Spaß auf Tiki-Waka


Nach diesem furchtbar anstrengenden Schlauch von Anreise sah die Welt nach einem erholsamen tiefen Schlaf und einem wirklich sehr guten Frühstück tags darauf dann zum Glück wieder etwas rosiger aus, so dass ich nach dem Frischmachen nun das erste Ziel für heute und den ersten Hauptgegenstand des Berichts ansteuerte: Walibi Belgium.

Die Fahrt dahin war von Vilvoorde aus zwar nicht mehr sehr lang, aber für einen ortsunkundigen Touristen dennoch eine kleine Herausforderung. Auf dem Papier sieht die zu fahrende Strecke absolut machbar aus, beinhaltet aber zwei Manöver, wo man auf der Ringautobahn innert kurzer Distanz über mehrere Spuren nach links wechseln muss – wobei aber zu jeder Tages- und Nachtzeit ein krasser Kontrast zwischen den rechten und linken zwei Spuren herrscht, da auf der einen Seite praktisch alles still steht und auf der anderen mit 120 bedrohlich gedrängelt wird. Wundert mich echt, dass da überhaupt die Höchstgeschwindigkeit zugelassen ist – solche Stellen wären in unserem Sprachraum eher auf 100 oder gar 80 reguliert.

Und selbst wenn man es dann mal rüber geschafft hat, war es furchtbar unangenehm, am letztmöglichen Punkt praktisch im Stillstand mit Blinker nach links zu stehen und zu hoffen, dass sich irgendein Fahrer da mal erbarmt und einen reinlässt, während mit beängstigendem Tempo sich von hinten nähernde Nachkommer hupten und superknapp rechts an einem vorbeidüsten – nur um dann noch weiter vorn dasselbe wie ich zu machen, aber schon weit über die gestrichelte Linie hinaus. Da hab ich leider wahrlich kein gutes Bild von Belgien mitgenommen – das Anwenden des Reissverschluss-Verfahrens oder eine gewisse Toleranz gegenüber offensichtlichen Touristen mit ausländischem Nummernschild war irgendwie in der ganzen Stadt Fehlanzeige. Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass im Grossraum Brüssel immer und überall irgendwo Verkehrsüberlastung und Stau vorherrscht, so dass die Fahrer entweder stehen oder dann dadurch verlorene Zeit rasend wieder aufholen, wenn sich die Lage etwas lichtet. Aufs Gesamte betrachtet sollte man sich entweder nach ÖV-Alternativen umsehen oder dann ein dickes Nervenkostüm für die grauenhaft hektische Fahrweise der Bälgier™ (Patent auf den Begriff beantragt 😉) mitbringen.

Irgendwann war dann endlich der Ort des Geschehens erreicht, wo sich trotz zeitiger Ankunft vor der Öffnung um 10.00 Uhr bereits eine beachtliche Menschen- und Fahrzeugmenge auf dem Parkplatz eingefunden hatte. Anlässlich des Feiertags der französischen Gemeinschaft Belgiens war der Park ausnahmsweise mal an einem Donnerstag geöffnet, wo man ansonsten bereits zu Weekend-only-Operations übergegangen war. Klar wollten dies viele Wallonier nicht ungenutzt lassen – trotz noch kühlen 12°C herrschte ja allerschönstes Sonnenscheinwetter vor.

Da ich mein Ticket vorab bereits online gekauft und aufs Smartphone geladen hatte, brauchte ich dies am Eingang nur noch zu zücken und abzuscannen – und schon stand ich in der einladenden Mainstreet des Parks.

An deren Ende wurde man bis punkt 10.00 Uhr noch zurück gehalten, dann wurde das Tor aufgesperrt und die aufgestaute Meute in den Park gelassen. Disclaimer vorab: Da das ebenfalls noch am gleichen Tag zu absolvierende Océade bloss bis 18.00 Uhr geöffnet hatte, konnte ich dem Park nicht die Zeit einräumen, die er eigentlich verdienen und angesichts der heutigen Fülle schlicht auch benötigen würde. Ich hatte mich im Vorfeld darauf eingestellt, nach dem Tor erst einmal nach links zu marschieren und den Park entgegen des gemeinhin üblichen Kundenstroms also im Uhrzeigersinn um den See herum zu erkundigen und zu sehen, was sich auf diese Weise alles schaffen lässt. Zwischen 14.30 und 15.00 Uhr musste ich spätestens weiter, um noch rechtzeitig beim Océade zu sein – daher rechnete ich mit maximal einer Fahrt auf den sieben Coastern und notfalls noch mit erkauften Bonus-Fahrten, da der Park für 15€ eine recht faire Light-Speedy-Pass-Variante anbietet, die viermaliges Vordrängeln erlaubt. Diese etwas gehetzte Besuchsweise mit Tendenz zum Abfrühstücken wird sich im Bericht leider zwangsläufig ein bisschen widerspiegeln. Seid euch aber bewusst, dass das von der Planung her einfach nicht anders ging und ich angesichts des vorgestellten Masterplans für die nächsten paar Jahre eh in Bälde vorhabe, für eine ausführlichere Visite zurück zu kehren.

Nach dem Aufsperren der Tore ging es also schnurstracks nach links, an den Rutschen des dem Park zugehörigen Plauschbads Aqualibi und der Seefront vorbei. Dann landet man als erstes beim Vekoma Boomerang Cobra, der als Tageseinstieg komplett schlangenlos – kicher! – mitgenommen werden durfte.

Zur ausreichend bekannten Fahrt eines Boomerangs muss glaube ich nicht mehr viel geschrieben werden. Wenn so ein Ding ohne Wartezeit mitgenommen werden kann und es darüber hinaus noch ein so smoothes Exemplar wie das hiesige ist, dann machen mir die Dinger unglaublich viel Spass! Besonders der immer wieder unterschätze Druck im Looping während der Rückwärtsrunde machte nach so langer Pause – den letzten richtigen Boomerang bin ich meine ich vor zwei Jahren in Darien Lake gefahren – so richtig Laune!

Randnotiz: Obwohl gleich zwei Ride-OPs während der Bügelkontrolle nichts beanstandet haben, wies mich ein offenbar zu einem kurzen Check vorbeigekommener und am Ausgang der Bahn stehender Parkaufseher an, ich solle meine Sonnenbrille absetzen und während der Fahrt in die Hand nehmen. Wieder mal helvetisch paraphrasiert: Der hat wohl auch nur was gesagt, damit er heute auch tatsächlich was zu sagen hatte.

Als nächstes an der Reihe war eine sehr geschichtsträchtige Bahn mit Seltenheitswert! Der heute als Psyké Underground auftretende Schwarzkopf Shuttle Loop wurde 1982 quasi als Hand-me-down von einem seine Bestellung storniert habenden japanischen Park gekauft und eröffnete als Sirocco hier im Park. Spätestens 1997 hat sich die Anlage ins öffentliche Gedächtnis, öhm, katapultiert, da ein Zusammenspiel von Faktoren mit sehr unwahrscheinlicher Auftretungswahrscheinlichkeit tatsächlich dafür sorgte, dass der Zug präzise im Scheitelpunkt des Loopings stecken blieb. Um den Imageschaden in Grenzen zu halten, wurde der Looping zwei Jahre später eingehaust und die Anlage fortan Turbine genannt – und so wird sie wohl den meisten RCT-Fans und Onridern nicht zuletzt auch aufgrund eines prominenten hiernach benannten Forenmitglieds in erster Linie bekannt sein.

