Auch im Sauerland gibt es schwarze Schlangen


Eigentlich hatte ich so schnell gar nicht vor über Hessen erneut ins Fort Fun Abenteuerland zu fahren, immerhin steht hier die Abzockgemeinde schlechthin, nämlich Wetter mit dem zugehörigen Dorf Niederwetter. Um dieses Mal dem 25€ teuren Fahrtfoto zu entgehen fuhr ich aus Protest stets deutlich unter den angeschlagenen Tempolimit, etwas anderes als künstlich erregte Staus hat man hier gefälligst nicht verdient, angebliche Verkehrssicherheit hin oder her.

Kurz nachdem man den hessischen Teil des Sauerlandes überlebt hat geht es durch das deutlich schönere Nordrhein-Westfalen, vorbei an einem einzigen Blitzer an einer Stelle, wo es tatsächlich Sinn macht. Lustiger Weise macht sich das Bundesland an seiner Grenze zu Hessen über seinen Nachbarn lustig, denn man könnte ja blitzen.

Am Park angekommen weißte uns Sheriff Fuzzy den Weg auf den Parkplatz und begrüßte uns kurz darauf mit umso platteren Sprüchen im Park. Für manche schon ein wenig nervig, für die meisten dann aber doch recht unterhaltsam, zieht er im späteren Tagesverlauf die Besucher in die Shows und tritt in diesen auf, wo er vor einigen Jahren wohl bereits Kultstatus erlangte.

Neben ihn, den neuen Maskottchen und dem leider noch geschlossenen Funny Fux Bau, wurde der Vekoma Whirlwind Speedsnake einem Retracking unterzogen. Es wäre falsch zu sagen, dass die Anlage eine solche Behandlung notwendig gehabt hätte, immerhin fuhr sie sich nach wie vor recht gut, jedoch macht es Sinn wenn man die Anlage noch die nächsten 20 Jahre nutzen möchte. Das hierfür verwendete Geld hätte man sich jedoch, außerhalb der noch nicht abgeschlossenen Neulackierung der Anlage, sparen können. Die Fahrt hat sich definitiv verschlimmbessert, was sich zuvor rund fuhr fährt sich nun seltsamer Weise recht eckig. Dieses zieht zwar ein seltsam interessantes und aufregendes Fahrgefühl in den Korkenziehern mit sich, sorgt aber im Verlauf der Fahrt für die eine oder andere, wenngleich recht sanfte, Bekanntschaft mit den Bügeln.

Zwar war der Besuch im Fort Fun nur ein recht belangloses Treffen im Vergleich zum Vortag im Holiday Park, er ersparte mir aber einige Stunden an Fahrzeit zurück nach Hamburg, die ich ironischer Weise durch ein fälschlicher Weise zu einem falschen Datum eingetragenes Labor hätte investieren können. Die Neuheiten des Fort Fun Abenteuerlands zeigen zumindest recht konsequent in die richtige Richtung und so wäre ein Test des Funny Fux Baus zu einem späteren Zeitpunkt sicherlich interessant gewesen.

Wilde Adler und nebelumwobene Schienen


Eigentlich war es irrsinnig einen Tag nachdem man 500km gen Süden gefahren ist sich quasi wieder auf den Heimweg zu begeben nur um dann doch in Richtung der Niederlande abzudriften, andererseits war der Trip ins sauerländische Fort Fun Abenteuerland ein nötiger Bestandteil unseres Plans, woran uns auch kein hessisches Minenfeld der Welt hindern konnte. Das unsere Anfahrt dann ungeplant durch die gemeine Gemeinde Wetter und ihrer lustigen und leider auch höchstmodernen Fahrtfotoanlagen um 25€ teurer wurde bestätigte sich dann letzten Freitag, ein Umstand der eine weitere Fahrt auf der berühmt berüchtigten Blitzermeile eher ausschließt. Es ist daher kein Wunder das sich der schöne Teil des Sauerlandes durch eine gnadenlos überdimensionierte Nummer von Blitzern, nämlich einen einzigen (sogar mit Warnung bei Eintritt in das Bundesland), über das benachbarte Hessen lustig macht.

An der Kasse des Fort Fun Abenteurlandes angekommen besorgten wir uns erst einmal die für uns sehr wichtigen Jahreskarten um gnadenlos ehrlich die Service Station zu überfallen. Auf die Frage ob wir denn nur für die Gutscheine hier seien bekamen wir den Tipp, dass man dafür nicht einmal ins Fort Fun kommen müsste, immerhin können die Jahreskarten inklusive der Voucher mit der Post gesendet werden. Ein super Angebot für die kommenden Jahre, gewiss, andererseits ist der Park unter der Führung der Companie des Alpes durchaus den einen oder anderen Besuch wert.

