Im Reich des kleinen Zaren


Eigentlich dürfte man nur sehr wenig über die Geschichte einer neu errichteten Achterbahn erzählen können, eigentlich. Beim kleinen Zar verhält es sich anders, denn abseits der ihm zugeordneten Hintergrundgeschichte, hat sich eine eigene Hintergrundgeschichte bezüglich der Fertigung ergeben, wodurch die Anlage erst in diesem Jahr errichtet werden konnte und nicht so wie vorgesehen bereits im Vorjahr. Das Standartmodell des italienischen Herstellers Preston & Barbieri, welches bereits unter Anderem im schwedischen Freizeitpark Liseberg seine Runden dreht, entsprach nicht den aktuellsten Normen und konnte daher nicht in Deutschland zugelassen werden. Entsprechende Anpassungen an der Kleinstachterbahn dauerten dann etwas länger als gedacht, so dass der bereits hergerichtete Bauplatz vorübergehend mit zwei Kinderfahrgeschäften gefüllt wurde. Zum Saisonbeginn eröffnete die Anlage dann ohne weitere Probleme.

Die Fahrt auf dem kleinen Zaren beginnt mit der Ausfahrt aus der gekrümmten Station hinein in den Lifthügel der Anlage. Oben angekommen folgt ein kleiner Dipp, woraufhin sich die flotte Abwärtshelix der Achterbahn anschließt. Im Tal erlebt der Nachwuchs dann wunderbar ausgeprägte Kräfte, ehe sich ein kleiner Hügel mit entsprechenden Wechselspiel anfügt. Hierauf wird dann sogleich die Station erreicht und drei weitere Runden folgen.

Der kleine Zar ist eine überaus nette Achterbahn für die jüngsten Gäste des Hansa Parks bzw. für die Parkgäste, denen die anderen Achterbahnen noch zu furchteinflößend sind. Die Fahrt kann man dabei durchaus als rasant bezeichnen, da die Beschleunigungswerte durchaus ausgeprägt sind und ein tolles Wechselspiel bieten.  

Als zweite und ursprünglich für dieses Jahr geplante Neuheit eröffnete kurz nach Saisonstart die Gerstlauer-Sky-Fly-Anlage Kärnapulten. Der Klassiker unter den Selbstbedienüberschlagskarussellen zeigt sich auch hier in einem todschicken Gewand, doch das Fahrverhalten kann sich nicht mit den anderen Anlagen dieser Art vergleichen. Während sich dort nämlich auf ausgewählten Plätzen mit etwas Übung eine hohe Anzahl an Überschlägen einstellt, so ist es hier ein Wunder überhaupt einen Drehwurm (und ein zu einem Kreis verengtes Blickfeld) zu bekommen; man bietet also nicht das bewährte Fahrvergnügen für Sky-Fly-Veteranen, für alle anderen Fahrgäste bleibt es natürlich gleich. Grund dafür ist der große Turm der Achterbahn Kärnan, der die Fahrdynamik merklich beeinflusst.