In der Saison 2008 häuften sich die Probleme mit der Bahn, so dass zuletzt nur noch alle fünf Minuten ein Zug abgeschossen werden konnte und daraufhin schliesslich die Reissleine gezogen wurde. Fast vier Jahre lang stand die Bahn still, bevor in Zusammenarbeit mit Gerstlauer das Launchsystem von Flywheel auf LIM umgerüstet wurde und die Anlage mit neuen Schwarzkopf-Replik-Zügen gleichen Hauses, nunmehr beidseitig eingehausten Spikes zur Lärmreduzierung für die Anwohner und natürlich neuem Thema 2013 eben als Psyké Underground neu eröffnete.

Die Thematisierung der Bahn ist heute im 2011 ge-revampten oder hier vielleicht passender ausgedrückt relaunchten Walibi-Comic-Universum angesiedelt und dreht sich um eine Stadt im Untergrund, „wo die Musik noch frei ist“… Ähm, ja. Ich muss mich da ganz ehrlich gesagt zur Fraktion zählen, die das alte knuffige Walibi vermissen und die neuen etwas älter gewordenen 3D-Figuren und insbesondere das ganze Band-Battle-Gedöhns einfach nur blöd findet. Aber das ist wohl der Geschmack der Zeit. Die Aufwertung und Umthematisierung begrüße ich zwar, kann mich mit dem Konzept aber nicht 100%ig anfreunden.

Gewiss zähle ich natürlich überhaupt nicht zur anvisierten Zielgruppe und habe auch nicht den Vergleich zu vorher, da der im Bericht geschilderte ja mein Erstbesuch in einem Walibi-Park überhaupt war. Man muss aber zweifellos – wie obig ja auch zitiert – anerkennen, dass der mit dem Rebranding einhergehende Investitionsschub den Walibi-Parks ganz allgemein wohl sehr gut getan hat, und man den Shuttle Loop ohne diesen womöglich gar nicht fahren könnte in der heutigen Form.

Trotz inzwischen jahrzehntelanger Coaster-Nachpilgerei und v.a. vollkommen massloser Anwendung dieses Coastertypus in der RCT-Franchise – gerne auch mit Interlocking Loops um noch mehr Geld zu scheffeln – war dies tatsächlich mein allererster Shuttle Loop! Und er hat definitiv alles gehalten, was ich mir davon versprochen habe. In der verschiedenfarbig ausgeleuchteten Station gab es erst einmal ein Wiedersehen mit den mir schon aus Hershey von Sooperdooperlooper her bekannten Gerstlauer-Repliken der alten Schwarzkopf-Züge mit den super-bequemen Sitzen und Bügeln, die auch rasch durchkontrolliert sind.

Nachdem die Psyké Tante auf den Screens mit dem Vorlauf-Jingle ihr Tantrum von wegen das System endlich zu starten beendet hat, rollt man ein kleines Stück weit in Schritttempo aus der Station in den Launchtunnel hinein. Erst dort wird nach einem weiteren kurzen Countdown dann der eigentliche Hauptschub eingeleitet. Damit hab ich ganz ehrlich gar nicht gerechnet – von der alten Turbine hatte ich noch Videos im Hinterkopf, wonach man dort aus dem Stillstand in der Station direkt voll beschleunigt wurde; und ich hab wohl einfach ohne mich grossartig vorab über Psyké Underground zu informieren angenommen, dass das auch bei der Umrüstung so gehandhabt wird. Aber rein grundsätzlich ist das ja gar nichts Schlechtes, da der Launch auf diese Art womöglich sogar etwas knackiger ist, da das gleiche Tempo innert kürzerer Distanz erreicht werden muss? Vielleicht ist das halt eine Frage des Erstkontakts, da man doch von einigen Stimmen liest, die den alten Schwungrad-Abschuss etwas thrilliger fanden. Aber da ich persönlich den Vergleich hierzu halt nicht habe, kann ich nur sagen: Bombensache und ein überaus hübsches Trittchen, dieser Launch!

Danach rast man in völliger Dunkelheit durch den gewohnt druckvollen, kreisrunden Schwarzkopf-Looping – wobei man durch den konstanten Pressdruck ganz Flight-of-Fear-mässig nicht so recht weiss, wo oben und unten ist. Anschliessend pendelt man auf dem bis zu 42 Meter Höhe erreichenden Vorwärtsspike aus und absolviert mit dem so gewonnenen Tempo dies Plaisirchen von Loop nun bekanntlich noch einmal rückwärts – einfach klasse! In der Station greifen dann einige ziemlich entschleunigende Bremsen zu, so dass man auf dem hinteren Turm nicht ansatzweise die Höhe gewinnt wie in der Vorwärtsrichtung. Aber da ist die auch so richtig tolle und geniale kurze Fahrt eh schon bald zu Ende.

Was für ein Ritt! Meine Shuttle-Loop-Premiere hat jedenfalls nicht enttäuscht und bei einem leeren Park wäre ich hier wohl kaum mehr wegzukriegen gewesen. Gerstlauer hat hier wirklich eine tolle Leistung erbracht, das alte Goldstück erfolgreich für die 2010er- und hoffentlich auch noch viele weitere Jahre wieder fahrtüchtig zu machen. Alle Daumen rauf!

Sorry, liebes Belgien, für unseren EDM-Export Quentin Mosimann. Aber warum entscheidet ihr euch als Land von Bonzaï und mehreren jonesigen Wiedergeburten denn ausgerechnet für ein Romandie-Outsourcing aus grausamem Elternhause?

Nun war der See in der Parkmitte zur Hälfte umrundet und die nächste Station daher der Exoten-Themenbereich, wo sich die Neuheit dieses Jahres befindet: der Gerstlauer Bobsled Tiki-Waka. Der Themenbereich und die Anlage selbst machen einiges her, erinnern durch die Gestaltungselemente tatsächlich ein wenig an die Busch Gardens Tampa Bay und werden vom Publikum auch sehr gut angenommen. Also nichts wie rein in die zu dieser Uhrzeit noch überschaubar aussehende Schlange!

Leider hatte ich hier so richtig Pech. Die Schlange reichte zu meinem Eintreffen ein kleines Stück über die Tiki-Statue mit den drehbaren Gesichtsteilen im letzten Drittel der Schlange hinaus. Ich hätte geschätzt, dass man ab da bei Normalbetrieb noch allerhöchstens 20-25 Minuten steht. Unglücklicherweise gab es ganz kurz nach meinem Eintreffen etwa einen zehnminütigen Komplettstillstand. Da ging absolut gar nichts mehr, alle fünf Wagen standen in der Station und den Bremsbereichen. Nachdem wahrscheinlich dann irgendwann die Techniker kamen und die Bahn irgendwie wieder kurzzeitig zum Laufen brachten – reine Vermutung von mir, da ich zu dieser Zeit ja an einer Stelle weit unterhalb stand, wo man nicht sieht, was in der Station gerade passiert – fanden dann vier oder fünf Fahrten mit Passagieren statt und kurz danach gab es wieder etwa fünf bis sieben Minuten Stillstand. Nach den daraufhin folgenden Leerfahrten schien dann alles wieder klar zu sein und die Wagen konnten wieder normal Passagiere aufnehmen.

Bis ich dann Platz nehmen konnte dauerte es dennoch etwas – insgesamt habe ich mit allen Pannen einberechnet eine Dreiviertelstunde gewartet. Vom oberen Deck beim Einsteigebereich sah man, dass sich die Warteschlange aufgrund der Downtimes nun einmal quer über den ganzen Vorplatz erstreckte und dann vom Personal auch der letzte Zickzack-Abschnitt der Queue geöffnet wurde. Nach absolvierter Fahrt war die Wartezeit auf den Bildschirmen im Park konstant mit 65-75 Min. beziffert.

