwunden hat sollte man im Übrigen keinesfalls den Fehler machen und die Flying Machines in unmittelbarer Nähe einem Besuch abstatten. Denn diese Fahrt ist lang, schnell und der Wind ist kalt. Hier sei eine Fahrt auf dem klassischen Derby Racern eher angeraten. Die drei älteren Darkrides Alice in Wonderland, River Caves und Ghost Train sollten während dieser Trocknungsperiode auch keinesfalls außer Acht gelassen werden.

Wem der Eisraum aus Valhalla noch nicht eisig genug war, kann sich in den Eiskanal der Bobachterbahn Avalanche werfen. Wo zuvor die Schweizer Bobbahn des Heide Parks immer in meiner Gunst stand, so konnte die schnelle und zugleich intensive Anlage aus Blackpool dann doch ein wenig mehr überzeugen. Da hier leider nur im Einzugbetrieb gearbeitet wurde entstand die doch recht lange Warteschlange von 3 Zügen.

Die beste Achterbahn des Parks ist die hölzerne Achterbahn Wild Mouse, welche im Vergleich zu den Stahlmäusen deutlich wilder unterwegs ist. Nur durch einen Gurt gesichert erlebt man hier quasi im Liegen wunderbare Airtime und sehr abrupte Kurven bei denen man natürlich mit Vollgas durchfährt, denn die Geschwindigkeit wird hier erst gegen Ende der Fahrt reguliert. Wer sich über stählerne Wilde Mäuse beschwert, die angeblich zu brachial daherkommen, der sollte diese Anlage eher meiden, wer jedoch gerade diese Eigenschaft an Mäusen mag wird mit der Wild Mouse bestens bedient.

Der Pleasure Beach selbst ist ein toller Park mit einem ganz eigenen Charme, bei dem man locker einen ganzen Tag verbringen kann. Ob man einen zweiten überhaupt in Angriff nehmen sollte mag Ich auch weiterhin sehr zu bezweifeln. Jedoch gibt es hier sehr viel zu erleben bzw. erneut zu erleben, so dass sich ein Besuch auch öfters lohnt.