Zum Zeitpunkt des Besuches sahen dieses jedoch nicht allzu viele Leute, so dass sich der Andrang arg in Grenzen hielt und neben einer Firmentagung im Grunde kaum weitere Gäste sich in die nebligen Abgründe des Parks verloren. Aus diesem Grund wagten Jan, Julian und ich eine Fahrt auf dem Wild Eagle, welcher für wirklich vertretbare 1€ p.P. als Upcharge Attraktion nun wirklich niemanden ins Gewicht fällt. Hängend gelagert geht es dabei auf dem Bauch liegend rückwärts den Berg hochgezogen um etwa auf der Hälfte der Abfahrtstrecke des Alpine Coaster Trapper Slider seine maximale Flughöhe zu erreichen. Kurz darauf geht es fliegend abwärts, wobei sich das eigentliche Fahrvergnügen doch arg in Grenzen hält, um wirklich frühzeitig gebremst zu werden. Im Gesamten gesehen war das Ganze eine Aktion die man einmal machen sollte wenn eine vertretbare Wartezeit an der Anlage vorherrscht, auf die man aber auch gerne verzichten kann.

So früh am Morgen herrschte an der Vekoma Achterbahn Speed Snake eine wunderbare Atmosphäre, die durch die unbestreitbare Fotogenität des Arrow‘schen Schienenprofils und der rundum bestehenden Infrastruktur für unzählige Fotos sorgte, auch wenn diese meist ohne Zug geschossen werden konnten. Um dieses Jan und Julian zu ermöglichen entschloss ich mich für eine Fahrt im zweiten Wagen, welcher seltsamer Weise nur so über die Schiene hüpfte, während alle anderen Wagen eine flüssige und grundsolide Fahrt boten.

Weiter unten im Tal und vorbei an der, durch die Kälte, noch geschlossenen Marienkäferbahn und dem glücklicher Weise beseitigten Kinderabstellbereich, führte uns der Weg zur Rocky Mountain Rallye, der neu gestalteten Monza-Piste. Obgleich die Änderungen nun wirklich nur in einem geringen Rahmen getätigt wurden, so wirkt die Anlage nun im Gesamtkonzept des Parks stimmig.

Ähnlich stimmig zeigt sich die zweite Neuheit in diesem Jahr, Yukan Raft. Wie auch bei dem Indoor Round Up Dark Raver hat das Fort Fun bewiesen, dass sie ein Händchen haben um gebrauchte Anlagen angemessen zu gestalten und interessant zu beschallen. Dass sich die Fahrt dann auch noch als überragend herausstellt lässt einem bei einen fest installierten Top-Spin doch sehr frohlocken, denn eine gleichermaßen so aufregende Fahrt wie auch intensive Fahrt hat man auch beim Schausteller Plaenert, welchem diese Anlage zuvor gehörte, nur selten geboten bekommen, obgleich dieser schon als Maßstab für eine gute Fahrt genommen werden konnte.

Auf der obersten Ebene des Parks zeigt sich die letzte Neuheit, seit meinem letzten Besuch, den Besuchern. Hierbei handelt es sich um die neu gestaltete und höchst gelobte Geisterbahn Secret Stage of Horror, welche uns nun nicht wirklich überraschte. Wo die Anlage zuvor zwar eine arg trashige, aber gute Geisterbahn war, so ist sie nun zwar eine gute Geisterbahn mit wirklichen guten Ideen, aber irgendwie auch nicht mehr. Dabei sind die Videoprojektionen allesamt gut, das Haus im Allgemeinen wirklich gut abgedunkelt, aber während der Fahrt passiert dann stellenweise einfach nichts und das Verbleibende reicht dann nicht aus um einen wirklich zu packen, Storyline hin oder her.

Obwohl ich das Fort Fun schon bei meinem letzten Besuch als guten Park gesehen habe, so hat dieser Besuch doch geholfen ihn als einen der besseren Parks in Deutschland zu sehen. Die Companie des Alpes gibt sich hier durchaus viel Mühe, obwohl sie den Park ja eigentlich verkauft haben wollten. Das vorhandene Territorium lässt Spiel für mehr und so kann man nur hoffen das in Zukunft mehr Leute ihren Weg ins Fort Fun Abenteuerland wagen, um Raum für weitere Investitionen zu schaffen.