Was halt auch nicht half: Speedy-Pass-Inhaber wurden beim Einteilen seeehr bevorzugt behandelt (ich meine, es sassen in jedem zweiten Wagen vier Speedy-Pass-Inhaber) und ironischerweise eben auch beim Einlass an sich mit nicht zu verachtendem zusätzlichem Zeitaufwand. Da aufgrund des Novitätsfaktors und der im Vergleich mit anderen Anlagen im Park schon eher niedrigen Kapazität von 600 pph beim Unlimited Pass nur eine Fahrt mit Tiki-Waka inklusive ist, wird dieser mit so einer Schaffner-mässigen Kontrollzange abgeknipst. Und bei der Variante mit 4x Vordrängeln wo man nach dem Kauf einfach vier Zettelchen erhält, die man an den entsprechenden Zugängen dem Personal aushändigen muss, müsste theoretisch auch ein gesamter allfälliger Restbestand noch abgeknipst werden, um sicherzustellen, dass die Inhaber während ihres Parkbesuchs auch wirklich nur einmal mit Tiki-Waka fahren. Dass das dauert versteht sich ja von selbst. Kurios erscheint zudem auch, dass immer nur ein Viererwagen beladen wird, während zwei mit noch geschlossenen Bügeln dahinter warten. Gerade bei diesem Bahnentypus mit so einer langen Station und Fastpass-Handling verwundert es doch sehr, dass man nicht einen separaten Aussteigebereich einrichtet oder zwei Wagen simultan belädt…

Nunja, einmal drin ist die Fahrt an sich dann aber wirklich spassig! Besonders die kleine Slalomstrecke direkt nach dem First Drop sieht so nach nichts aus, kommt aber unverhofft richtig gut! Und auch der Rest der mit guter Laufruhe, dezenter Airtime und geschmeidger Kurvenfahr-Dynamik daherkommenden Strecke weiss wirklich zu gefallen – die Bahn füllt gekonnt die Lücke zwischen den Kinderbahnen und den grösseren Thrillrides im Park. Passt absolut super hierhin, ist liebevoll thematisiert und wird vom Publikum wie ja zu sehen auch sehr gut angenommen. Die sich zuvor hier befunden habende Marienkäferbahn ist zurzeit noch eingelagert und kommt erst 2019 auf den alten Standort des Riesenrads vor Loup-Garou.

Bautechnisches Gimmick: Die Strecke kommt nach dem Lifthill bis auf einzelne Ausnahmen in Blockbremsen und Tälern grossteils mit Dreipunkt-Schienen daher und wechselt kurz vor der dritten Blockbremse dann komplett zu einem flachen Profil. Also voll anti-Galaxy-Orbiter in der West Edmonton Mall.

Zwischenzeitlich am Westernbereich angekommen war es nun an der Zeit für eine weitere Vekoma-Perle: Calamity Mine. Angeschrieben waren hier noch überschaubare 35 Minuten Wartezeit, effektiv waren es dann aber knappe 20 oder so. Flotter Dreizugbetrieb sorgt auf solchen Minetrains für eine Mordskapazität. Absolut herrlich ist die dezente Verschiebung im Höflichkeitsgrad auf einem Hinweisschild in der Warteschlange. Auf Französisch in etwa: Ayez l’amabilité de ne pas polluer l’environnement de notre parc.Haben Sie bitte die Freundlichkeit, unsere Parkanlagen nicht zu verschmutzen. Und auf Englisch: Don’t throw trash into the scenery. Hahaha!

Ich fand es auf Videos der Bahn schon immer toll, dass sich die Züge hier bei den parallelen Lifthills und noch zwei weitere Male auf der Strecke begegnen – das ist frei nach RCT der Erregungsrate ja leidlich zuträglich. Allerdings sieht man hier auch wieder die Auswirkungen eines höchst französischen Problems, das der enge Aufbau der Station mit sich bringt: Auch bei einer gut halbstündigen Warteschlange schaffen es die Parkgäste nicht, sich gleichmässig an alle verfügbaren Gates zu verteilen, so dass etliche Plätze und ganze Zweierreihen in den insgesamt 26 Personen fassenden Zügen einfach leer blieben. Aber nun ja, so direkt auf Tiki-Waka ist das nun wirklich Jammern auf sehr hohem Niveau. Genauso wie das Klagelied meines linken Ohrs, das sich in der Station angelangt direkt im Einzugsfeld einer laut schreienden Ride-Opse befand, welche die Fahrwilligen (oft leider vergeblich) auf die noch freien Plätze aufmerksam machte.

Ist einfach eine Augenweide, diese Anlage! Mit den Felsen, den Holztunnels, dem See, dem Wasserfall und hunderten liebevoll platzierter Details schlicht ein Paradebeispiel dafür, dass auch ein später mehrfach repliziertes Standardlayout echt toll thematisiert werden kann. Ein richtiger „Sehr hoch, Hoch, Mittel“-Minetrain eben. Zwar hat es mich bei dieser Aufnahme zuerst gewurmt, dass ich etwas zu spät abgedrückt hab, um die Fontäne die der vorbeirasselnde Zug auslöst noch rechtzeitig einzufangen. Als ich dann aber erkannt hab, dass ich dadurch unverhofft einen Gischt-Regenbogen festhielt, hab ich es trotzdem nicht aussortiert.

Zur Fahrt an sich kann ich auch nur in den Grundtenor mit einstimmen: einfach schick und spassig zu fahren. Und zudem genau richtig für das Hauptpublikum an diesem Tag – im Gegensatz zu Tiki-Waka aber mit anständigem Throughput.

Mit etwas nervösem Blick auf die Uhr, die Wartezeitanzeigen und den mir unablässig vom Eingang her immer noch entgegen kommenden Kundenstrom wurde der Fall leider klar: Wenn ich die grossen Attraktionen und das Océade – den eigentlichen Hauptaufhänger der ganzen Reise – noch schaffen will, dann muss unglücklicherweise eine Drängelhilfe her. Was aber grundsätzlich nicht am Park lag – mit Ausnahme von Tiki-Waka vielleicht wurde überall das absolute Optimum aus den Operations rausgeholt – sondern einfach an der schieren Fülle an diesem ausnahmsweise geöffneten Feiertag und dem leider nur kurzen Zeitfenster, das ich dem Park einberaumen konnte. Alle grösseren Bahnen hatten zu dem Zeitpunkt bereits über 50 Minuten Wartezeit angeschrieben, einzige Ausnahme war eigentlich nur Pulsar mit stetig 35 Minuten. Daher ging ich also in einen Souvenirshop in der Mainstreet und kaufte neben dem sowieso noch zu erstehenden Parkplatz-Ticket eben auch einen 4x Speedy Pass für 15€, der viermaliges Vordrängeln erlaubte. Ich fühlte mich zwar schon wie Daria, die für den Kaffeetreff der Schule keine Schokoriegel mehr an Menschen verkaufen wollte, denen sie offensichtlich nicht gut tun („the bad kind of dirty.“), aber zum Glück bloss viermal.

Die erste der beim Kauf ausgehändigten Quittungen wurde kurz darauf beim Vekoma SLC Vampire eingelöst, der mit seiner beeindruckenden Erscheinung ein eigenes kleines Parkeck samt da hinüberführender Brücke spendiert bekommen hat.

