Die Reise durch das Schloss der Fantasie


Ein Besuch des niederländischen Freizeitparks Efteling lohnt sich immer; vor allem im Winter. Auch wenn man dort auf die Wasserfahrten Piraña und Vliegende Hollander verzichten muss, so erlebt man mit dem Winter Efteling eines der besten Winterevents europäischer Freizeitparks. Kein Wunder also, dass ich den Park mittlerweile öfter im Winter besucht habe, als im Sommer.

Da mir die Flugpreise aus England nach Hamburg für die Weihnachtszeit etwas zu teuer waren, lag der Freizeitpark praktischer Weise auf direktem Weg nach Hause. Angebote gab es zu der Zeit keine, weswegen ich zum Ticket Luxe griff. Dieses beinhaltet den Eintrittspreis, eine kurze ERT auf ausgewählten Fahrgeschäften (wozu man jedoch direkt zur Parköffnung am Park sein sollte, damit diese sich auch lohnt), 25% Rabatt auf Souvenirs, einen Snack, Kaffee & Kuchen, sowie ein Abendessen in einem der Bedienrestaurants des Parks und den Parkschein. Allein letzterer kostet 10€, weswegen der Aufschlag auf den normalen Ticketpreis nur insgesamt 20€ für einen Alleinreisenden zu Buche schlägt. Das ist durchaus ein fairer Deal; für jede weitere Person im selben Auto liegt der Aufschlag jedoch bei 30€, da diese den Parkschein ja nicht benötigen – gerade bei Familien mit Kindern würde ich mir die Chose gründlich überlegen. Es ist ein Rundum-sorglos-Paket, ganz ähnlich dem all-inclusive-package des dänischen Freizeitparks Tivoli Gardens, nur dass der Freizeitpark hier deutlich größer ist und man bei fehlender Planung sich durchaus durch den Park hetzten kann.

Zumindest ist das mir passiert; so ein Ticket ist mir persönlich dann doch zu viel Stress. Immerhin war ich dadurch der letzte Besucher im Restaurant Panorama, wo ich auch ohne irgendwelche Anstalten bedient wurde. Selbst einen Espresso habe ich noch erhalten, als alle anderen Gäste schon längst das Restaurant verlassen haben. Das war sehr vorbildlich – auch war ich sehr froh, den letzten Voucher noch einlösen zu können. Das Essen hier war solide, es gab Lachs mit einem Glas Weißwein und zum Abschluss den bereits erwähnten Espresso – viel falsch kann man mit dem Ticket also nicht machen. Dementsprechend sei es hier jeden empfohlen, der mit Rundum-sorglos-Paketen gut zurechtkommt und eh schon im Vorhinein weiß, dass er im Park in regelmäßigen Abständen Speisen wird.

Neben dieser all-inclusive Premiere galt es noch eine weitere Neuheit auszutesten: Symbolica. Die Reise durch den Palast der Fantasie ist die neueste Themenfahrt des Freizeitparks, bei der es drei unterschiedliche Routen zu erkunden gibt: die Heldentour, die Schätzetour und die Musiktour. Die Besonderheit dieser Themenfahrt ist dabei das verwendete Fahrsystem, da dieses ohne Schienen auskommt und sich die Fahrgondeln scheinbar willkürlich durch die Strecke bewegen.

Der prinzipielle Fahrablauf ist dabei bis zu einem bestimmten Punkt für alle drei Touren gleich. Auf unserem Weg zur Audienz bei König Pardulfus werden wir dank dem Hofzauberer Pardoes durch zahlreiche wunderschön gestaltete Säle und Gänge gelotst. Hierbei bleibt einem vor allem die Szene im Botanicum im Gedächtnis, wo auf den Zauber von Pardoes plötzlich ein Wal auftaucht, das umgebende Glasdach einen Sprung bekommt und Wasser in das Schloss eindringt. Dieser Moment ist Efteling in Perfektion und so kommt man aus dem Staunen erst einmal nicht wieder hinaus. Auf dem nachfolgenden Gang kann man dann etwas mit seinem Wagen hin- und herwackeln – immerhin ist dieser auch mit Touchpaneln ausgestatten und lädt in diesem Moment geradezu zur Interaktion ein.

Hierauf entschwinden alle drei Gondeln in einen kleinen Raum, wo neben dem obligatorischen Fahrtfoto auch eine Art Minispiel auf die Mitfahrer in der ersten Reihe wartet. Die hintere Reihe muss sich nun etwas gedulden, tatsächlich dauert dieser Abschnitt leider etwas. Hierauf wird man dann in das Fantasiedepot entlassen, woraufhin jede Gondel entsprechend ihrer Tour in eine Art Spezialraum fährt. Hier sei vor allem die Heldentour empfohlen, denn hier kann man mit zwei Ritteranimatroniks gegeneinander kämpfen oder es auch sein lassen; je nachdem welche Entscheidung man in dieser Szene wählt bzw. je nachdem welche Entscheidung die erste Reihe in dieser Szene tätigt, ändert sich das große Finale entsprechend. Im Ballsaal angekommen kann dann nämlich einem überaus freudigen Fest beiwohnen oder dem Chaos bei der Arbeit zusehen. Dank der unterschiedlichen Enden (hier seien nur die zwei erwähnt, denen ich selbst beigewohnt habe) hat diese Anlage durchaus sehr viel Potential für Wiederholungsfahrten, jedoch braucht man schon so einige Fahrten ehe man das Touchscreengedrücke endlich mal verstanden hat. Der Raum mit dem Spiegel wirkt leider ideenlos, der Rest der Themenfast ist großartig; wobei die Fahrt sicherlich noch toller sein würde, hätte man die Interaktion anders gelöst. So bleibt leider ein fader Beigeschmack, der dieser Themenfahrt eigentlich nicht gerecht wird.

Die restliche Zeit des Tages verbrachte ich stets mit der Hoffnung, dass die Bobachterbahn Bob doch noch öffnen würde – was dann jedoch leider ausblieb – und mit zahlreichen Fahrten auf den Achterbahnen und Themenfahrten des Freizeitparks. Auch konnte ich eine letzte Runde auf der ursprünglichen Python drehen, ehe diese durch großteiligen Austausch der Schienen und Stützen im Grunde neugebaut wurde. In Efteling geht so schnell nichts verloren, vor allem der Spaß für die ganze Familie nicht.

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