Durch den Ausgang also rein in den Bahnhof und sofort durfte ich zum Auffüllen in Reihe vier Platz nehmen, wo nur eine Single Riderin sass – prima, so fühlte ich mich ein Stück weniger schuldig. Sie fragte mich, ob ich schon mal mit der Bahn gefahren sei. Ich verneinte, merkte aber an, dass ich schon mehrfach auf ähnlichen Anlagen war und über dieses Exemplar hier eigentlich nur Gutes gehört habe. Ich war froh als es dann endlich losging und dass der Plan für die zweite Tageshälfte den Besuch eines Plauschbads samt vorangehendem Abduschen vorsah – die „Ohrenschoner“ an den SLC-typischen Kappenbügeln haben auf meinem Platz zumindest so gestunken, dass mir fast das Frühstück hochgekommen wär. Und tatsächlich hab ich den zwangsweise so nah am Kopf auftretenden Gestank irgendwie noch eine Stunde nach der Fahrt nicht mehr aus der Nase gekriegt.

Aber davon ab: Einmal den First Drop runtergedüst war ich trotz aller positiven Vorwarnungen komplett baff darüber, wie sanft sich dieser SLC gefahren ist. An der Spitze des Rollovers angelangt dachte ich mir so: „Der Mind Eraser in den Elitch Gardens war bis hierhin auch smooth – abwarten!“ Nach Vollstreckung des Sidewinders schoss es mir in den Sinn: „Infusion in Blackpool fuhr bis zu diesem Punkt im Layout ebenfalls sanft – da kommt doch sicher noch was!“ Aber es kam – man höre und staune – schlicht und ergreifend nichts Gravierendes mehr. Es war wirklich kaum zu glauben – bis zur kompletten Vollendung der ja hinreichend bekannten Strecke wartete dieseser SLC wahrhaftig mit einer „schon rein grundsätzlich“ geschmeidigeren Fahrdynamik auf als sämtliche andere von mir getestete Exemplare. Da war absolut kein übermässiges Mit- und Gegenarbeiten nötig. Teufel, man hätte sich sogar gemäss Anleitung in die Kopfstütze zurücklehnen können und die Fahrt wäre immer noch absolut erträglich gewesen!

Nicht falsch verstehen: Selbstredend ist man hier immer noch ein respektables Stück davon entfernt, von einer butterweichen Fahrt sprechen zu können. Aber so rein im gattungsinternen Vergleich nimmt dieser SLC fahrkomfortmässig einen absoluten Spitzenplatz ein. Vampire ist quasi der Tennessee Tornado unter den SLCs. Die geographische Nähe zum Fertigungswerk scheint allen Vekoma-Anlagen im Park richtig gut zu tun. Auf die Art ergab lernt man das eigentlich ja ganz lustige Layout wieder zu schätzen und kommt zum Schluss: Hier würde man sich bei einem Wiederholungsbesuch in der Tat gerne wieder hineinsetzen. Mais oui!

Als nächstes war der zweite Fabelwesen-Coaster gleich nebenan an der Reihe: der Vekoma-Woodie Loup-Garou!

Ich muss zugeben, dass diese mit Seltenheitswert beschenkte Anlage mit ausschlaggebend dafür war, Walibi Belgium unbedingt auch noch in die Tour mit einzubauen. Aufgrund der reduzierten Spätsaisons-Öffnungszeiten, der in frühen Planungsstadien noch nicht definitiv bestätigten Freitagen auf der Arbeit sowie der Tatsache, dass man Walibi Belgium notfalls immer noch nachholen könnte, Océade aber nicht, spielte ich durchaus mit dem Gedanken, ihn ganz zu kippen und allenfalls eine reine Rutschentour aus dem Reisli zu machen. Loup-Garous Zukunft im jetzigen Erscheinungsbild steht allerdings auf wackeligen Beinen, da die Bahn laut erwähntem Masterplan auf die Saison 2021 hin ein „neues Thema“ erhalten soll. Was wohl heisst, dass die Bahn im Rahmen der angedachten Umgestaltung einen neuen Namen, neue Deko und neue Züge erhalten wird. Da die originalen Woodie-Züge der Firma auf den anderen beiden Vekoma-Woodies bereits Geschichte sind, ist es also allerhöchste Zeit, sich hiervon unbedingt noch ein eigenes Bild zu machen, solange es noch geht.

Und gerade von den Zügen war ich aufs Positivste überrascht, als ich via separierten Speedy-Pass-Aufgang dann mit einem tapferen jungen Single Rider in die Backrow zugeteilt wurde und einen ersten genaueren Blick darauf werfen konnte. Rein von der weichen Kunstleder-Polsterung und dem Sitztrenner her erinnerte das Design grundsätzlich an eine Mixtur aus Millennium Flyern (auch durch die durchgehenden Stangen hinter den Sitzbankwänden) und PTC-Zügen, allerdings mit gewissen Gerstlauer-Woodie-Zug-Elementen aufgemotzt, wie z.B. den Gitterfronten vorn an allen Sechserwaggons.

Die allergrösste Überraschung waren dann aber die mir super-komfortabel aufliegenden Hydraulik-T-Bügel. Ich habe zwar schon einmal Fotos und Filmaufnahmen davon gesehen, konnte mir anhand dessen aber schlicht nicht vorstellen, wie sowas überhaupt ansatzweise praktisch oder schmerzfrei sein kann. Allerdings hat auf dieser Erstvisierung der Winkel total getäuscht. Nur der untere Teil der „ovalen Bügelelipse“ (aus Ermangelung eines treffenderen Begriffs) dient nämlich der Fahrgastsicherung – der vordere steht leicht nach oben gewinkelt hervor und ist als Haltestange gedacht. So simpel, genial und bequem. In einer Chat-Schilderung meiner Reiseerlebnisse hab ich Sitze und Bügel als „wie PTCs, wenn sich PTC mal an T-Bügeln oder Hydraulik versuchen würde“ geschildert – und nach den positiven Erfahrungen auf Loup-Garou damit hätte ich wirklich nichts dagegen, wenn PTC oder andere Hersteller sich hier mal was abschauen. Bleibt eigentlich fast nur zu hoffen, dass sich meine Theorie nicht bewahrheitet und uns die tollen Züge mit der Umthematisierung doch erhalten bleiben.

Die Wiese vor der Bahn, auf der sich früher das Riesenrad befand, ist in dieser Saison eine Loungezone, bevor zur nächsten dann die Marienkäferbahn hierher kommt. Ohne die Aussichten aus dem Riesenrad ist das schöne Holzungetüm mitunter etwas schwierig vor die Linse zu kriegen.

Einmal den gemächlich seinen Dienst tuenden Lifthill hochgekraxelt und aus den so erreichten 28 Höhenmetern wieder runter gedonnert, entfährt mir im ersten Tal tatsächlich ein „Auweia!“ – wenn der Rest der Strecke so polterig absolviert wird wie hier, dann gute Nacht. Allerdings stellte sich diese eine rappelige Stelle voll als Megafobia-Syndrom heraus: Bereits in der folgenden hochgelagerten Kehre stellt sich eine Woodie-Fahrdynamik ein, die einfach genau richtig ist und für den gesamten Rest der aufregenden Strecke auch erhalten bleibt.

Und die weiss schlicht zu begeistern! Tolle Kurven und Kehren, ein paar besonders im hinteren Zugteil richtig grandiose Airtime-Momente, schniek zu fahrende charakteristische S-Kurven-Schwenker, fantastische Near-Misses mit dem massiv verbauten Stützwerk… Ein total fulminantes Action-Feuerwerk, das irgendwie gar nicht mehr aufhören will und mein absolutes Highlight im Park! Auch hier hatte ich im Vorfeld ja eigentlich nur Gutes gehört, war dann aber doch überrascht darüber, wie geil und spassig diese interessante und seltene Holzachterbahn fährt. Meine Lieblingsstelle ist die kleine Mini-Kuppe nach dem relativ sanft überquerten Double Down, die so darauf zurasend irgendwie nach nichts aussieht, aber besonders in den hinteren Sitzreihen nochmals einen richtig knackigen Zusatzhüpfer generiert. :mrgrin: Wenn ich mir das jetzt im Nachhinein auf POVs so ansehe, könnte man da glatt von einem Quasi-Double-Up sprechen – auf jeden Fall bereitet sie dem Woodie-Fan immense Freude.

Der Werwolf hat nicht nur alles gehalten, was ich mir davon versprochen habe, sondern hat auch noch mit ein paar tollen Zusatz-Gimmicks aufgewartet, die diesen schönen Vekoma-Woodie im Ranking nun auf einen Platz weit oben in den persönlichen Holzcharts gehievt haben! Interessant fand ich ja herauszufinden, dass die Stand Company hier irgendwie im Designprozess involviert war – ihres Zeichens auch treibende Kraft hinter Bahnen wie dem Dania Beach Hurricane, den zwei japanischen Intamin-Woodies Regina und White Cyclone (RIP), Vekoma-Kollege Robin Hood in Walibi Holland und auch dem grandiosen Cyclone-Klon Viper in Six Flags Great America. Im Hinblick auf gewisse verbaute Streckenparts und eine Vorliebe für Sechserwaggons im ursprünglichen Auftritt war das voll das Aha-Erlebnis.

In jedem Falle glänzt Loup-Garou mit einer richtig schicken langen Strecke, einer vom ersten Tal mal abgesehen durchgehend leckeren Woodie-Fahrweise, schmissiger Airtime, tollen Zügen und einem einfach genialen Gesamterlebnis mit Seltenheitswert. Für mich die beste Bahn im Park – wohl absolut nicht verwunderlich, dass ich mein noch übriges Vordrängelticket dann für eine zweite Fahrt hierauf verwendet hab. Hoffentlich werden sich die 2021 kommenden Veränderungen am einmaligen Spirit dieser beachtlichen Holzachterbahn orientieren.

Das Madhouse Palais du Génie hab ich zwischendurch auch noch rasch mitgenommen, da dies an dem Tag eine der wenigen Attraktionen im Park war, die nicht 45 Minuten und mehr Wartezeit angeschrieben hatten. Die Pre-Show ist irgendwie schräg, da sie bilingue abgehalten wird und zweimal hintereinander eigentlich das Gleiche gesagt wird. Übersetzungs-Szene in der Synchronfassung vom Urteil von Nürnberg ahoi? Auch irgendwie gruselig waren die Augen des den Flaschengeist spielenden Schauspielers – da kamen sofort gewisse Stummfilm-Schmink-Traumata vom Bachelor-Studium wieder hoch. Das Madhouse an sich war dann wie gewohnt sehr verwirrend und witzig – einfach ein toller Attraktionstypus, den ich nach Möglichkeit immer gern mitnehme.

Trotz den immer noch etwas frischen 14°C hab ich mich dann doch dazu entschlossen, eine Fahrt mit dem Mack Power Splash Pulsar zu wagen.

Die Drehplattform ist wirklich ein kleines Wunder an Ingenieurskunst und eine Ausgeburt an Erfindergeist – da hab ich mich fast nicht dran sattsehen können! Im Prinzip kann man sich dabei ein veritables Karussell vorstellen, wo in einer Hälfte jeweils ein Boot drauf steht. Ist das eine fertig beladen und hat das andere den Schaukelparcours im Halfpipe-Teil auf dem See vollendet, dreht sich das Ganze einfach um 180°. Dann ist das zurückgekehrte Boot zum Entladen in der Station bereit, während sich auf der anderen Seite des Karussells die Schienensegmente wo das zweite Boot drauf steht mit den denjenigen des zu absolvierenden Kurses vereinen – und schon gehts los! Marvellous!

Kurios: Auf dieser Aufnahme vom frühen Morgen sieht man noch zwei Fahrgäste in der Frontrow sitzen. Bei allen im weiteren Tagesverlauf beobachteten Fahrten und auf allen anderen geschossenen Fotos erkennbar wurde die erste Reihe danach wohl nicht mehr beladen – die war immer leer. Da man das auf den Fotos in Ingos Bericht vom letzten Herbst auch immer so sieht, handelt es sich dabei wohl um eine Herbstmassnahme. Die frühmorgens bei noch kühleren Temperaturen als am Nachmittag wohl einfach noch keine Anwendung fand.

Auch hier nutzte ich ein Speedy-Pass-Ticket. Die Wartezeit war zwar mit durchgängig 35 Minuten angegeben und auch mit der überschaubar aussehenden Single Rider Line hätte man wohl eine Fahrt ohne grosse Wartezeit schaffen können, aber da der Abfahrtszeitpunkt gen Océade immer näher rückte, wollte ich dann doch lieber nichts riskieren. Zugeteilt wurde ich auf dem Aussensitz von Reihe 3 und war auch hier wieder sehr von den Bügeln angetan. Solche hab ich auf einer Mack-Bahn glaube ich noch nie gesehen. Im Prinzip kann man sich dabei einen normalen U-Bügel vorstellen, dessen Seitenstangen aber leicht „nach oben geschwungen“ angebracht sind und damit überhaupt nicht an den Beinen scheuern, da sie gar nicht mit ihnen in Kontakt kommen. Wunderbar, und dank Hydraulik auch wieder äusserst komfortabel aufliegend.

Auf los geht es also los und man wird über die Drehplattform also in den Parcours hinein rotiert. Aus dem Stillstand beschleunigt man zunächst gemächlich rückwärts, überquert dabei den flachen Hump, durchsaust das noch leere Schleusenbecken und pendelt am hinteren Spike aus. Mit dem neu gewonnenen Schwung durch die senkrechte Schussfahrt absolviert man das Ganze nun noch einmal vorwärts, wird unmittelbar vor dem Hügelchen aber noch einmal merklich beschleunigt. Dieser Zusatzkick sorgt für unerwartet schnittige Schwebezeit über die flache Kuppe hinweg – da man von aussen zusehend überhaupt nicht mit sowas rechnet, geht einem mit grossen Augen unweigerlich ein Bugs-Bunny-mässiges „Meiner Treu!“ durch den Kopf. Oder in Counter-Lingo vielleicht näher an der Originalaussprache des Englischen: Miner Troy.

Nunmehr am vorderen Senkrechtturm angelangt erreicht man dort eine stattliche Höhe und pendelt auch da mit herrlichem Druck gegens Bügelchen wieder thrillig aus. Jetzt wird der Hump zum dritten Mal überflogen – rückwärts und nun auch mit einem Maximum an Schmackes und Airtime. Anschliessend durchflitzt man erneut den Schleusenbereich und erklimmt den hinteren Spike zum zweiten Mal. Auch in den vorderen Reihen kriegt man die Auswirkungen des „Knicks nach hinten“ ganz oben recht deutlich zu spüren und kann auch erkennen, dass sich das Bassin am Fusse der Schussfahrt nun mit Seewasser flutet. Schliesslich donnert man auch hier airtimereich talwärts und schlittert endlich ins Wasser wo dann eine gigantische Fontäne ausgelöst wird, die sämtliche Passagiere anständig nass macht. War für mich bei der Temperatur schon eher an der Grenze, ging aber gerade noch so – ein Riesenspass! Mit nun zwangsläufig gedrosseltem Tempo überrollt man ein letztes Mal den flachen Hügel, kommt im Tal dahinter zu stehen und dreht dann übers Karussell wieder in die Station zurück.

Was für ein Technikwunder, was für eine Konstruktion, was für ein genialer Einfall und was für ein Spass! Pulsar passt absolut hervorragend nach Walibi Belgium, setzt ganz neue Thrill-Massstäbe was Wasserrides angeht und auch das per Drehplattform gelöste und Zweizugbetrieb erlaubende Shuttle-Prinzip ist einfach nur brutal genial. Ich hoffe sehr, dass solche Dinger noch in vielen anderen Parks zum Stehen kommen – hoffentlich auch in welchem mit dafür geeignetem Klima. Absolut top!

Tja, und da ab hier nur noch die zweite Fahrt auf Loup-Garou absolviert und noch eine höchst belgische Spezialität zum Lunch ausprobiert wurde, bevor es dann weiter in Richtung Zweit-Tagesziel ging.

Weil jede Reise in ein unbekanntes Land sein Poutine braucht: la Mitraillette. Ein Baguette-Sandwich mit wahlweise zwei kleinen Hacksteaks, einer Frikandel oder einer Art Chili-Schweinsbratwurst, echten belgischen Fritten im Brot und einem dicken Spritzer Ketchup, Mayo oder Sauce Andalouse obendrauf.

Walibi Belgium wäre zwar grundsätzlich ein sehr toller und lohnenswerter Freizeitpark, aber wie man aus dem Bericht ja rauslesen kann, konnte ich ihm einfach nicht die Zeit und Aufmerksamkeit widmen, die er eigentlich verdient und angesichts des Füllegrads an dem Tag ja auch gebraucht hätte. Aufgrund der zeitlichen Knappheit musste ich etliche Must-Dos wie z.B. die potentiell ja sehr tollen Wasserbahnen auslassen und schaffte nur mit Speedy-Pass-Hilfe gerade so die grossen Coaster. Aber grundsätzlich hab ich das im Voraus eigentlich schon so erwartet und trug da wegen der ab einem gewissen Punkt halt nicht mehr flexiblen Reiseplanung ja selber eine Mitschuld – denn an den Operations im Park gab es wie gesagt nicht viel auszusetzen und viele der Attraktionen hier haben halt von Natur aus einen eingeschränkten stündlichen Throughput. Dennoch war ich froh, den Park auch im etwas gehetzten Schnelldurchlaufverfahren mal kennengelernt zu haben und bin schon gespannt darauf, wie sich die Lage durch den vielversprechenden Masterplan in den nächsten Jahren hier so entwickeln wird. Schon alleine um den während meines Besuchs geschlossenen Challenge of Tutankhamon mal nachzuholen und des interessanten Mega-Coaster-Projekts wegen ist eine baldige Rückkehr wohl schon in naher Zeit mal vorgesehen.

Pulsierender Wasserspaß bei Wavre


Es ist schon selten, dass ein Konzept, bei dem man sich stets fragt wie es eigentlich möglich sein soll, in die Tat umgesetzt wird. Noch viel seltener ist es, wenn dieses ausgerechnet ein Park macht, der damit schon durchaus negative Erfahrungen gesammelt hat. Gut die Doppelmayr Seilbahn-Achterbahn Vertigo, die vor 9 Jahren den ganzen Park verunstaltet hatte, soll sich an den wenigen geöffneten Tagen im Mai des Jahres 2008 durchaus gut gefahren haben; ein Desaster auf beiden Seiten war dies dennoch.

Dieses Mal kommt der Vorstoß jedoch von der traditionsreichen Achterbahnschmiede Mack Rides, weswegen die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Debakels doch eher gering war. Bei der Anlage vom Typ Power Splash handelt es sich grob beschrieben um einen Shuttle Coaster, also einer Achterbahn ohne geschlossenen Rundkurs, mit Wasserung gegen Ende der Fahrt. Was soll da bloß schiefgehen, zumal man sich ja im Park überaus gut mit Shuttle Achterbahnen auskennt? Richtig, nichts!

Thematisch stellt Pulsar eine Maschine (in Form eines schlagenden Herzens) dar, deren zerstörerische Energie über eine Achterbahn in regelmäßigen Abständen abgeleitet wird. Das schöne dabei ist, dass die Besucher die fehlende Komponente sind um eben jenes zu ermöglichen. Dabei bewegt man sich immer noch im selben Universum, welches zur Umstrukturierung des Parks 2011 erzeugt wurde; also kein „F*ck Slow, #Hard Gaan“, wie im niederländischen Schwesterpark. Generell ist das Publikum im Park mittlerweile sehr angenehm; es kann aber auch sein, dass ungewünschte Besuchermassen (ich erinnere mich an Zeiten, wo das Kassenpersonal regelmäßig als „fils de pute“ beleidigt wurde) durch die zusätzlichen Sicherheitsmaßnamen partout in Belgien ausbleiben; aber ich schweife ab.

Einmal durch die Warteschlange im oberen Stockwerk gelaufen (oder als Singlerider direkt ans Drehkreuz gegangen) wird man auch schon in eine der Reihen eingeteilt. Sein Gepäck verstaut man kapazitätstechnisch äußerst effizient in die Regale zur rechten Seite der Station und wartet fortan auf das nächste eintreffende Boot. Das Boarding erfolgt dank automatisch schließender Bügel äußerst schnell, so dass nur wenige Augenblicke vergehen ehe das 20 Personen fassende Boot, untermalt von den Herzschlägen der Maschine, über eine Drehplattform auf die eigentliche Strecke gebracht wird.

Hier angekommen wird dieses sogleich rückwärts über einen Hügel beschleunigt, die anfängliche Skepsis über die doch (noch) recht seichte Beschleunigung verfliegt sehr schnell beim ersten leichten Abheben über der Kuppe. Nun passiert man das noch ungeflutete Wasserbassin und erklimmt den (von der Station aus gesehenen) hinteren vertikalen Streckenabschnitt in etwa zur Hälfte seiner Höhe. Mit in etwa der selben Geschwindigkeit führt die Rückführung zur Station, wobei man nun auf dem Hügel merklich beschleunigt wird und ein zweites Mal ordentlich aus dem Sitz abhebt. Daraufhin wird der vordere vertikale Streckenabschnitt komplett erklommen. Mit merklich ausgeprägter Geschwindigkeit geht es zum dritten Mal über den Hügel, wodurch man wieder in den Bügel befördert wird. Nun erklimmt man den hinteren Streckenabschnitt bis zur hinteren (leicht abgeflachten) Spitze, während dessen wird das Wasserniveau im Bassin um 30 cm angehoben. In der Zwischenzeit rückt die anstehende Wasserung auch wieder in das Gedächtnis der Mitfahrer, wodurch die bislang angehäufte Fahrtfreude auf einmal in eine respektvolle Panik übergeht. Mit 100 km/h taucht das Boot nun in das Becken ein, was zu einer optisch sehr eindrucksvollen Welle führt. Diese belohnt die vorderen Sitzreihen jedoch nur mit etwas Sprühnebel, während sie den hinteren Teil des Bootes durchaus durchnässen kann. Kurz darauf passiert man zum letzten Mal den Hügel und wird dabei auf Schritttempo abgebremst, woraufhin man im Tal stehenbleibt. Die Drehplattform dreht sich wieder auf die Ausgangssituation zurück und der Bügel öffnet sich.

Pulsar ist eine rundum gelungene Attraktion, bei der man immer wieder gerne erneut einsteigt. Die Fahrt ist einfach nur grandios und kann gerade durch ihre ungewöhnlichen Beschleunigungsphasen über den Hügel absolut punkten. Die Wasserung fällt dabei optisch eindrucksvoller aus, als sie es dann während der Fahrt ist; jedoch beängstigend ist sie definitiv allemal, vor allem wenn es ein selber nach der ersten trockenen Fahrt doch noch ordentlich erwischt. Hoffentlich folgen noch weitere Exemplare dieser wahrlich verschärften Wasserfahrt.

Durch die Lage des Parks ist nun auch der Rundlauf etwas optimiert, so dass man auf schnellsten Wege zwischen den Hauptattraktionen Flashback, Psyké Underground, Pulsar und Loup Garou pendeln kann. Interessanter Weise ist somit aber auch etwas die Wahrscheinlichkeit genommen sich irgendwann über den Weg zu laufen, was gerade bei dem vorhandenen Andrang während des Besuchstages eigentlich früher hätte passieren können, so erhielt ich erst relativ spät einen Anruf von meinen Freund David, der mich in der Single Rider Line (von Seiten der normalen Warteschlange) erkannte. Auf Zurufen nach der Fahrt erkannte ich ihn und saß kurz darauf mit ihm im selben Boot. Dieses hatte jedoch zur Folge, dass die Pläne noch nach Plopsa Coo (was zu dem Zeitpunkt eh kaum noch möglich gewesen war) oder zumindest nach Plopsa Indoor Hasselt zu fahren direkt verworfen wurden. Die Zeiten den Park frühzeitig zu verlassen sind wohl um, danke Pulsar!

Ein freudiger Flashback auf Psyké Underground


Obwohl ich in meinem letzten Bericht das Walibi Belgium als Ghetto unter den Freizeitparks beschrieben habe waren meine Augen doch stets auf die Entwicklung des Parks gerichtet, denn seit dem Besuch im Jahr 2009 hat sich in Wavre doch sehr viel getan. Angefangen mit dem Mise en état des Intamin Rapid Rides Radja River und der damit verbundenen Reaktivierung der längst vergessenen Wassereffekte der Anlage im Jahre 2010 zog sich die Überholung nach und nach durch den restlichen Park und dem anschließenden Schwimmbad Aqualibi, so dass sich das Areal nun wieder in seiner vollen Pracht zeigt, einen Zustand welchen nur die wenigsten kennen dürften.

Dementsprechend wollte ich den Park schon seit über einen Jahr erneut besuchen nur um mich von dem Status Quo zu überzeugen, aber eine vielversprechende und zugleich langersehnte Neuheit hat mich bis zum Ende dieser Saison warten lassen.

Nachdem wir unsere Fort Fun Jahreskarten Coupons im Service Center eingelöst haben ging es auch gleich in den neu gestalteten Eingangsbereich, nur um dann in Richtung einer Achterbahn zu gehen die bis auf den Verlust der Six Flags typischen Farbgebung und den Gewinn einer schicken schwarzroten Schwarzkombination scheinbar nicht viel von der Generalüberholung des Parks profitiert hat. Obwohl ich selbst Vekoma Suspended Looping Coastern keinesfalls negativ gegenüber stehe und ihren Prototypen stets als lustige Achterbahn darstelle, die man auch gerne öfters fahren kann, so hatte sich die zu langsame Fahrt auf dem Vampire und das inkompetente Personal an der Anlage beim letzten Besuch nicht als sonderlich gut in meinen Gedächtnis speichern können.

Auch Jan und Julian waren vor ihrer Fahrt nicht sonderlich euphorisch dem gegenüber was sie nun erwartete. Interessanter Weise kam es aber anders als man es denken und schon recht nicht erwarten würde, was uns tatsächlich alle spätestens in der Blockbremse relativ ratlos dastehen lies. Im Vergleich zu anderen Anlagen dieses Typs fährt sich das Exemplar in Walibi Belgium nicht nur gut sondern absolut flüssig, wodurch es de facto einfach keinen größeren Kontakt mit den Bügel gibt, was gerade bei der eher wuchtigeren Bügelkonstruktion von Vekoma doch sehr überrascht. Interessanter Weise ist die Fahrt dadurch aber, trotz des im Grunde sehr guten Layouts, langweilig, wodurch sich die Lust auf eine weitere Bestätigung des eben erlebten eher in Grenzen hielt. Nichts desto trotz war das was man an dieser Anlage auch immer gemacht hat eine absolut richtige Entscheidung.

Angefangen mit einer Runde auf dem Boomerang Cobra, welcher sich typischer Weise deutlich ruhiger fährt als so manche Achterbahn sogenannter Edelschmieden, ging es nun mit den Uhrzeigersinn um den See herum um den Palais du Génie, einer Hexenschaukel des niederländischen Herstellers Vekoma, einen Besuch abzustatten. Da dieses Mad House während meines letzten Besuchs nicht sonderlich gut abgeschnitten hatte, immerhin war die Musik, für ein solche Attraktion von fundamentaler Bedeutung, kaum zu hören und alle anderen Geräusche machten den Anschein als würde das Fahrgeschäft gleich in sich zusammenfallen, war ich doch sehr zufrieden mit der aktuellen Version, wobei die Geschichte des Dschinns der das Haus in ein Karussell verwandelt effektreich erzählt wird. In Betracht dieser Hintergrundgeschichte gehört Le Palais du Génie zu einer der besseren Vertreter dieser doch sehr schönen Attraktionsart, vorausgesetzt ist hier aber das Verständnis der französischen oder niederländischen Sprache.

Etwas vom ursprünglichen Weg abgedriftet, was vor allem an der Suche nach etwas essbaren zum Frühstück lag, stand nun die Holzachterbahn Loup Garou auf den Plan. Wer den Hersteller meist mit idiotischen Vorurteilen entgegenkommt wird wahrscheinlich sehr verblüfft sein mit dieser Achterbahn, die, wie ihre Schwesteranlagen in Tusenfryd und Walibi Holland, zu einer der besseren Holzachterbahnen Europas zählt.

Wo in alten Tagen die Funken bei den kurvigen Streckenabschnitten nur so flogen und das Gleis während der Bremsung sichtbar einige Zentimeter nach vorne schwankte, so wirkt der Weerwolf heutzutage eher zahm. Die Fahrt in den noch originalen Vekoma Zügen gestaltet sich als sehr angenehm und durch das durchaus gut durchdachte Layout auch als spaßig, so dass man die eine oder andere Wiederholungsfahrt tätigen kann und dieses am Besuchstag locker in einer dreistelligen Zahl hätte machen können. Jedoch fehlt Loup Garou dabei das gewisse Etwas, was man bei Robin Hood aus dem Schwesterpark Walibi Holland beispielsweise findet, wodurch man dieses Vorhaben eher sein lässt und sich wichtigeren Dingen im Park widmet.

Eines dieser Dinge war für mich ein Besuch in dem 4D Kino nebenan, wo nun eine Eigenproduktion der Gruppe läuft und die Geschichte des Maskottchens Walibi ein wenig weiter erzählt. Dabei basiert die Geschichte auf den hervorragenden Comics von Morvan, L’Hermenier, Wuye, welche auch in den Parks gekauft werden können beziehungsweise online eingesehen werden konnten, und führt das Geschehen auf Shimeria ein wenig fort. Sofern man eine der angebotenen Sprachen beherrscht wird einem dabei ein sehr guter Film in einer sehr schönen Animationsqualität geboten, wie sie sonst nur bei den Eigenproduktionen von Lego erreicht wird ohne dabei zu kindgerecht zu werden.

Vorbei an der zweiten Neuheit dieses Jahres dem Fanta Play House, welches für Halloween genutzt wurde und daher gesperrt war, durch das erste Kinderland hindurch und vorbei am öden, aber schicken Top Spin Buzzsaw ging es in Richtung des Calamity Mine Trains, einem grundsoliden Vekoma Mine Train, welcher leider als Standardlayout seiner Gattung herhalten muss, wo Jan und Julian, die den 4D Film nicht gesehen haben, bereits auf mich warteten. Während Calamity Minetrain nun wieder über einen sauberen See und funktionstüchtigen Wassereffekten aufweisen kann, so sind die weiteren Änderungen im Westernbereich eher kleinerer Natur.

An der leider geschlossenen Bootsfahrt entlang ging es in Richtung der Achterbahn mit der garantiert höchsten Wartezeit für Erwachsene, dem Tivoli La Coccinelle. Während ich bei meinen Besuch im Jahr 2008 sehr froh darüber war meinen Cousin mit in den Park genommen zu haben, immerhin herrschte an der Anlage wie auch noch im Jahr 2009 eine strikte Regel, wonach kinderlose Personen nicht fahren durften, so gibt es nun die Regel das maximal zwei Erwachsene im Zug mitfahren dürfen. Dieses ist gerade bei einer geringen Warteschlange ärgerlich, denn für Kinder, die nicht ohne eine Begleitperson fahren dürfen oder Alleinstehende, beziehungsweise kinderlose Erwachsene, entsteht dadurch eine recht lange Warteschlange, während sie von größeren Kindern ständig überholt werden.

Während ich also Jan und Julian bei diesem Treiben beobachte entschloss ich mich für eine Fahrt auf dem Chance Wipeout Octopus, einer Weiterentwicklung deren Trabants, hierzulande eher als Hully Gully des Herstellers Mack bekannt. Da die Gerätschaft bei meinen vorherigen Besuchen stets defekt war, war ich sehr auf eine Fahrt gespannt. Diese gestaltete sich gerade in der Anfangsphase als durchaus rasant und konnte durch höhere seitliche Kräfte als bei einem Musik Express überzeugen. Mit der Schrägstellung des Armes glich sie dann immer mehr dem bekannten Fahrgefühl eines Hully Gullys.

Obgleich viele Anpassungen notwendig waren, so war nicht jeder Schritt bei der Neuinterpretation des Parks richtig. Wo zuvor die Farbe Olivgrün wie in jedem Industriebetrieb überwiegte und daher perfekt zu der seltsamen Zeitreisemaschine Flashback und dem grandiosen Shuttle Loop Turbine passte, so überwiegen nun zu viele Farben beide Attraktionen. Während die Zeit der Wildwasserbahn zu Gute kam und sie wieder halbwegs versifft aussieht, ohne dabei auf die Vorteile der Gesamtüberholung der Anlage zu verzichten, so ist es gerade der Anblick an Psyké Underground ein Anblick an den man sich einfach nicht gewöhnen will.

Dabei ist der Anblick der Vorderseite auf den umhüllten Shuttle Loop der einzige negative Aspekt den man bei der, seit der Saison 2009 geschlossenen und nun wieder geöffneten, Anlage finden kann, denn sobald man die Warteschlange betreten hat überwiegen die positiven Eindrücken. Diese fängt nun nicht mehr unter der Aufwärtsstrecke außerhalb des Gebäudes an, sondern führt an einem ehemaligen Bestandteil der Bahn entlang, welcher aus konstruktionsbedingten Gründen nicht entfernt werden konnte. Unter Beschallung des grandiosen Soundtracks führt der Weg leider schnell wieder ans Tageslicht, wo man auf der nun halbseitig geschlossenen Warteschlange wartet. Ein Wartebereich, den man zuvor nicht so schnell vergaß, denn durch den damals nur alle 5 Minuten stattfindenden Abschuss zog sich auch eine scheinbar kurze Schlange auf eine sehr lange Zeit an. Auch unvergessen sind dabei die recht großen Vibrationen des Gebäudes, die man heutzutage auch nicht mehr wahrnimmt.

In der Station angelangt erwartet einen nun ein von Gerstlauer erbauter Zug, welcher seinen Vorgänger von Schwarzkopf würdig vertritt. Dabei ist der Sitzkomfort sehr ähnlich, jedoch achtet man heutzutage eher auf Sitze die einen automatisch in die richtige Körperhaltung bringen. Da man in Zuge der Modernisierung von einem Schwungrad- zu einem Linearmotorbetriebenen Antrieb wechselte geschieht der Abschuss nicht mehr aus dem Stand heraus, wodurch die Inszenierung dessen massiv von der vorhergehenden Version variiert.

Als die Anlage 2008 ihre letzte Saison als Turbine verbrachte knipste man das Licht aus und schickte den Zug unter Wirkung von lauter elektronischer Musik und dem Einsatz von Strobolichtern auf die Reise in Richtung des Loopings, den er durch die gewonnene Geschwindigkeit des eher mauen Abschusses wunderbar kräftig absolvierte. Nun wird ein passendes und gut gemachtes Video abgespielt und der Zug verlässt von Reibrädern angetrieben langsam die Station.  Was nun folgt erklärt den hohen Stromverbrauch der Anlage, denn um die Randbedingungen des alten Abschusses einhalten zu können musste eine deutlich höhere Beschleunigung her. Es folgt der Looping der einen gnadenlos in den Sitz drückt und fast schon an Wahnsinn grenzt. Innerhalb der nun folgenden Röhre verliert man langsam an Geschwindigkeit um mit der gewonnenen potentiellen Energie die Richtung zu wechseln. Es geht nun rückwärts in Richtung des Loopings und es kommt wie man es von der Anlage nicht anders kennt. Wo einem durch einfallende Lichtstrahlen schon zuvor vorgegaukelt wurde der Looping sei nach ¾ des Weges zu Ende, worauf man sich immer seltsam erschreckte geschieht dieses auch in vollkommener Dunkelheit, zumindest im vorderen Teil des Zuges. Leicht abgebremst geht es die kaum relevante zweite Spitze halbwegs empor um dann in der Station stehen zu bleiben.

Psyké Underground war eine Überraschung sondergleichen, denn obgleich der Antrieb nun ein neuer ist, so hat sie von ihrer alten Anziehung nichts verloren und wurde tatsächlich sogar besser. Die nun höhere Abschussrate, der deutlich intensivere Abschuss und der immer noch verdammt kraftvolle Looping sorgen dafür, dass diese Anlage erneut ihren Weg in meine Favoriten gefunden hat. Die allgemeine Gestaltung ist bis auf die, aus meiner Sicht misslungene, Außenfassade gut und steht der belgischen Achterbahnlegende sehr gut.

Walibi Belgium hat sich in den letzten Jahren tatsächlich wunderbar entwickelt, so dass die Companie des Alpes mit all ihren Projekten derzeit in meiner Gunst steht. Vieles war hierbei die richtige Entscheidung, obgleich es sicherlich Unsummen an Geldern gekostet hat. Von dem damaligen Ghetto und dem zugehörigen asozialen Publikum ist heut zu Tage glücklicher Weise nichts mehr zu spüren oder gar zu sehen, wodurch der Park nun aus meiner Sicht zu einem der besseren Parks Europas gehört und tatsächlich mehr überzeugen kann als sein Schwesterpark in den Niederlanden.